Nicht dabei und dennoch mitten drinnen in der Weltmeisterschaft. Martin Zwischenberger macht seit dem Beginn des Championats Spätschichten in Österreich. Nacht für Nacht ereilen den gebürtigen Irdninger Anrufe aus Brasilien. "Seine Moderatoren" melden sich nämlich nach jedem Spiel mit Analysen ihrer Arbeit.

"Seine Moderatoren"? Zwischenberger flog vor WM-Beginn einige Male nach Brasilien, schulte dort wochenlang 16 Radio-Reporter. Sie übertragen nun jedes einzelne Spiel für Sehbehinderte und Blinde. Die Menschen mit besonderen Bedürfnissen können somit die Begegnungen in den Stadien und rund um die Stadien miterleben. "Meine Kollegen zaubern Bilder in den Kopf", sagt Zwischenberger und freut sich, dass die bisherigen Übertragungen "bestens gelaufen sind und großen Anklang fanden". Zudem ist der ehemalige Antenne-Moderator von der Herzlichkeit und Dankbarkeit seiner brasilianischen Kollegen und Freunde angetan. "Sie freuen sich nach jedem Spiel und bedanken sich heute noch für die Schulungen."

Was in Österreich in Bezug auf "Blinden-Übertragungen" beim SK Sturm als Projekt begonnen hat, dann von der österreichischen Bundesliga übernommen wurde, bei den Europameisterschaften 2008 in Österreich und 2012 in Ukraine/Polen zum Standard wurde, ist nun auch bei der FIFA und der WM 2014 in Brasilien angekommen. "Es ist doch schön, wenn auch Sehbehinderte sich für Fußball begeistern, sofern es möglich ist", sagt Zwischenberger.