Geheimdienstexperte Beer über BVT "Zuviel an Polizeiarbeit macht Dauerstress"

Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorabwehr: Österreich habe kein Sicherheitsproblem, sagt der steirische Geheimdienstexperte Siegfried Beer im Interview mit Ö1.

Steirer des Tages Ao.Univ.-Prof. Dr. Siegfried Beer
Steirischer Geheimdienst-Experte Siegfried Beer © 
 

Was ist da los im BVT? Machtkampf oder Eigenleben? "Von allem etwas", sagt der Leiter des Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies an der Karl-Franzens-Universität in Graz, Siegfried Beer. Das BVT habe am Limit, aber nicht schlecht gearbeitet. Von einer Zusammenlegung der drei österreichischen Nachrichtendienste hält Beer wenig. Auch habe Österreich kein Sicherheitsproblem.

Geheimdienstexperte

Im Ö1-Morgenjournal erklärt der steirische Geheimdienstexperte Siegfried Beer: "Es ist noch immer so, dass wir viele Details nicht kennen. Fakt ist, dass dieses Amt sehr diffizile Aufgaben hat, die nicht immer leicht machbar sind, sodass hier eine Art Dauerstress der Fall ist."

 

Was wird vom Amt übrigbleiben?

"Das löst sich ja nicht auf. Das BVT wurde 2002 als Reform der Staatspolizei geschaffen. Es ist eine moderne Form. Ich würde nicht sagen, dass die schlecht gearbeitet haben."

Waren die Aufgaben des Verfassungsschutzes zu weit gesteckt? Nachrichtendienst und Polizei in einem?

"Man braucht eine Organisation, die stärker nachrichtendienstlich arbeitet als polizeilich", sagt Beer.

Braucht Österreich drei Nachrichtendienste?

"In der Schweiz hat man die Nachrichtendienste zusammengelegt. In Österreich ist die Situation so, dass man durch eine Zusammenlegung nicht so viel gewinnen kann, höchstens im militärischen Bereich. Ich glaube, man kann die Struktur lassen, wie sie ist", erklärt der Geheimdienst-Experte. 

Vertraut man Österreichs Geheimdiensten im Ausland?

"Das ist in letzter Zeit ein bisschen ins Wanken gekommen", erklärt Beer. Er fügt hinzu: "Wir haben ein Problem, und damit die Chance über Strukturreformen nachzudenken, über das BVT hinaus."

 

 

 

Kommentare (5)

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penunce
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Was ich mir wünsche:

Es wäre gut für alle zu wissen wohin die N-Koreanischen Pässe hingewandert sind...

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UHBP
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"Zuviel an Polizeiarbeit macht Dauerstress"

Diese Aussage könnte man doch glatt verallgemeinern, oder?
"Zuviel an Arbeit macht Dauerstress"

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hespie
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Im Grunde braucht man nur

die Poster hier befragen. Die wussten alles schon von vornherein. Da hätte man sich auch die bekritelte Menge an Beamten sparen können wie auch die StA. Dabei haben die ihr Wissen ja auch nur aus der Presse.

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sg70
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Keiner wusste was im Vorhinein,

was aber jeder mit einem IQ, der auch nur leicht über der eigenen Körpertemperatur liegt, sehen kann, ist, dass kein Tag vergeht, an dem in dieser Schmierenkomödie nicht jemand sich selbst oder anderen Beteiligten widerspricht, an dem nicht revidiert, relativiert oder von irgendwem kalmiert wird. Und wenn man auch noch weiß, dass dieser Chaotentruppe, die angeblich wegen ein paar nicht gelöschter Daten mE. völlig überzogen eine Großrazzia veranstaltet hat, überwacht von Kickls Straßenmusikanten, dass also dieser Truppe in Zukunft ein umfassendes Überwachungspaket samt Bundestrojaner zur Verfügung steht, dann hab zumindest ich kein gutes Gefühl dabei und alle anderen sollten es auch nicht haben.

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Church-Hill
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Welche Poster?

Hier gibt es außer Ihnen nur noch einen - bis jetzt... und beide wußten nix im voraus... ;)

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