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Kinder pflanzen den "Baum des Jahres"

Biologieunterricht zum Anfassen: Im „Jahr der Eiche“ pflanzten Weizer Schulkinder mit dem Waldverband Eichen – und kennen nun auch den Borkenkäfer persönlich. Von Sonja Berger

Josef Krogger erklärt den Kindern, wie man aufforstet
© Sonja Berger
Josef Krogger erklärt den Kindern, wie man aufforstet

In einem Wald an der L360 nahe Weiz gibt es ein Fleckchen, das war ein echter Geheimtipp – für Borkenkäfer. An den Fichten dort fraßen sie sich die Bäuche voll und pflanzten sich munter fort. Aber die Käfer wurden entdeckt: Die befallenen Fichten werden gerade geschlägert und neue, andere Bäume gepflanzt.

Das Fleckchen im Wald an der L360 nahe Weiz ist trotzdem immer noch ein Geheimtipp: nun für die Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse der Neuen Mittelschule Weiz III. Mit Josef Krogger, Geschäftsführer des Waldverbandes Weiz, durften sie am Freitag den Borkenkäfer und die Schäden, die er anrichtet, in Augenschein nehmen. Und sie durften selbst Bäumchen setzen – Eichen, die „Bäume des Jahres 2016“, und Ahornbäume.

Brennnesseln weg!

„Warum setzen wir nicht wieder Fichten hin?“, fragt Krogger die Kinder mitten auf dem Waldfleckchen. „Weil der Borkenkäfer dann gleich wieder da ist!“, antwortet einer der Burschen sofort. So ist es! Also setzen sie zuerst einmal die Eichen. Als Erstes befreien die Kinder drei kleinere Plätze von Brennnesseln und Gestrüpp. Das ist schnell erledigt.

Auch das Setzen der kleinen Bäumchen ist gar nicht so schwer, wie die Kinder erkennen. Sie stecken das Setzeisen in die Erde, drehen es einmal im Kreis, ziehen es wieder heraus und schon ist ein genau passendes Pflanzloch ausgestochen. Darin findet das Eichenbäumchen seinen neuen Platz. Noch ist es so zart, dass man es im Wald kaum erkennen kann. Zum Schutz kommt ein deutlich dickerer Stecken daneben in die Erde und ein Baumschutzgitter über Bäumchen und Stecken.

Hochmotiviert

„Wir setzen immer fünf, sechs junge Eichen in einem Nest nebeneinander, wie gute Freunde – damit eine von ihnen sicher wächst“, erklärt Krogger. „Gehen wir jetzt Bäume fällen?“, zeigt sich einer der Burschen hochmotiviert – übermotiviert. Nein, umgeschnitten wird nichts. Aber weiter gesetzt, die Ahornbäume fehlen ja noch. Für die muss schon ein größeres Loch gegraben werden. Als die Kinder mit der Arbeit fertig sind, ist klar: Das Fleckchen im Wald an der L360 nahe Weiz ist immer noch ein Geheimtipp – nun für junge Bäumchen.

© Beboy - Fotolia

Die Eiche - Baum des Jahres 2016

Die Eiche zählt zu den wichtigsten Laubbaumgattungen der Nordhalbkugel.

500 bis 600Arten von Eichen kommen in Europa, Süd-, Südost- und Vorderasien, Nord- und Mittelamerika vor.

35 bis 40 Meter hoch werden Eichen für gewöhnlich – teils mit imposanten Kronen und
dicken Stämmen.

800 Jahre alt kann eine Eiche je nach Art und Standort werden. In Einzelfällen können es
sogar mehr als 1000 Jahre sein. Die „1000-jährige Eiche“ in Bad Blumau etwa gilt als die älteste Europas.

Die Früchte des Baumes, die Eicheln, waren früher vor allem in der Schweinemast ein wichtiges Viehfutter.

Der Baum kann flexibel auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren und aufgrund seiner tiefen Wurzeln auch Trockenperioden gut überstehen.

Eichenholz ist besonders fest und langlebig und gilt als äußerst witterungsbeständig (Verwendung für Möbel, Fässer, Fußböden,...).

Verehrt wurden Eichen bei Völkern wie den Griechen, Germanen, Slawen oder Kelten. Auch im Christentum galten sie lange als Symbol für das ewige Leben.

Wer am 21. März Geburtstag hat, ist laut Lebensbaumkreis im Zeichen der Eiche geboren und gilt als tapfer und stark.