Kärntner des Tages

Film ab für "Lange Nacht"

Klaus Pertl, Gründer und Leiter des Klagenfurter Kinomuseums, ist in der Langen Nacht der Museen am 4. Oktober gleich doppelt vertreten.

© KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Ein richtig eingesetzter Mikrogestus - zum Beispiel ein Augenzwinkern - kann mehr Emotionen auslösen als 7000 Explosionen." Klaus Pertl (59) weiß, mit welchen kleinen Hilfsmitteln großes Kino gemacht wird. Er ist Gründer und Leiter des Klagenfurter Kinomuseums, das er 2006 in der Wilsonstraße am Lendkanal, am Standort des Stadtverkehrsmuseums, eröffnet hat.

In der Langen Nacht der Museen lässt er nicht nur dort, sondern heuer auch in einer Ausstellung im Funkhaus Kinogeschichte lebendig werden. Angesichts alter Geräte und Kameras können Kinofreunde der Nostalgie frönen. So gibt es zum Beispiel einen funktionsfähigen 35-mm-Projektor zu bestaunen. Bild- und Textmaterial beleuchtet die Entwicklung des Kinos in Kärnten, wo es in den 1950er-Jahren 50 Kinos gegeben hat. Heute müssen wir mit einem Fünftel davon auskommen, bedauert der langjährige ORF-Bildregisseur, der heute als Gestalter von Fernsehfilmen dem Tourismus, der Eisenbahn oder der Schifffahrt in Kärnten ein Denkmal setzt. Dass Kärnten schon vor langer Zeit Drehkulisse für Weltstars wie Ingrid Bergmann oder Omar Sharif war, erfährt man im Kinomuseum ebenso wie den Hergang des ersten und ältesten Kärntner Films aus dem Jahr 1899, als Kaiser Franz Josef zu Besuch kam.

Dem "Schatz im Silbersee" haben wir es zu verdanken, dass uns diese vielen Schätze der Filmgeschichte erhalten blieben. Schon in der Kindheit mit dem Kinovirus durch die Winnetou-Trilogie infiziert, studierte Klaus Pertl neben Pädagogik auch Publizistik, um zu lernen, wie man Filme macht. "Ende der 1970er-Jahre war die erste Videoanlage, mit der man Filme schneiden konnte, eine Sensation", erinnert sich der Anhänger des deutschen Autorenkinos und der "feinen, kleinen Geschichten" des französischen Erzählkinos. "Kino ist gemeinschaftsbildend", sagt der zweifache Familienvater, der gerne im Kaffeehaus sitzt und Zeitungen liest. Die Filmkritiken kommen wohl als Erstes dran.

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