Dörfer mit Glanz und Gloria
Ob die Schlösser und Gärten von Strassoldo oder das Schloss Buttrio – abseits der Autobahn zu den Badeorten findet sich so mancher kultureller Schatz.



Schlösser und schöne Gärten
Es muss nicht immer Grado sein. Man sollte hin und wieder die Autobahn zu den Badeorten an der Adria verlassen, um in Gegenden einzutauchen, die überraschen werden. Auf Seitenwegen stößt man auf Kleinode, traditionelle Gasthäuser und versteckte Schlösser, die sich zu entdecken lohnen. Nach einem entspannenden Urlaub in Grado könnte man noch einen Tag der Kunst und Kultur widmen.
Da würde sich zum Beispiel die mittelalterliche Schlossanlage der Strassoldos, einer der ältesten Adelsfamilien Italiens, anbieten. Die mittelalterliche Schlossanlage von Strassoldo (Strassoldo di Sotto und Strassoldo di Sopra) ist schon eine sehenswerte Anlage für sich. Doch zwei Mal im Jahr, wenn dort eine Frühjahrs- und Herbstausstellung in den Schlossgemächern und in den weitläufigen Parkanlagen veranstaltet wird, ist ein Besuch besonders lohnend. Francesca Romana heiratete in der Kirche des Schlosses Strassoldo am 11. Februar 1798 den österreichischen Feldherren Radetzky. Die Zimmer des Schlosses bergen zahlreiche Familienerinnerungen, man kann sie neugierig durchstreifen. Ungefähr 100 Ausstellern aller Art werden die mittelalterlichen Schlossgemächer und der herrliche Schlosspark geöffnet, damit sie ihre Exponate ausstellen können. „Blumen, Gewässer, Schlösser“ heißt das Motto der jährlichen Ausstellungen. Umgeben ist die Schlossanlage von einem Jahrhunderte alten Park, der von Quellwasserläufen durchzogen ist, gespeist von warmen Quellen, die unterhalb des Parks emporsprudeln. Daher wuchern dort auch wundersame Pflanzen, exotische Gewächse und eine Magnolia Passiflora aus dem 14. Jahrhundert. In der alten Reisschälmühle sowie in den zu Ferienhäusern umfunktionierten Knappenhäusern sowie im Turm lassen sich entspannte Tage verbringen. Erwähnt sei noch die Villa Iachia aus dem 18. Jahrhundert, in Ruda, ganz in der Nähe von Aquileia. Mit den archäologischen römischen Resten und der frühchristlichen Basilika (Unesco Kulturerbe).
Von Claudius gegründet. Fährt man bei der Oktogon-Stadt Palmanova Richtung Osten, erreicht man einer der charmantesten und geschichtsträchtigen Dörfer Friauls: Clauiano. Poppone, der Patriarch von Aquileia wies einem gewissen Claudius oder Clavilius in einem Pergament ein umfangreiches Gebiet mit vielen Villen zu, darunter die von Cleuian. Das war im Jahre 1013, denn damals wurde das Dorf erstmals erwähnt. Man wandelt also auf geschichtsträchtigem Boden. Nach dem Einfall der Türken kommt Clauiano 1477 bis zu dessen Zusammenbruch im 18. Jahrhundert zu Venedig. Wohl auch daher rührt der einzigartige Charme des Dorfes, das zu den schönsten Italiens gehört. Auffallend sind die Straßenhäuser mit ihren pieris und claps, die typischen großen und kleinen Steinchen, die kunstvoll die Hausfassaden zieren. Die Villen und Palazzi haben historischen Wert, zum Beispiel das Haus Gardellini, das als das älteste des Dorfs gilt oder die Villa Ariis, ein typisches venetisch-friaulisches Herrenhaus. Ein prächtiger Herrensitz ist die Villa Manin Guerresco aus dem 18. Jahrhundert. Sie gehörte einer der wichtigsten Familien der Serenissima, die auch für die Villa Manin in Passariano bekannt ist.Verborgen in den Innenhöfen des charmanten Straßendorfes ist so manches feines Weingut. Und inmitten des kulturellen Genusses sei ein Tipp erlaubt: Ganz in der Nähe von Palmanova befindet sich das „Palmanova Outlet-Center“. Am Hügel von Pampinutta. Das Wort Pampino leitet sich von Rebblatt her. Und auf dem Hügel von Pampinutta, der über und über mit Weinreben bewachsen ist, erhebt sich majestätisch die Burg Buttrio. Die ersten Erwähnungen des Burgkomplexes gehen auf das Jahr 1139 zurück. Nach sorgfältigen Restaurierungsarbeiten unter Beachtung der ursprünglichen Ästhetik, heißt der historische Wohnsitz nun Gäste herzlich willkommen.
Die Gegend um Buttrio wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Görz verwaltet und später von den Herren von Buttrio. Die streitbaren Herren verscherzten es sich mit dem Patriarchen von Aquileia, was im Jahr 1220 tatsächlich in einem Krieg mündete. So idyllisch sich die Burg heute darstellt, so umkämpft war sie im Lauf der Geschichte. Sie wurde von Truppen aus Udine, Gemona und Cividale zerstört, um die Expansionsgelüste der Grafen von Görz einzudämmen. 1411 verwüsteten die Ungarn die Region, 1415 wurden die Herren von Buttrio endgültig abgesetzt. Außer der sehenswerten Burg Buttrio, gibt es in der Gegend noch einige sehenswerte Schlossanlagen, wie Casaforte d’Attimis Maniago mit dem zentralen Körper „Torre delle Signore“ oder die Villa Dragoni Florio Danieli - eine Villa aus dem 17. Jahrhundert mit freskengeschmückten Sälen.Clauiano Mosaiksymposion. Von 18. Juni bis 1. Juli mit Opernaufführung am 1. Juli.
info@clauianomosaics.com, www.clauianomosaics.com
Villa Manin Guerresco. Eine venetische Villa, die von der Adelsfamilie der Grafen Manin als Ferienhaus genützt wurde. Via della Filanda 54, 33050 Clauiano (UD), Tel. +39 0432 999453, info@villamaninguerresco.com, www.villamaninguerresco.com
InternationalesPiano-Meeting („Premio Brahms“) am 2. August in der Villa Manin Guerresco. amicidelpiano2013@gmail.com
Castello di Strassoldo di Sopra. Schlossanlage eines der einflussreichsten Adelsgeschlechter Friauls. Via dei Castelli 21, 33050 Strassoldo, Tel. +39 3889255212, www.castellodistrassoldo.it, info@castellodistrassoldo.it
Castelli Aperti a Strassoldo, am Palmsonntag-Wochenende und Anfang Oktober. Im Frühjahr spielen Blumen, im Herbst das Handwerk ein Rolle.
Weinmesse von Buttrio. Von 9. bis 11. Juni Juni findet in Buttrio die Messe der regionalen Weine statt (Fiera regionale dei vini Buttrio).