Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Eröffnung in Corpus Christi

Der Stahlkonzern Voestalpine hat in Texas um 550 Millionen Euro ein Roheisen-Werk auf der grünen Wiese errichtet. Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit ist die Eisenschwamm-Anlage in Corpus Christi nun in Betrieb. Jetzt wurde die Anlage eröffnet.

Am Golf von Mexiko produziert die Voestalpine fortan jährlich 2 Millionen Tonnen HBI (Hot Briquetted Iron). Dieser Eisenschwamm, wie das fast reine Roheisen auch genannt wird, dient als Vormaterial zur Stahlerzeugung. Die für die HBI-Herstellung notwendigen Eisenerzpellets kommen aus Brasilien, sollen künftig aber auch teilweise aus Schweden angeliefert werden.
In dem hochautomatisierten Werk, dessen Herzstück ein 137 Meter hoher Reduktionsturm bildet, sind 190 Mitarbeiter beschäftigt. Das rund zwei Quadratkilometer große Werksareal direkt am Meer befindet sich auf ehemaligem "Farmland" - zuvor wurde dort Baumwolle angepflanzt, wie der Geschäftsführer der Voestalpine Texas LLC, Bernhard Schlattl, berichtete.
Etwa 40 Prozent der in Corpus Christi produzierten Jahresmenge an Eisenschwamm sind für die weitere Verwendung in Österreich bestimmt. Diese jährlich rund 800.000 Tonnen HBI-Briketts werden vom werkseigenen Tiefseehafen weg via Rotterdam und Koper nach Linz und Donawitz verschifft.
Der Rest wird auf dem freien Markt verkauft. "Wir haben renommierte Stahlunternehmen als Kunden - das sind jetzt sechs große Partner, aber da warten noch zehn andere im Hintergrund", sieht Vorstandschef Wolfgang Eder das Interesse am neuen Produkt gesichert. Mit den bereits abgeschlossenen Lieferverträgen sei die Vollauslastung in Corpus Christi jedenfalls für die nächsten vier Jahre fixiert.
Bei der Standortwahl für das "größte jemals in den USA getätigte Investment eines österreichischen Unternehmens" waren einige Faktoren ausschlaggebend: "Das von den Rahmenbedingungen her politisch stabile und langfristig kalkulierbare Umfeld, die interessante logistische Rolle und die günstige Energie", zählte Eder auf. Immerhin sei Industriegas in Österreich rund dreimal so teuer wie in den USA und der Strompreis liege etwa doppelt so hoch.