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Zuletzt aktualisiert: 15.08.2012 um 05:10 UhrKommentare

Nach Konkurs Kunden ohne Geld und Auto

Über das Autohaus Schicho in Villach wurde der Konkurs eröffnet. Kunden zittern jetzt um Anzahlungen. Ein Autokäufer hat 38.000 Euro überwiesen, aber kein Auto mehr gesehen.

Foto © Weichselbraun

Drive Schicho" - Burkhard Kronawetter. Leiter des Referates für Liegenschaften und Recht bei der Diözese Gurk, hatte getreu dem Werbeslogan genau das vor, als er bei dem Villacher Autohändler den Kaufvertrag für einen VW Passat unterschrieb. Am Dienstag der Vorwoche hat er am Vormittag 38.000 Euro für das neue Auto an die Hausbank der Firma Schicho, die Kärntner Sparkasse, überwiesen. Jetzt hat er weder Auto noch Geld. Denn der Autohändler ist pleite. Noch am Nachmittag desselben Tages wurde das Konto geschlossen und der Importeur, Porsche Salzburg, hat als Eigentümer alle Autos bei Schicho abholen lassen. Auf dem Parkplatz herrscht gähnende Leere. Am Dienstag wurde offiziell der Konkurs über die Auto Schicho GmbH eröffnet. Schulden in Höhe von 5,1 Millionen Euro stehen einem Vermögen von 3,8 Millionen Euro gegenüber. 80 Gläubiger und 65 Angestellte sind betroffen. Und viele Kunden. Kronawetter wollte am Donnerstag mit seiner Familie im neuen Auto in den Urlaub fahren. Stattdessen bangt er jetzt um sein Geld. Den Typenschein für den VW Passat hätte die Porsche Bank erst übergeben, wenn die 38.000 Euro von der Kärntner Sparkasse an die Porsche Bank überwiesen worden wären. Das ist aber aufgrund des Konkursantrages nicht mehr passiert. Die 38.000 Euro liegen also zwar bei der Bank, aber eben bei der falschen. "Die Kärntner Sparkasse reduziert mit meinem Geld ihre Forderungen bei Schicho", ärgert sich Kronawetter. Mehrere Anfragen bei der Bank hätten bisher kein Ergebnis gebracht. "Wir sind an das Bankgeheimnis gebunden", heißt es seitens der Kärntner Sparkasse auf Nachfrage der Kleinen Zeitung.

Kann es sein, dass man in einem solchen Insolvenzfall als Kunde plötzlich mit leeren Händen dasteht? "Tatsächlich kann man sich als Kunde nur schwer schützen", bestätigt Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband. Mit der Unterzeichnung des Vertrages und der Überweisung des Geldes sei das Auto aber eigentlich in das Eigentum des Käufers übergegangen, so Ruckhofer. Es sei "nicht fair von der Bank" ihre Forderungen auf Kosten des Autokäufers zu vermindern, kritisiert der Kreditschützer. Rechtlich gäbe es aber keine Handhabe.

Burkhard Kronawetter ist nicht der einzige Schicho-Kunde, der um sein Geld bangt. Es gibt noch eine Reihe von Kunden, die bereits Anzahlungen für neue Autos geleistet haben. Geld, das ebenfalls bei der Sparkasse liegt. "Da ist jetzt der Masseverwalter zuständig", sagt Gert Bergmann. Er wurde von den Gesellschaftern Norbert Häberle und Hartmut Kremer Ende April als Schicho-Geschäftsführer eingesetzt und spricht von "teilweise unglücklichen Umständen" und davon, dass der Betrieb "so schnell wie möglich fortgeführt werden soll". Richard Mieling, Sprecher von Porsche Austria, gibt den Schicho-Kunden aktuell keinen großen Grund zur Hoffnung: "Die Anzahlungen sind an die Firma Schicho geleistet worden. Wir haben das Geld auch nicht und können die Autos deshalb nicht ausliefern." Man werde sich in den nächsten Tagen mit dem Masseverwalter in Verbindung setzen und sich um eine Lösung bemühen.

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