Gartenzwerg-Sammlung

Frau Helga und ihre 3400 Mini-Mitbewohner

Gartenzwerge, so weit das Auge reicht: Helga Eidenhammer aus Oberösterreich hat angeblich die größte Sammlung weltweit. Gut 3400 Stück davon zieren die Fassade, den Innenhof und den Wintergarten ihres Häuschens.

© OÖN/FLORIAN ERTL
 

"Sammler sind die leidenschaftlichsten Menschen", wusste der deutsche Kulturphilosoph Walter Benjamin. Und weil sie die ganze Leidenschaft auf ihre Sammelobjekte richten, kennen sie kein Genug.

Das gilt auch für Helga Eidenhammer (53) aus Pfaffstätt (OÖ). Sie sammelt Gartenzwerge. Gut 3400 Stück davon zieren die Fassade, den Innenhof und den Wintergarten ihres Häuschens - die größte Zwergensammlung weltweit. Und sie ist noch längst nicht abgeschlossen, so Alfons Krieglsteiner von den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Leitmotivisch ziehen sich die Zipfelmützenträger durch das Leben der "Zwergenhelga", wie Eidenhammer überall genannt wird. Sie zieren ihre Servietten und Kaffeetassen, baumeln zu zehnt überm Lenkrad in Helgas Mopedauto mit dem Wunschkennzeichen "Zwerg 1". Auch ihren Lebensgefährten, den Sepp, hat sie mit der Zwergerl-Manie angesteckt. Ihm haben es vor allem Fußballzwerge angetan.

"Für mich ist es wie eine Sucht", erklärt Helga ihre Leidenschaft. Den "Keim" dazu gelegt hat ihre Tante Kathi: "Die hat mir, wie ich zwölf Jahr' alt war, ihren Gartenzwerg g'schenkt, auf den ich ganz versessen war."

Mit 32 ging Helga so richtig auf Zwergerltour. Die ersten 5000 Schilling, die sie als Verpackerin im Aluminiumwerk Ranshofen zusammengespart hatte, investierte sie an ihrem Geburtstag in 20 Stück, die sie beim damals größten Hersteller von Gartenfiguren in Großraming kaufte. "Heute hol' ich sie mir auf Flohmärkten oder Standln an der tschechischen Grenz'. Und viele bekomm' ich auch geschenkt."

Das ganze Haus hat Helga in einen Mikrokosmos mit einer rokokohaften Überfülle erstaunlicher Motive verwandelt. Jeder hat seinen Platz in der besten aller möglichen Zwergerlwelten: der Ziehharmonikaspieler, der Pfeifenraucher, der Laternenträger, der Miniaturprofessor, der "Hansi" - mit 1,10 Meter der Riese unter Helgas Zwergen.

Auf dem Dachboden hat sich Helga eine Werkstatt eingerichtet, da werden ihre Lieblinge gebürstet, gekittet, neu eingefärbt. Und immer am 26. Oktober gehen sie in Winterruhe: in Klappkistchen in der Garage.

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