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Mobilität

75 Jahre Vespa

Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise durch 75 Jahre Vespa.

vor 11 Jahren15. Februar 2016 um 17:18
Mobilität
Die Firma Piaggio wurde 1884 in Genua gegründet. Anfangs stattete Rinaldo Piaggios Unternehmen Luxusschiffe aus und ging später zur Herstellung von Eisenbahnwaggons, Lieferwagen, Luxusbussen, Motoren, Straßenbahnen und speziellen Lastwagenkarosserien über. Im Ersten Weltkrieg begann Piaggio mit dem Bau von Flugzeugen und wurde einer der führenden Hersteller Italiens, weshalb die Anlagen der Firma während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurden.
Die Söhne des Firmengründers, Enrico und Armando, begannen nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau. Enrico entschied sich für eine Umstellung der industriellen Fertigung und konzentrierte sich nunmehr auf die individuelle Mobilität der Nachkriegsitaliener: Ein billiges Produkt für die breite Masse musste her. Und damit beauftragte er den Luftfahrtingenieur Corradino D’Ascanio. Der als MP5 bekannte erste Prototyp erhielt aufgrund seiner gewöhnungsbedürftigen Form den Spitznamen „Paperino“ (der italienische Name für Donald Duck). Enrico Piaggio ersuchte Corradino D’Ascanio jedoch um eine Neukonstruktion, da er das Gefährt nicht mochte.
Der Flugzeugkonstrukteur hingegen mochte keine Motorräder. Er fand sie unbequem und schwerfällig, außerdem gestaltete sich der Reifenwechsel nach einer Panne mühsam. Noch schlimmer war, dass man sich an der Antriebskette schmutzig machte. Aber D’Ascanio fand eine Lösung: Um eine Kraftübertragung mit Kette zu umgehen, ersann er ein Fahrzeug mit strapazierbarer Karosserie, die ölige Teile verdeckte, und Direktantrieb. Er platzierte den Ganghebel auf den Lenker, um so die Bedienungsfreundlichkeit zu vergrößern. Zur Vereinfachung des Reifenwechselns entwarf er statt einer Gabel einen Tragarm wie bei einem Flugzeugfahrwerk.
Unterstützt von seinem Lieblingsdesigner Mario D’Este benötigte D’Ascanio für die ersten Skizzen der Vespa, die im April 1946 in Pontedera erstmals vom Band rollte, lediglich ein paar Tage. Getauft wurde es von Enrico Piaggio selbst, der beim Anblick des Prototyps M6 mit seinem breiten Mittelteil, auf welchem der Fahrer saß, und seiner schmalen Taille ausrief: "Es sieht wie eine Wespe aus!" Damit hatte das Kind auch einen Namen: Vespa.
Am 23. April 1946 meldete Piaggio ein "Motorrad mit einem rationalen Komplex aus Funktionseinheiten und Elementen sowie einer Karosserie mit verbundenen Kotblechen und einer Abdeckung sämtlicher mechanischer Teile" zum Patent an. Kurz darauf wurde die Vespa der Öffentlichkeit vorgestellt und rief stark gemischte Reaktionen hervor. Enrico Piaggio besaß jedoch genug Mut, um eine Massenfabrikation der ersten Vespa mit 98cm³ zu starten. Sie erreichte mit nur 3,2 PS eine Geschwindigkeit von 60 km/h. 1947 schaffte der Roller stückzahlenmäßig den Durchbruch.
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