Es sei ein "historischer" Tag für Österreich, ließ Verkehrsminister Jörg Leichtfried wissen. Der Steirer trat heute, Mittwoch, einen Besuch in der Heimat an. Gemeinsam mit den Grazer Automobil-Spezialisten Magna und AVL setzte er zur offiziellen Taufe für autonom fahrende Autos auf heimischen Straßen an.
Erstmals ist auf einem für den heutigen Tag speziell bewilligten Teil der A9 auf Höhe Gratkorn ein Auto unterwegs, das über längere Strecken selbstständig lenkt, bremst und beschleunigt. Ab Jänner wird die A2 zwischen Laßnitzhöhe und Graz dann zum Test-Mekka.
A2-Abschnitt als europäisches Vorzeigeprojekt
Die Asfinag schließt die technischen Vorbereitungen auf diesem Abschnitt noch dieses Jahr ab. Die Sensorik, die Daten von Wetter oder Verkehrs liefert, wurde auf dem Abschnitt verdichtet und mit zusätzlichen hochauflösenden HD-Videokameras aufgerüstet. Die Kameras werden ständig alle Fahrspuren im Blick haben, um Testfahrzeuge und herkömmliche Fahrzeuge automatisch zu erkennen und den Fahrzeugtyp zu erfassen.
Autonom durch Raum und Zeit fahren
Bei allen Tests mit automatisierten Systemen auf öffentlichen Straßen müssen aus Sicherheitsgründen weiterhin geschulte Personen hinter dem Steuer sitzen, um notfalls eingreifen zu können.
Österreichweit werden in dieser Beginnphase des autonomen Fahrens neben dem Fokus auf den A2-Abschnitt in Salzburg autonome Kleinbusse getestet und vom Bundesheer selbstfahrende Heeresfahrzeuge, LKWs und Traktoren ausprobiert.
Warum Österreich die Technologie forcieren will? "Der größte Vorteil selbstfahrender Autos ist", erklärt Minister Leichtfried, "dass sie mehr Sicherheit auf bringen werden. Neun von zehn Unfällen im Straßenverkehr haben ihre Ursache beim Menschen."