Das gläserne Rezept
Jede Menge Rezeptideen „zum Einkochen, Mit- nehmen und Verschenken“ präsentiert laut Untertitel das neue Buch „Selbstgemacht im Glas“.

Einkochen, Einmachen, Einlegen – das ist sowohl altbewährte Tradition als auch brandaktueller Trend – siehe Rezepte!
Diese Methoden sind nicht nur nachhaltig und ökologisch; die Lebensmittel bleiben durch die Konservierung auch über lange Zeit geschützt, nährstoffreich und aromatisch.
Ganzjahresgenuss
Ab ins Glas mit frischen, saisonalen Produkten! Die selbstgemachten Köstlichkeiten des Sommers auch im Winter genießen. Ob herzhaft oder süß, ob Obst, Gemüse, Marmeladen, Pas-teten, Suppen, Spirituosen oder gar Kuchen – Selbstgemacht im Glas bietet vielfältige Rezepte und wertvolles Wissen rund ums richtige Glas.
Geschenk mit Geschmack
Das eignet sich außerdem als perfekter Snack für die Mittagspause oder unterwegs und ist nicht zuletzt ein individuelles Geschenk für jeden Anlass! Jetzt geht’s ans Eingemachte – weil Selbstgemacht einfach am besten schmeckt.
Bratapfelmus
Bratapfelmus mit Trockenfrüchten und Gewürzen:
Zutaten für 4 Gläser à 300 ml: 1000 g säuerliche Äpfel (z. B. Braeburn), 200 ml Apfel- oder Birnen-Direktsaft, 50 g getrocknete Feigen, kleine Stücke, 50 g getrocknete Aprikosen, kleine Stücke, ¼ TL Zimt, gemahlen, 2 Prisen Gewürznelken, gemahlen

Zubereitung: Backofen auf 180 °C Heißluft vorheizen. Die Kerngehäuse der Äpfel mit einem Apfelausstecher oder Messer entfernen, die Äpfel aber nicht schälen. Fruchtsaft in eine ofenfeste Form gießen, die Äpfel und Trockenfrüchte hineingeben. Die Trockenfrüchte sollten vom Saft bedeckt sein. Äpfel im vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen und aus dem Ofen nehmen. Die Äpfel von der Schale befreien. Das geht am besten, indem man die Früchte aufschneidet und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausschabt. Apfelfruchtfleisch, das nun weiche Trockenobst und die gesamte Flüssigkeit gemeinsam mit den Gewürzen pürieren. Durch die Trockenfrüchte wird das Mus dunkler. Bratapfelmus in vorbereitete Gläser füllen, dabei 2–3 cm vom oberen Rand freilassen und verschließen. Nach der Methode Ihrer Wahl bei 80 °C für 30 Minuten pasteurisieren. Das Mus ist durch die Trockenfrüchte angenehm süß und braucht keine weiteren Süßungsmittel!
Pesto
Walnuss-Koriander-Pesto:
Zutaten für 2 Gläser à 165 ml:
65 g Korianderblätter, 35 g Petersilienblätter, 130 g Walnüsse, grob gehackt, 130 ml Walnussöl, 1 EL Zitronensaft, 1 gehäufter TL Koriandersamen, zerstoßen, 1 Prise getrocknete Zitronenschale, Salz, Pfeffer, Walnussöl zum Auffüllen der Gläser

Zubereitung: Koriander und Petersilie grob hacken. Nüsse, Kräuter, Öl, Zitronensaft, zerstoßene Koriandersamen und Zitronenschale vermengen und mit einem Cutter (Multizerkleinerer) oder Pürierstab zu einer geschmeidigen Masse mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pesto in Gläser füllen, etwas Öl darübergießen und verschließen.
Gelee
Preiselbeer-Thymian-Gelee:
Zutaten für 6 Gläser à 212 ml: 1300 ml Preiselbeer-Muttersaft (Direktsaft), 500 g Gelierzucker 3:1, ¼ TL getrockneter Thymian

Diese Früchtchen haben’s echt in sich!
Zubereitung: Saft mit Gelierzucker und Thymian verrühren und unter ständigem Rühren aufkochen. Ca. 7–9 Minuten sprudelnd kochen lassen, dann eine Gelierprobe machen. Sollte die Probe nicht fest werden, die Marmelade nochmals unter Rühren kurz kochen und die Gelierprobe wiederholen. Kochend heißes Gelee in Gläser füllen, die Gläser verschließen. Preiselbeer-Muttersaft gibt es in Drogeriemärkten, Reformhäusern, Bioläden und in größeren Supermärkten. Das Gelee passt zu Fleisch/Wild, Käse und aufs Butterbrot.Was Beeren so gesund und empfehlenswert macht? Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, die einen positiven Einfluss auf verschiedene Stoffwechselprozesse haben. So wird nicht nur das Immunsystem gestärkt, sondern auch freie Radikale werden gehemmt. Beeren wirken demnach zudem entzündungshemmend und cancerogen – also krebshemmend. Auch als Vitaminlieferantin eignet sich die Beere bestens: So sind etwa die Vitamine C und A, Eisen und Zink enthalten. Die Kohlehydratquellen in Beeren sind hauptsächlich Fructose und Ballaststoffe. Letztere sind wichtig für die Darmgesundheit, weil sie die „positiven“ Darmbakterien nähren. Wie nebenbei wird darüberhinaus der Fettstoffwechsel reguliert, weil sie auch das Cholesterin senken können.

Buchtipp
Lest mehr Gemüse! Das muss man sich dank „Der Gemüsegarten“, frisch erschienen im Taschen-Verlag, nicht zweimal sagen lassen. Das Buch ist nämlich – nicht nur aufgrund seines Formats von 27 mal 38 cm – wahrlich außergewöhnlich. Aber von vorne: Das schönste Obst und Gemüse findet sich stets in den Katalogen der Großgärtnereien und Saatgutunternehmen. Das war im 19. Jahrhundert nicht anders, jedoch waren damals echte Künstler am Werk, keine Bildbearbeitungsprogramme. So auch für das Album „Les Plantes potagères“, das zwischen1850 und 1895 erschien. Mit 46 prachtvollen Farbtafeln war das Buch ein Wunderwerk der agrobotanischen Ikonografie und ein Triumph für seine Herausgeber, das angesehene und seinerzeit wichtigste Saatgutunternehmen Vilmorin-Andrieux & Cie., das sich für seine Werbemaßnahmen bestens ausgebildete Illustratoren und Pflanzenkundler leistete.
Das Ergebnis kann sich auch heute noch sehen lassen: Die 46 Blätter lassen Natur und Kunst auf beeindruckende Weise miteinander verschmelzen, sorgen für Lesegenuss der besonderen Art und warten darauf, neu entdeckt und bestaunt zu werden.
„Der Gemüsegarten“, Taschen-Verlag, Text von Werner Dressenhöfer, 14,99 Euro.