Volksschule Pack

So wurde Schule mit vier Kindern gerettet

Vier Schüler, zwei Lehrerinnen: Auch die Volksschule Pack stand vor dem Aus. Doch ein Verein wagte die Privatisierung. Ein Schulbesuch.

© Kirin Kohlhauser
 

Zwischen Zuversicht und Hoffnungslosigkeit pendelt derzeit wohl die Gefühlslage vieler Direktoren und Eltern, nachdem Bildungslandesrätin Ursula Lackner am Dienstag eine Liste mit Schulen präsentierte, die von einer möglichen Schließung betroffen sind (wir berichteten).

Marie Hofer kennt diese Lage nur zu gut. Denn auch die Volksschule Pack in der Gemeinde Hirschegg-Pack sollte mit Juli 2013 endgültig ihre Pforten schließen. „Die Verbindung zwischen Eltern, Kindern und Schule hat bei uns immer gut funktioniert, um so größer war der Schock, als es plötzlich geheißen hat ,Pack sperrt zu‘“, erinnert sie sich zurück. Gekommen ist es schließlich ganz anders. Die pensionierte Direktorin kämpfte gemeinsam mit der Gemeinde und den Eltern um einen Erhalt des Schulstandortes.

Mit Erfolg. Die Bildungseinrichtung ist seit Herbst 2013 eine private Volksschule mit beschränktem öffentlichen Recht, das jedes Jahr aufs Neue beim Land angesucht werden muss. Möglich gemacht hat den Fortbestand der 2012 von Eltern, Lehrern und Bürgern gegründete „Verein zur Förderung der VS Pack“ sowie der Malteser Ritterorden. Beide Organisationen unterstützen die Schule finanziell so gut, dass kein Schulgeld eingehoben werden muss.

Erste, zweite und dritte Klasse 

Vier Kinder werden derzeit von Hofer und der Wolfsbergerin Stefanie Baumgartner (24) abwechselnd unterrichtet. Die Schüler stammen alle aus der Gemeinde und aus Kärnten. Neben den Enkeln von Hofer, Hannah und Sophie, die die dritte Schulstufe besuchen, sitzen noch Marie (zweite Schulstufe) und Taferlklassler Mathias im Klassenzimmer.

Die Kleinstruktur hat sich laut eigenen Angaben in den vergangenen Jahren zu einer der Stärken der Volksschule entwickelt. „Die Älteren helfen den Jüngeren bei Aufgaben. Die Kinder gehen alle rücksichtsvoll miteinander um“, erzählt Stefanie Baumgartner. Die Junglehrerin schätzt vor allem die familiäre Atmosphäre und die Möglichkeit, auf jedes Kind individuell einzugehen. „Man kann sich viel besser auf Stärken und Schwächen der Schüler konzentrieren“, bestätigt Marie Hofer. Ein Vorteil, den die Eltern zu schätzen wissen. „Die Kinder kennen hier jeden, das Schulhaus ist quasi ihr zweites Zuhause“, sagt Mathias Mutter Sabine Kreuzer. Ein weiteres Plus sieht Birgit Hofer, Mutter von Hannah und Sophie, im kurzen Schulweg, zumal die nächste Bildungseinrichtung zehn Kilometer entfernt ist.

Auch Matthias Hofer vom Schulverein kann der Privatisierung nur Positives abgewinnen. Als die Schließung im Raum stand, war den Eltern klar, „wenn wir es nicht schaffen, dass wir die Kinder im Dorf halten, dann stirbt es aus“, erklärt er die Beweggründe.

Die Zukunft der Schule scheint indes gesichert. Neben der Schulklasse hat eine Tür weiter eine Tagesmutterstätte einen Raum bezogen. Viele der Kinder würden später nur die Räumlichkeiten wechseln, erklärt Marie Hofer. Sowie etwa Taferlklassler Mathias. Steigende Schülerzahlen sind die Folge. Es gäbe in letzter Zeit zudem mehr Anfragen aus anderen Gemeinden. „Bisher ist es jedoch an der Wegstrecke gescheitert."

Kommentare (3)

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sidestep
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Sa ziehe ich aber ganz tief den Hut

Bravo, solche Initiativen von privaten Menschen gehören als beispielgebend hoch dekoriert und ausgezeichnet. Eure Kinder werden euch für das tolle Schulerlebnis einmal dankbar sein. Lasst euch von den paar "Tschentschen" hier in diesem Form nur nicht von eurem ei geschlagenen Weg abbringen!

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tannenbaum
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Was ist denn in der Gemeinde Pack los? Gibt's jetzt in den Bauernfamilien auch keine Kinder mehr? Vielleicht sollte man in der Region ab 22 Uhr den Strom abdrehen!

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guaneri
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@ Tannenbaum

Sensationell was dies für ein sinnloser Kommentar von Ihnen ist!? Vielleicht sollte man Ihnen lieber den Strom abdrehen damit Sie nicht so einen Müll in Foren posten ;-)

Ich bin beeindruckt mit welchen Ideen und Maßnahmen von den Packer Bürgern versucht wird, die Infrastruktur und die Dorfgemeinschaft zu erhalten. Und das offensichtlich mit Erfolg!

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