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Buchmann nimmt nach Plagiatsaffäre den Hut

Der steirisches Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) tritt zurück. "Ich musste in den letzten Tagen zur Kenntnis nehmen, dass ein Fehler vor 17 Jahren schwerer wiegt als Leistungen in der Gegenwart und Ideen für die Zukunft", teilet er am Dienstag mit. Buchmann war vor zwei Wochen sein Doktortitel wegen Plagiats aberkannt worden.

Der steirisches Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) tritt nach der Plagiatsaffäre nun doch zurück. "Ich musste in den letzten Tagen zur Kenntnis nehmen, dass ein Fehler vor 17 Jahren schwerer wiegt als Leistungen in der Gegenwart und Ideen für die Zukunft," teilte er am Dienstag mit.
Die bisherige ÖVP-Klubobfrau Barbara Eibinger-Miedl folgt ihm als Landesrätin im Wirtschaftsressort.
Buchmann will kommenden Dienstag bei der Landtagssitzung sein Amt niederlegen. Ihm war Anfang April sein Doktortitel von der Universität Graz aberkannt worden, weil er "gravierende Verstöße" beim richtigen Zitieren seiner Quellen begangen haben soll. Direkt nach dem Verlust seines Doktortitels hatte Buchmann noch einen Rücktritt ausgeschlossen und die Partei - allen voran LH Hermann Schützenhöfer - hatte ihm den Rücken gestärkt. Doch nach und nach wurde der Ton rauer. Vor allem Hermann Talowski, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer und Mitglied des Wirtschaftsbundes, äußerte öffentlich seinen Unmut darüber.
Schützenhöfer hat erst Montagabend von Buchmann per Telefon vom geplanten Rücktritt erfahren. Er will den Schritt "mit Bedauern zur Kenntnis genommen" haben und hatte für den scheidenden Landesrat lobende Worte parat: "Er hat die Dinge behutsam und gut weiterentwickelt." "Es war keine leichte Zeit, aber Ostern ist eine Zeit der Auferstehung und ich bin zuversichtlich - auch wenn manches, das sich zuletzt abgespielt hat, geschmerzt hat." Buchmann habe offenbar nach gründlicher Überlegung und schweren Herzens, aber entschlossen entschieden, sein Amt zurückzulegen, schilderte der LH.
Der steirische ÖVP-Chef schlug am Dienstag den Parteimitgliedern Barbara Eibinger-Miedl vor. Der Vorstand habe daraufhin einstimmig für sie votiert. Die bisherige Klubobfrau wird sich um das Wirtschaftsressort, den Tourismus und die Europabeziehungen kümmern. Ob sie auch das Kulturressort von Buchmann übernimmt, ließ sie am Dienstag noch offen. Sie wolle sich erst die Aufgaben und die Ressorts im Detail ansehen, erklärte sie auf Nachfrage. Eibinger-Miedl sprach von "großen Fußstapfen", die ihr Buchmann hinterlasse. Eibinger-Miedls Nachfolger an der Spitze des steirischen ÖVP-Klubs wird ihr bisheriger Stellvertreter Karl Lackner.