Klimawandel verändert unseren Wald
Die Sektion Mur- Mürztal des Waldverbandes lud kürzlich zur 16. Jahreshauptversammlung. Dabei wurde auch die Frage diskutiert, wie sich der Klimawandel auf den Wald auswirkt. Von Marco Mitterböck

Erst am Mittwoch nahm die Kleine Zeitung den Konflikt zwischen Mountainbikern und Wald-Eigentümern genau unter die Lupe, nun war diese Streitfrage auch bei der 16. Jahreshauptversammlung der Sektion Mur-Mürztal des Waldverbands Steiermark in der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Hafendorf ein Thema. Regionalobmann Hannes Pirstinger sagte deutlich: „Die Mountainbiker vergessen, dass das unser Arbeitsplatz ist.“ Schließlich habe der Wald viele Funktionen – und eine davon sei eben die Funktion als Wirtschaftsfaktor.
Wie eng Wald und Wirtschaft zusammenhängen, haben Thomas Lanzer-Breitfuß und Barbara Lanzer aus Oberaich schon vor einiger Zeit erkannt. Sie zeichnen die Kennzahlen ihrer 256 Hektar Fläche, davon 203 Hektar Wald, genau auf, um bei der Holzernte Aufwand, Ertrag und Ökologie zu optimieren. Für dieses Engagement bekam das Ehepaar Lanzer-Breitfuß im vergangenen Herbst den Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft.
Im Zuge der Jahreshauptversammlung folgte seitens des Waldverbands nun eine weitere Auszeichnung als regionaler Leitbetrieb. „Forstwirtschaft passiert über Generationen, unsere Vorfahren sind schon sehr gut mit dem Wald umgegangen“, sagte Thomas Lanzer-Breitfuß. Es gab Applaus vom zahlreich erschienenen Publikum, war doch der Speisesaal in der Fachschule fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Waldverband Mur-Mürztal kann sich über eine große Anzahl an Mitgliedern freuen, 784 sind es an der Zahl. Gemeinsam besitzen sie 24.870 Hektar Wald und sind verantwortlich für die vermarktete Menge von 132.877 Festmetern pro Jahr.
„Hauptabnehmer ist und bleibt Mayr-Melnhof, unser Brotbaum ist die Fichte“, sagte Regionalgeschäftsführer Franz Weidner in seiner Ansprache. Er forderte die Mitglieder des Waldverbands zugleich auf, für eine kontinuierliche Lieferung zu sorgen, um keine Engpässe oder Überangebote zu erzeugen. Verglichen mit anderen Bereichen aus der Landwirtschaft, wie etwa den niedrigen Preisen für Milchprodukte, könne man sich, so Pirstinger, beim Waldverband allerdings nicht beschweren.
Eine Gefahr stellt jedoch der Klimawandel dar, weil dieser die Gegebenheiten in den kommenden Jahrzehnten massiv beeinträchtigen wird. Aus diesem Grund referierte Hannes Schwaiger von Joanneum Research über dieses heiße Thema.
Verschiebung nach oben
„Der Wald ist nicht nur ein Verlierer des Klimawandels“, sagte Schwaiger. Weil die Treibhauskonzentration zunimmt und der Niederschlag im Sommer bis 2100 um 20 Prozent zurückgehen wird, dürfte sich auch der Wald verändern. „Natürliche Waldgesellschaften verschieben sich nach oben“, erklärte Schwaiger.
Zunehmen werden aber die Schäden durch Hagel und Borkenkäfer. Bis es soweit ist, wird allerdings noch die eine oder andere Jahreshauptversammlung über die Bühne gehen.