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Ausgezeichnete Architektur

Seit 1967 honoriert die Zentralvereinigung der Architekten Österreichs mit dem „Bauherrenpreis“ Auftraggeber oder Mentoren, die sich in besonderer Weise um die Baukultur in Österreich verdient gemacht haben. Es geht dabei um die architektonische Gestaltung des Gebäudes und den innovatorischen Charakter des Projekts. Die prämierten Projekte finden sich heuer in Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Wien.

Anton Bruckner Privatuniversität, Linz - ARCHITEKTURBUERO 1 ZT GmbH. Die Wände schwingen, kippen und scheinen zu tanzen, vertikale weiße Lamellen umspielen dasVolumen und lassen die Horizontalteilung der Geschosse verschwinden. Konzertflügel (wenn auch inweiß), Harfe, Orgelpfeifen; der Assoziationen sind viele und sie alle verweisen auf Musik, Tanz undSchauspiel als Zweckbestimmung des strahlenden, emblematischen Gebäudes, das da am Hang oberhalbvon Linz thront. Auch aus der Nahsicht ist die Form nicht nur baukünstlerisch, sondern auch städtebaulichgedacht, zieht den schönen, mit Kunstwerken akzentuierten Park in die räumlicheGesamtkomposition mit ein und schirmt ihn von der Hagenstraße ab. Das Restaurant öffnet sich mit seinemGastgarten zum Park hin. Eine große Freitreppe hinauf zur Terrasse auf halber Gebäudehöhe lädtgeradezu ein, bei schönem Wetter von Tänzer_innen und Musiker_innen bespielt zu werden.Fließender Raum auch im Inneren: Die Treppenhalle mit Galerien und Wandelgängen und vielfältigenBlickbeziehungen nach innen und außen ist ein gebäudehoher lichtdurchfluteter „Fluss“, einBewegungs-, Kommunikations- und Verweilraum zugleich. Ein großer Musiksaal und ein Dutzend kleinere,zum Teil hoch spezialisiert ausgerüstete Säle und Studios füllen das Erdgeschoss. Die organischenFormen und das Lamellenmotiv setzen sich in den Sälen und in den Übungsräumen fort und übernehmenin unterschiedlichen Variationen Aufgaben der Schallregelung. So konnten zusätzliche akustischeMaßnahmen und damit weitere gestalterische Motive vermieden werden. Zudem ist es gelungen, diebesonderen technischen und akustischen Anforderungen mit dem Passivhausstandard in Einklang zu bringen.
Bildin Kunst- Architekturschule, Innsbruck, -  studio3 – Institut für experimentelle Architektur, Universität Innsbruck. Etwas versteckt am Rand des sozial schwierigen Rapoldiparks überrascht ein weißer Pavillon, der anberühmte Vorbilder von Zaha Hadid oder Delugan Meissl erinnert. Für eine freie Kunstschule für Kinderentstand eine ebenso frei gestaltete, höchst inspirierende, dynamische Raumlandschaft mit vielfältigenAußenbezügen, die den Unort hinter dem Hallenbad zum attraktiven Treffpunkt für die Kinder undJugendlichen macht. Helle und kommunikative Räume unterschiedlichen Charakters stehen für Malerei,Bildhauerei, Architektur und neue Medien zur Verfügung. ..
...Das charismatische Gebäude mit seinen schrägen,kippenden Wänden und abgestuften Böden erscheint so abseits der Normen, dass sich auch rebellischeJugendliche darauf einlassen und ihre Lust an produktiver Kreativität, freiem Denken und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entdecken und ausleben können.
Ingrid-Leodolter-Haus, Pflegewohnhaus Rudolfsheim, Wien - wimmerundpartner architektur. Einst stand an diesem Platz im 15. Wiener Bezirk das Kaiserin-Elisabeth-Spital und in der Tat, imEingangshof begrüßt Sisi von ihrem Denkmalsockel die Ankömmlinge. Es ist ein wirklich großes Haus mit328 Wohn- und Pflegeplätzen, das einen ganzen Straßenblock einnimmt. Doch die große Baumasse istnicht durch serielle Ordnungsschemata auf übliche Weise bewältigt worden, sondern man hat sie alsChance für eine geniale Grundrissdisposition genutzt. Drei frei geformte, unterschiedlich gestaltete undbepflanzte Lichthöfe bieten im Inneren der Anlage ruhige Aufenthaltsbereiche und mannigfacheSichtverbindungen und Durchblicke. Ein vierter Hof dient als geschützte Vorfahrt und ist mit Zugängenzum öffentlichen Café und zum Versammlungsraum die Schnittstelle zwischen Pflegeheim undAußenwelt...  
...Alle Bewohnerzimmer liegen an den Außenfassaden und haben durch die vorgelagerte Loggienzone Bezüge zur umgebenden Stadt. Innen grenzen sie mit attraktiven, individuell gestaltbaren Verweilplätzen vor den einzelnen Wohneinheiten an die Erschließungszone, die als freier Raumfluss die Innenhöfe umspielt und den Bewohner_innen Flaniermöglichkeiten bietet und stationsübergreifendeRundgänge ermöglicht, ohne den Gebäudekomplex verlassen zu müssen. Es gibt weit auskragende Erker mit freiem Ausblick entlang der Straßen und sogar bis hin zum Stephansdom.