FeldbachWas tun, wenn der Strom länger ausfällt?

Feldbach hat den Zuschlag für ein zwei Jahre laufendes Projekt erhalten, das sich mit der Vorsorge für einen längerfristigen Energieausfall beschäftigt.

Projektpartner stellten das Projekt für ein regionales Energiezellen- und Krisenvorsorgekonzept vor © Helmut Steiner
 

Das Risiko eines Blackouts steigt. Und wenn der Strom länger ausfällt, hat das binnen Kurzem weitreichende Folgen für die gesamte Infrastruktur. „Telefon und Telekommunikation, Wasserversorgung“, zählt Herbert Saurugg auf. Er beschäftigt sich seit sechs Jahren mit den Auswirkungen eines europaweiten Energieausfalls. Besser gesagt mit der Vorbereitung auf den Ausfall lebensnotwendiger Infrastruktur. Damit man im Fall des Falles handlungsfähig bleibt.

Kein Strom, keine Kommunikation, keine Waren

Denn Stromausfall bedeutet auch, dass es keine Logistik gibt – keinen Warenaustausch, keine Anlieferung von Gütern in Supermärkten oder Medikamenten in Apotheken.
In der Stadt Feldbach widmet man sich den Herausforderungen, die ein Blackout mit sich bringt, in einem zwei Jahre dauernden Forschungsprojekt im Rahmen der KIRAS-Initiative des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie. „Es ist eine sehr komplexe Angelegenheit, zu der es aber sehr wenig Erfahrungswissen gibt“, betont Bürgermeister Josef Ober. Mit dem Zuschlag für das Projekt ist Feldbach eine der ersten Städte Österreichs, die sich qualifiziert damit befasst.
Vier Ziele werden verfolgt, wie Gemeinderat Josef Gsöls als Sicherheitsbeauftragter erläutert. Ganz oben auf der Liste steht die Aufrechterhaltung der kommunalen Infrastruktur in einem eingeschränkten, aber funktionstüchtigen Zustand. Als nächstes will man Einsatzorganisationen und wichtige Versorgungseinrichtungen zur Vorsorge motivieren, damit sie in der Lage sind, das Notwendigste für die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung zu tun. Gsöls: „Da geht es zum Beispiel darum, wo der Treibstoff herkommt und wie die Kommunikation funktionieren kann.“ Die Bevölkerung will man zur Eigenversorgung motivieren und Wirtschaftstreibende für resiliente – widerstandsfähige – Lösungen gewinnen.

Nicht blind auf hohe Versorgungssicherheit verlassen

Einen ersten Workshop zur „Energiezelle Feldbach“, so lautet die Kurzform des Projekts, gab es am Montagabend. 2018 will man an die breite Bevölkerung herantreten. Sie soll aktiv in die Krisenvorsorge und -bewältigung eingebunden werden. Zu viele verlassen sich nämlich blind auf die aktuell hohe Versorgungssicherheit, weiß Ober. Aber die ist anfällig.

Blackout und Projekt

Auslöser eines Blackouts können Systemüberlastung, Extremwetterereignisse, Terror- oder Cyberangriffe sein.
Laut Studien kann sich ein Drittel der Bevölkerung nach drei Tagen nicht mehr selbst versorgen. Nach sieben Tagen sind es schon zwei Drittel. Eine höhere Selbstversorgung zu erreichen, ist daher wesentlich.
Partner im Projekt „Energiezelle Feldbach“: Stadt Feldbach, LEA, 4ward Energy Research GmbH, e-Lugitsch, FA Katastrophenschutz des Landes Steiermark, Herbert Saurugg, IFZ.
KIRAS: Im laufenden Programm liegt der Fokus auf dem Schutz kritischer Infrastrukturen.
Info: www.kiras.at


„Wir werden auch sehr anwendungsorientierte Dinge machen“, betont Karl Puchas, Geschäftsführer der Lokalen Energieagentur (LEA), bei der die Projektleitung liegt. Er ist sicher, dass ganz Österreich auf Feldbach blicken wird: „Was wir hier erarbeiten und auch anderswo anwendbar ist.“ Ein Ergebnis soll es ein Leitfaden sein. Das Hauptziel: Sich schon jetzt in aller Ruhe auf mögliche Szenarien vorbereiten. Auch ein Modellversuch ist geplant. Puchas: „Aber erst 2019. Testpersonen suchen wir schon jetzt.“
Selbstvorsorge ist für Michael Keller, in der Abteilung Katastrophenschutz des Landes für Organisatorisches und Alarmpläne zuständig, ein großes Thema. Er bewertet die Initiative sehr positiv, da man eine gewisse Grundversorgung sicherstellen will.

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