06:00„Ihr findet ganz leicht her. Wenn ihr von der Autobahn aus Graz kommt, einfach die Abfahrt Wildon nehmen. Dann seht ihr es gleich auf der linken Seite“, erklärt mir Johannes Hoier, Inhaber von Paintballaction.at, am Telefon. Das Navi sollen wir nicht verwenden – das würde uns nur in die Irre führen. Ein bisschen aus Bequemlichkeit, ein bisschen zur Absicherung kommt das Navi doch zum Einsatz – und leitet uns (den Fotografen und die Autorin) zwar zum Ziel, allerdings geht es dabei einmal quer durchs Hinterland. In Sichtweite vom Spielfeld die Autobahn und die besagte Abfahrt – ja, einfach der Wegbeschreibung zu folgen wäre definitiv sinnvoller gewesen. Vor Ort erwartet uns schon die Gruppe, bei der wir uns einbauen dürfen: Das Team von Blue Tomato hat sich für seinen Arbeitsausflug für Paintballaction.at  entschieden.

Wohin beim Firmenausflug? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Blue Tomato haben sich für ein Ausflugsziel mit Adrenalinkick-Garantie entschieden
© Richard Großschädl

Gemeinsam zum Sieg

Das Prinzip von Paintball ist einfach – triff die Gegner und verhilf deinem Team zum Sieg. Die Spielvarianten sind dabei so bunt wie die Paintballs selbst. Zwei Beispiele: Capture the Flag – hier muss die gegnerische Flagge erbeutet und die eigene beschützt werden – und Zombie. In diesem Spiel „stecken“ die Zombies die restlichen Spieler an, die durch einen Treffer selbst zu Zombies werden. Ausgeschaltet werden kann ein solcher nur durch eine gezielte Markierung. Wer beim Paintball blind drauflos feuert, wird nicht mit dem Sieg belohnt werden. Gerade bei komplizierteren Spielen sind Taktik und Teamwork gefragt!

Bevor es ans Eingemachte geht, werden die Gruppen per Zufallsprinzip eingeteilt. Anschließend bekommt jeder von uns ein Shirt, passend zur jeweiligen Gruppe, einen Gesichtsschutz und natürlich den Markierer (so nennt man die Geräte, durch welche die Paintballs abgefeuert werden). Danach gibt es von Regina, unsere Spielleiterin, noch eine kurze Einführung und schon geht’s in Richtung Spielfeld. Das erste Spiel: Elimination – die Gruppe, aus der ein Spieler als letztes übrig ist, hat gewonnen. Eine Spielvariante, die sich gerade für den Start besonders gut anbietet, um mit Paintball vertraut zu werden.

Die Gruppen werden durch französische Spielkarten eingeteilt. Rot und Schwarz bildet jeweils ein Team
© Richard Großschädl

Hallo Adrenalin

Sobald wir die Markierer befüllt haben, startet auch schon die erste Runde. Auf dem Feld hat jedes der Teams seine Homebase. Sobald alle Mitglieder bereit sind, gibt Regina das Startzeichen und Rennen ist angesagt. Einmal quer durchs ganze Spielfeld getroffen zu werden ist zwar sehr unwahrscheinlich – aber es auszuprobieren tut auch nicht Not. Kaum hab ich die erste Betonmauer erreicht, surren auch schon munter Bälle durch die Luft. Da wird natürlich dagegengehalten. Ein Gefühl für den Markierer zu bekommen ist zunächst gar nicht mal so leicht. Tipp: Auf Schulterhöhe halten, dann gelingt das Zielen gut. Prinzipiell geht’s beim Paintball aber nicht um Präzessionsarbeit, sondern um den Spaß an der Sache. Das versprochene Adrenalin schießt auch wirklich schnell ein, während man sich von Deckung zu Deckung hangelt. Einmal kurz hinter der Mauer hervorschauen, um die Lage zu sondieren – und zack, getroffen! Gerade am Anfang geht es im Paintballhagel recht schnell, dass einzelne Spielerinnen und Spieler ausscheiden. Dafür ist das Finale umso spannender. Am Rand des Feldes feuern die beiden Gruppen lauthals ihre jeweils verbleibenden letzten Spieler an. Der Blue Tomato-Firmenausflug ist sichtlich gelungen. Auch die ersten Hemmungen am Spielfeld fallen schnell – mit schüchtern ist da nix.

Tuts weh?

Falls Sie sich fragen, wie es sich anfühlt, von einem Paintball getroffen zu werden: Am besten ist das Gefühl vergleichbar mit dem, von einem U-Hakerl angeschossen zu werden. Das kennen Sie sicherlich noch aus Ihrer Schulzeit beziehungsweise Kindheit – die aus Papier gefalteten U-förmigen Geschosse, mit denen sich Kinder gegenseitig durch die Zuhilfenahme von Gummiringerln befeuern. Schmerzhaft ist es also nicht – sofern der Schuss nicht aus nächster Nähe abgegeben wird. Darauf macht uns Regina gleich zu Beginn aufmerksam. Im Eifer des Gefechts kann es schon mal passieren, dass der eine oder andere sich nicht so genau an die Faustregel „Schießen nur mit genügend Abstand“ hält. So wie zum Beispiel die beiden auf dem folgenden Bild – das gibt dann am nächsten Tag blaue Flecken.

Ja, aus dieser Entfernung spürt mans dann doch deutlich. Aufgeben? Keine Chance!
© Richard Großschädl

Das Fazit

Laufen, verstecken, sich anschleichen, ins Visier nehmen und – Feuer! Beim Paintball wird der Spieltrieb geweckt und ja, es macht eine Menge Spaß. Vor allem in der Gruppe mit Freunden oder Kollegen entsteht schnell eine eigene Dynamik und der Ehrgeiz ist geweckt.

An extrem heißen Tagen des Jahres, an denen man selbst mit sehr spärlicher Kleidung im Schatten das Gefühl hat zu zerrinnen, ist eine saftige Runde Paintball vermutlich eine weniger gute Idee. Immerhin ist das Tragen einer langen Jeans sehr empfehlenswert und auch unter dem Gesichtsschutz schwitzt man ganz schön. Aber ansonsten – ran an die Markierer!

Entstanden in Kooperation mit Paintballaction.at.