MariazellDas Thema Wallfahrt bleibt ein Dauerbrenner

In zwei Wochen beginnt in die Wallfahrts-Saison. Unter anderem erwartet man in Mariazell erstmals auch die Rauchfangkehrer.

Pater Superior Michael Staberl, hier ausnahmsweise in Zivil, hat für die heurige Wallfahrts-Saison alles vorbereitet
Pater Superior Michael Staberl, hier ausnahmsweise in Zivil, hat für die heurige Wallfahrts-Saison alles vorbereitet © (c) Pototschnig Franz
 

Offiziell läuft die Wallfahrts-Saison alljährlich von 1. Mai bis 31. Oktober, aber in den letzten Jahren wurde das aufgeweicht. Vor allem im Dezember kommen immer mehr Gruppen, die den „Mariazeller Advent“ mit einer Wallfahrt verbinden.

Pater Michael Staberl ist seit August 2016 Pater Superior der Mariazeller Benediktiner und damit Chef des Wallfahrtsbetriebes. Der gebürtige Mariazeller hat sich in dieser Funktion gut eingearbeitet, und mit den fließenden Grenzen der Wallfahrtssaison hat er überhaupt kein Problem: „Wir beginnen auch heuer schon etwas früher, und zwar am 28. April mit dem Festakt zu ,70 Jahre Stadterhebung Mariazell‘“, sagt er.

Die abendliche Festmesse am Samstag, dem 28. April, ist zugleich einer der Höhepunkte des Wallfahrtsjahres. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl zelebriert die „Mariazeller Brandmesse“, die vom Domchor und der Dommusik Linz gestaltet wird. Staberl: „Diese schöne, aber selten gesungene Messe hat der Mariazeller Josef Wiederhofer nach dem Brand im Jahr 1827 geschrieben.“

Im Vorjahr haben sich 300 Priester mehr ins Zelebrationsbuch eingetragen als im Jahr davor. Die Tendenz ist steigend.

Michael Staberl, Pater Superior

Schon jetzt ist alles vorbereitet für die Saison: Wir sind sechs Priester und haben zwischendurch auch Aushilfspriester, weil gerade im Sommer sehr viel Betrieb herrscht“, sagt Staberl, der sich über einen dieser Priester besonders freut: „Im August und September hilft uns Hans Feischl aus, der frühere Dechant von Bruck.“

Auf die Frage, wie denn das Geschäft läuft, schmunzelt Staberl: „Gleichbleibend gut“, sagt er. Die Zahl von 700.000 Gästen, die Mariazell im Sommer frequentieren, will er aber nicht kommentieren: „Es gibt keine Zählungen. Aber im Vorjahr haben sich um 300 Priester mehr ins Zelebrationsbuch eingetragen als im Jahr davor, es ist also eine steigende Tendenz zu verzeichnen.“

Generell werden die Ortswallfahrten weniger und die Wallfahrten von Berufs- und Interessensgruppen mehr, so Staberl weiter: „Wir haben am 4. Mai erstmals eine bundesweite Wallfahrt der Rauchfangkehrer mit gut 1000 Teilnehmern.“

An diesem Wochenende kommen auch die Feuerwehren, die mit dem Heiligen Florian denselben Schutzpatron verehren wie die Rauchfangkehrer. Das Spektrum der Berufsgruppen reicht von den Bauern bis zu den Polizisten, von den Straßenbediensteten bis zu den Pensionisten. Lehrlinge pilgern ebenso wie die Blasmusiker, die Landjugend oder die Jäger.

Im Vorjahr haben sich 300 Priester mehr ins Zelebrationsbuch eingetragen als im Jahr davor. Die Tendenz ist steigend.

Michael Staberl, Pater Superior

Von den vielen Wallfahrern aus Osteuropa sind nach wie vor die Ungarn die stärkste Gruppe. „Wir haben im Sommer zwei Priester hier, die ungarisch sprechen“, sagt Staberl. Er verweist auch auf die steigende Tendenz bei den Kroaten und anderen Volksgruppen: „Die größte Gruppe sind die burgenländischen Kroaten mit bis zu 6000 Teilnehmern.“

Ein weiterer Trend: Die Wallfahrt geht weg vom Sonntag und verteilt sich auf die Wochentage, so Staberl: „Das liegt am Priestermangel – welcher Priester kann heutzutage am Sonntag weg?“ Aber das ist kein Problem, wie sich überhaupt fast alles organisieren lässt, wenn sich die Gruppen rechtzeitig anmelden.

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