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Kultur

Blauhelme retten Kunstschätze aus Erdbebengebiet

Eine Spezialeinheit aus Carabinieri, Historikern, Archäologen und Architekten rettet in Italien Kunstschätze. Künftig könnten sie weltweit zum Einsatz kommen.

vor 9 Jahren7. April 2017 um 09:11
Die Aufregung ist groß in der vom Erdbeben schwer beschädigten mittelalterlichen Kirche von San Francesco in Visso: In der von Rissen durchzogenen Sakristei wurde ein herrliches Fresko gefunden. Nach und nach kommt unter Schuttteilen das blasse Ocker und Violett der Kreuzigungsszene zum Vorschein, geschaffen vermutlich von dem Meister Paolo de Visso im 15. Jahrhundert.
Erhalten geblieben ist es dank eines riesigen Holzschrankes, der wundersamerweise stehen blieb. Um das Meisterwerk kümmern sich nun die italienischen "Kultur-Blauhelme", eine Spezialeinheit aus Carabinieri, Historikern, Archäologen und Architekten.
Im Februar 2016 von Italien in Partnerschaft mit der UN-Kulturorganisation Unesco gegründet, soll die Einsatztruppe historische Denkmäler, alte Kirchen und Kunstwerke retten, die bei Erdbeben wie denen im August und Oktober vergangenen Jahres beschädigt wurden. Rückgrat ist die italienische Kunstpolizei, eine 1969 gegründete Expertengruppe der Carabinieri zur Bekämpfung von Kriminalität in den Bereichen Kunst und Antike.
In den Ruinen der Kirche von Visso versuchen rund 40 Menschen - Freiwillige, Kunstexperten, Vertreter des Kulturministeriums, Feuerwehrleute, Zivilschützer, Mitglieder der Kunstpolizei - an einem kalten Frühlingstag mit Handschuhen und Helmen vorsichtig zu retten, was von den Kunstschätzen noch übrig ist. Sorgfältig und methodisch sammeln und kartieren sie Fragmente, beschädigte Kruzifixe oder zerbrochene Leuchter.
"Es war die älteste Kirche der Region Marken, eine Gegend mit unschätzbaren Schätzen mit nicht weniger als 483 Kirchen", erklärt der Kunsthistoriker Pierluigi Morricone, der für die Spezialtruppe des Kulturministeriums arbeitet.
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