Der Wald als großes Klassenzimmer
Waldpädagogen zeigen Zusammenhänge in Wald und Natur. 14 Personen im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag haben eine spezielle Ausbildung dafür, eine von ihnen ist Andrea Rinnhofer.

Eine Eintrittskarte in den Wald selber suchen, das ist meist die erste Aufgabe, die Waldpädagogin Andrea Rinnhofer aus Langenwang an ihre Kindergruppen richtet. „Nehmt, was euch besonders gefällt, und sagt mir, warum ihr gerade das genommen habt“, fordert sie alle gleich einmal zum Mitmachen auf. Damit wird schon in den ersten Minuten dieser spielerischen Walderkundungen klar, worauf es in der Waldpädagogik ankommt: Auf alles zu achten und selbst aktiv werden. „Beim Suchen für diese Karte staunen viele, was es da zu sehen gibt“, erfährt die ausgebildete Biologin und Landwirtin, die seit 15 Jahren als Waldpädagogin arbeitet, immer wieder.
Spielen und sprechen
Mit Spielen – wie Tiere erraten, Spurenerkennen, Wege bauen, Kleintiere suchen und mit der Lupe beobachten – oder beim Erzählen von Geschichten werden Zusammenhänge erklärt und die Mitverantwortung im Umgang mit der Natur erläutert. Dass die meisten Kinder sich begeistern lassen und für ihr weiteres Leben etwas mitnehmen, ist für Rinnhofer immer wieder die schönste Bestätigung ihrer Arbeit. Dass es natürlich auch Kinder gibt, die mit dem Wald wenig anfangen können und sich in die Großstadt zurückwünschen, weiß sie auch. Aber gerade da meint sie: „Neues dazu lernen, sich aus der Komfortzone des immer Gleichen und Sicheren heraus begeben, das täte jeder Entwicklung gut.“
Waldpädagogik ist aber nicht nur etwas für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Da werden spezielle Themen wie etwa Kräuterführungen oder jahreszeitliche Themen angeboten, zudem wird Waldpädagogik auch als Therapie genutzt. Waldpädagogen haben meist eine Ausbildung in der Forstwirtschaft und sind Absolventen von Zusatzausbildungen, die die Forstlichen Ausbildungsstätten anbieten. Ein eigener Verein informiert über alles Wissenswerte, und zwar unter www.waldpaedagogik.at.