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Rund 1000 werden die Nacht in Salzburg verbringen

Der Salzburger Hauptbahnhof ist am Sonntagabend Endstation für Hunderte Flüchtlinge gewesen, die weiter nach Deutschland reisen wollten. Die Behörden rechnen mit rund 1.000 Menschen in den Notunterkünften.

© (c) APA/EPA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

"Auf Anweisung der deutschen Behörden verkehren keine Züge von und nach Deutschland", hallte es durch die Lautsprecher. Die Behörden in Salzburg rechneten mit rund 1.000 Menschen, die in Salzburg übernachten.

Gegen 19.00 Uhr traf ein Sonderzug aus Wien mit rund 500 Flüchtlingen ein. Viele Männer, aber auch Frauen und Kinder stiegen aus, sie wirkten müde. Dolmetscher informierten sie über die aktuelle Situation. Polizisten führten die Menschenmenge in die Bahnhofstiefgarage, wo vorerst ein Notquartier mit rund 550 Betten eingerichtet wurde. Alles verlief ruhig, es gab keine Panik. Im Laufe des Abends wurden noch zwei bis drei reguläre Züge mit Flüchtlingen erwartet.

Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) und Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) waren zum Bahnhof geeilt, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. Auch Ex-Landesrätin Doraja Eberle war wieder am Bahnhof, um zu helfen. "Viele wissen gar nicht, dass sie nicht in Deutschland sind", sagte Eberle im APA-Gespräch. "Sie wollen sich ausruhen. Ich versuche, hier ein Bett für die Mütter und Kinder zu finden. Sie sollen sich geborgen und willkommen fühlen." Einige Flüchtlinge wurden im Sanitätszelt des Roten Kreuzes versorgt. Drei junge Männer aus Syrien, die Englisch sprachen, schildeten der APA, dass sie mittlerweile wüssten, wo sie sich befinden. "Wir bleiben auch gerne in Österreich, wir sind froh dass wir hier sind", sagten sie zur APA.

Zuversicht

Eberle zeigte sich zuversichtlich, dass man auch 1.000 Flüchtlinge am Bahnhofsgelände unterbringen kann. Es müssten noch weitere Feldbetten aufgestellt werden, meinte sie. "Alles geht one by one, das hat Mutter Teresa schon gesagt." An die Flüchtlinge wurden wieder Essen und Getränke verteilt, viele belegten bald nach der Ankunft die Feldbetten, um sich auszuruhen. Die Berufsfeuerwehr installierte eine Frischluftkanone und stellte auch eine Brandwache auf.

Ein in Salzburg-Kasern eingerichtetes, temporäres Flüchtlingsquartier mit 400 Betten könne wegen der nötigen Vorlaufzeit erst ab morgen, Montag, geöffnet werden, sagte Landesrat Schwaiger zur APA. Die Obergrenze am Bahnhof sei mit 800 Flüchtlingen erreicht, erklärte Einsatzleiter Martin Huber vom Roten Kreuz.

Um 20.30 Uhr waren bereits rund 800 Flüchtlinge in der Bahnhofsgarage untergebracht. Gegen 21.00 Uhr wurden laut ÖBB noch 100 Flüchtlinge erwartet. Die Kapazitäten in Linz und Wels seien ausgeschöpft, hieß es. Daher würden weitere Züge in Salzburg landen. Es gebe derzeit auch keine Schätzungen, wie viele Flüchtlinge unterwegs seien, informierte das Informationszentrum der Stadt Salzburg. Die Bahnhofsgarage sei allerdings keine Dauerlösung.

In der Tiefgarage

Rund 100 Flüchtlinge sollen in der Islamischen Föderation in der Gnigler Straße ein Bett finden. Alle anderen würden unmittelbar am Bahnhof untergebracht - in der Tiefgarage und allfällig im Durchgangsbereich, sagte Landesrat Schwaiger. "Es handelt sich um eine Ausnahmesituation. Es läuft derzeit alles ruhig und geordnet ab." Die Einsatzorganisationen hätten in kurzer Zeit die Maßnahmen abgestimmt, die Kooperation habe bisher reibungslos funktioniert. Wie es morgen weitergehe, wisse man noch nicht. "Wir müssen jetzt ein Mal die Nacht meistern", betonte Schwaiger. Am Montag könne gegebenenfalls das Quartier in Kasern aktiviert werden.

Auch an der Grenze nach Deutschland, am Walserberg und bei Freilassing, dürfte die Situation am Sonntagabend noch ruhig gewesen sein - abgesehen vom starken Reiseverkehr. Laut Polizei-Sprecher Michael Rausch lagen noch keine Informationen darüber vor, dass sich Flüchtlinge an der Grenze aufhalten würden. Ein Reisender berichtete der APA, dass an der Grenze am Walserberg am Abend nicht kontrolliert wurde. Am Salzburger Bahnhof versuchten einige Flüchtlinge, ein Taxi zu bekommen.