Iran und Großbritannien offenbar vor Wiedereröffnung von Botschaften
Vor vier Jahren wurde die britische Botschaft im Iran geschlossen. Islamistische Demonstranten hatten sie damals gestürmt. Am Sonntag sollen beide Botschaften nun wieder geöffnet werden.

Knapp vier Jahre nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran wollen der Iran und Großbritannien offenbar ihre diplomatischen Vertretungen wieder öffnen. Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums sagte am Donnerstag, am Sonntag werde der britische Außenminister Philip Hammond in den Iran reisen, "um dort die britische Botschaft wieder zu eröffnen". Im Gegenzug werde Teheran seine Botschaft in London wieder aufmachen.
Britische Zurückhaltung
Das britische Außenministerium äußerte sich zurückhaltender. Das Außenamt in London bestätigte zwar, dass Hammond in den kommenden Tagen den Iran besuchen werde. Zu Details der Reise und auch zu der möglichen Wiedereröffnung der Botschaft äußerte sich das Ministerium aber nicht. Es wäre das erste Mal seit mehr als zehn Jahren, dass ein britischer Außenminister den Iran besucht.
Die britische Botschaft in Teheran war im November 2011 geschlossen worden, nachdem sie von islamistischen Demonstranten aus Wut über die Sanktionen gegen den Iran gestürmt worden war. Die Protestierenden rissen die britische Flagge herunter, zerstörten Bilder von Queen Elizabeth II., beschädigten Inventar und steckten Dokumente in Brand. Der Angriff wurde damals international scharf verurteilt.
Geplant für Sonntag
Iranischen Medien zufolge ist die Wiedereröffnung der diplomatischen Vertretung nun direkt für Sonntag geplant, auch der britische "Guardian" nannte dieses Datum. Der Vertreter im iranischen Außenministerium nannte aber keinen genauen Termin dafür. Er sagte aber, die iranische Botschaft in London werde "zur selben Zeit" auch wieder eröffnet. Auch sie war damals wegen des Vorfalls und der damit verbundenen Verstimmungen zugemacht worden.
Stimmung nach Wahl 2013 gebessert
Die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran hatten sich mit der Wahl des als gemäßigt geltenden Präsidenten Hassan Rohani im Juni 2013 und der Wiederaufnahme der Verhandlungen im Atomstreit mit Teheran im selben Jahr allmählich gebessert. Die erneute diplomatische Entspannung zeichnet sich nun vor allem wegen des finalen Atomabkommens ab, das Mitte Juli getroffen worden war.
Mit Abschluss des Atom-Deals zwischen den Vetomächten im UNO-Sicherheitsrat und dem Iran sind die Beziehungen zwischen der Regierung in Teheran und anderen europäischen Staaten sowie den USA merklich aufgetaut. Seit der Einigung sind bereits einige ranghohe westliche Politiker in den Iran gereist, unter ihnen Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. Auch Bundespräsident Heinz Fischer soll noch heuer nach Teheran reisen.