Die Bundesregierung beschließt am Mittwoch im Ministerrat neue Hürden an Universitäten. Nach Informationen der Kleinen Zeitung sollen die bereits für rund zehn Fächer geltenden Zugangsregelungen auch auf Jus, Sprachwissenschaften und Erziehungswissenschaften ausgedehnt werden. Außerdem soll die Uni-Finanzierung auf neue Beine gestellt werden. Das Uni-Budget soll für einen dreijährigen Zeitraum ab 2019 um 1,35 Milliarden Euro aufgestockt werden, damit wäre der Uni-Haushalt innerhalb einer dreijährigen Finanzierungsperiode erstmals zweistellig  (derzeit 9,7 Milliarden). Mit diesen Mittel könnten bis zu 500 zusätzliche Professoren oder Assistenten eingestellt werden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann übermittelten am Montag Abend bei einem Treffen im Bundeskanzleramt den österreichischen Rektoren den Vorschlag. Nach eigenen Bekunden sieht sich die Regierung durch den fortlaufenden Andrang an den Universitäten zu dem Schritt veranlasst, der zu einem teilweise katastrophalen Betreuungschlüssel führt. Bei den Erziehungswissenschaft kümmert sich ein Betreuer um 137 Studenten, bei Fremdsprachen betreut ein Lehrender 73 Studenten, bei Jus liegt der Schlüssel bei 1 zu 70.

Das Gesetz sieht sowohl bundesweite als auch unibezogene Aufnahmebeschränkungen vor. Wie diese im Detail aussehen, ist noch offen. Im Gespräch sind etwa das Abfassen eines Motivationsschreibens und die Absolvierung eines Online-Assessments. Beides soll bewirken, dass angehende Studenten bereits vor dem Start mit den inhaltlichen und organisatorischen Feinheiten  des Studiums vertraut gemacht werden. Davon erhofft man sich eine Verringerung der teils exorbitant hohen Zahl an Studienabbrechern, bei Jus und Sprachen liegen diese bei 70 Prozent. In einem zweiten Schritt sind Tests wie beim Medizinstudium möglich.

An heimischen Unis existieren heute bereits Zugangsregeln bei Fächern wie  Human- oder Veterinärmedizin, Publizistik, Psychologie, Pharmazie, Biologie, Architektur, Informations- sowie  Wirtschaftswissenschaften. Die Wiener Uni kennt auch Beschränkungen bei den Ernähungswissenschaften, beim Sport oder beim Lehramt (Eignungsprüfung).