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OkonomiyakiDer japanische Pfannkuchen des Himmels

Oh, Okonomiyaki! Du teuflisch gutes Ding. Wenn man Glückseligkeit essen könnte, dann würde diese sicherlich schmecken wie der beliebte japanische Pfannkuchen.

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Mhmm - einfach umami! © KK
 

Beziehungsweise wie die japanische Pizza – der Vergleich hängt ganz davon ab, wen man fragt. Wobei das Okonomiyaki mit Pizza nur die Vielfältigkeit des Belags verbindet. Nicht umsonst bedeutet der Name dieses kreisrunden Verführers grob übersetzt „Was du willst“. Mit Pfannkuchen teilen Okonomiyakis die Zubereitung – bei beiden wird dünnflüssiger Teig in kreisrunder Form gebraten.

Seit Jahren verbindet mich eine Art Besessenheit mit diesem Gericht. So bringe ich es unweigerlich mit einem Abend in einer Izakaya – einer typischen japanischen Kneipe – in Hiroshima in Verbindung. Mit glücklichen Menschen, die gemeinsam auf dem Boden um einen Tisch sitzen, in dessen Mitte eine heiße Eisenplatte eingelassen ist. Darauf – drei verschiedene, heiß brutzelnde Okonomiyakis, deren Geruch den ganzen, schummrig beleuchteten Raum erfüllt und einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Ein wunderschöner Abend, zwei vollkommene Wochen in Japan, für immer perfekt konserviert in diesem unvergleichlichen Geschmack.

Okonomi-was?

Okonomiyaki nach Kansai-Art: Bei dieser Variante werden die Zutaten, wie Kohl und diverse Gemüsesorten direkt in den Teig gemischt. Dieser kommt in einem Schritt auf den Grill und wird von beiden Seiten gebraten.

Okonomiyaki nach Hiroshima-Art: Hier wird in Schichten gearbeitet! Der Teig wird separat gebraten. Danach werden Kohl, Fleisch, Meeresfrüchte und Co auf dem Teig platziert und gemeinsam gegart. Auch das Ei-Omlett und die Sobanudeln dürfen als einzelne Schichten nicht fehlen. Als Faustregel gilt: Ist es so hoch wie ein Wolkenkratzer, der nur darauf wartet von Godzilla (Gojira) umgetrampelt zu werden, hast du ein Okonomiyaki nach Hiroshima-Art vor dir!

Zurück in Österreich begann die Jagd – die Suche nach einem Okonomiyaki, das dem in Japan Verzehrten auch nur nahe käme. Die bittere Erkenntnis stellte sich recht schnell ein: Okonomiyaki in österreichischen Restaurants? Gibt es nicht! In der Zwischenzeit, über zehn Jahre später, findet man in Wien das eine oder andere japanische Lokal, das Okonomiyakis nach Kansai-Art anbietet. Einzig: Der Pfannkuchen in der Izakaya von damals wurde natürlich auf Hiroshima-Art zubereitet. Und die beiden lassen sich – gerade, wenn man sich auf ein bestimmtes Esserlebnis eingefahren hat – kaum miteinander vergleichen. Da hilft nur eines – selbst machen!

Instant-Trostpflaster gegen Fernweh: Authentische Gerichte, wie du sie auch in einer Izakaya genießen könntest Foto © Sean K - stock.adobe.com

Die erste und einzige Hürde stellen dabei die Zutaten dar. Für ein echtes Hiroshima-Okonomiyaki braucht man neben Dashi-Brühe und Bonito-Flocken, welche man schon in jedem gut sortierten Asia-Laden finden sollte, auch die originale Okonomiyaki Sauce und Yakisoba-Nudeln. Bei den Nudeln hat man beim lokalen Japan-Shop seines Vertrauens vielleicht noch Glück – die Sauce wird man mit großer Wahrscheinlichkeit über das Internet ordern müssen. Und ohne die Sauce geht gar nichts!

Die Zubereitung des Okonomiyakis nach Hiroshima-Art selbst ist um einiges leichter, als es sich beim ersten Mal Durchlesen vielleicht anhören mag. Dieses Rezept von Ryukoch können wir nur wärmstens empfehlen.

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