,,Planlos 2017''Negativ-Award für Murkraftwerk und Bürgermeister Nagl

Alle zwei Jahre vergibt die IG Architektur den "planlos"-Award. Sieger heuer: Bürgermeister Nagl und das Murkraftwerk.

Grazer Murkraftwerk
© APA/Energie Steiermark/Secenomedia
 

Fehlende "kompetente und vorausschauende Stadtplanung": Das bemängelt die Jury des "planlos"-Awards beim Murkraftwerk in Graz. Bei einem Projekt dieser Größenordnung falle das besonders schwer ins Gewicht, heißt es. Daher heißt der Sieger des Architektur-Negativpreises im Jahr 2017 Bürgermeister Siegfried Nagl für die Planungen rund ums Murkraftwerk.

Seitens der IG Architektur, die den Preis alle zwei Jahre vergibt, betont man, dass es nicht um ein pro oder contra zum Kraftwerksbau an sich geht, sondern um den Planungsprozess drum herum. Für die Jury ist die Kommunikation mangelhaft und es herrsche zu wenig Transparenz rund um die Planungen. Stattdessen würden nur medienwirksam beliebige Ideen zur Bespielung einer Grünfläche am Ufer gesucht.

Graz war unter den Nominierten diesmal sehr prominent vertreten, nämlich gleich vier Mal: für Reininghaus, die Murgondel-Idee und die geplante Tiefgarage unter dem Eisernen Tor. Was laut IG Architektur alle diese Projekte eint, ist eine "fehlende Planungskultur". Anstatt einer langfristigen Planungsidee zu folgen, stünden bei vielen Entscheidungen "tagespolitische Ziele" im Zentrum der Überlegungen. Die "planlos"-Jury vermisst daher ein "nachvollziehbares Gesamtkonzept".

Nagl kann "Preis" nicht nachvollziehen, Kritik an Jury

"Nicht nachvollziehbar", heißt es auch im Bürgermeisteramt zur Preisverleihung: "Wir haben den Mur-Masterplan Mitte entwickelt und unternehmen starke Anstrengungen, den Raum neben dem Kraftwerk als Freizeit- und Erholungsfläche für die Bevölkerung zu entwickeln."  Aber man nehme die Entscheidung zur Kenntnis.

Für Kritik sorgt die Zusammensetzung der sechsköpfigen Jury, die den "planlos"-Preis verliehen hat. Unter ihnen ist nämlich auch Karin Tschavgova, die gleichzeitig im Personenkomitee von "Rettet die Mur" aufscheint, jener Gruppierung, die seit Jahren gegen das Murkraftwerk kämpft und protestiert.

Planlos 2017 - Die Preisträger

  1. Siegfried Nagl, Grazer Bürgermeister und Stadtplanungsreferent, für die "mangelhafte Planung" rund ums Murkraftwerk.
  2. Stadt Wien für "Planungslücken" im Stadtentwicklungsgebiet rund um den Praterstern.
  3. Wolfgang Sobotka als ehemaliger Wohnbaulandesrat in Niederösterreich für das "Luftschloss" "Wohn.Chance.NÖ"

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Danke für Ihr Verständnis.

Bumsdi
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Wer, wenn nicht er?!

Der Stillstandsmeister Nagl ist sicher auch erster Anwärtner auf die Auszeichnung "planlos-Award für das Lebenswerk"

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selbstdenkerX
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Könnte es sein,

daß in der Jury der IG Architektur durchwegs Personen tätig sind, die in den kritisierten Projekten (darunter Murkraftwerk) NICHT zum Zug kamen?

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Graaaz
2
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Könnte sein

"...Die wiederholte Ausrichtung des planlos Awards durch die IG Architektur schafft hoffentlich Aufmersamkeit für ein zentrales Anliegen von Architektinnen und Architekten: faire und transparente Verfahren, die zur Vergabe von Planungsleistungen führen.....Immer wieder stößt frau/man auf unverständliche, fahrlässige, inkompetente, schlechte oder sogar böswillige Entscheidungen......."das klingt schon ein bischen frustriert, wirklich bösartig wenn man keine Aufträge bekommt. 

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jahcity
5
7
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Hahaha

Popolisums pur.... Sonst waren immer die Grünen schuld! Ups, ach ja die gibt es ja nicht mehr... Was mach mA da jetzt.. Hmmmmm

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Acquario
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Nag wirtschaftet als ob es

kein Morgen gibt, Geld ist seit über 10 Jahren abgeschafft. Unser SargNagl hat Jahr für Jahr 100 Mio an Neuschulden gemacht - und das obwohl er in der gleichen Zeit ALLES in Graz verkauft hat. (und gleich wieder zurück geleast).

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albertusmagnus
13
25
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Nagl hat sich den Preis

redlich verdient, das Fatale dabei ist nur, daß der Steuerzahler immer noch brennen wird müssen, wenn der smarte Siegi sich hingegen längst in die (hochdotierte) Politikerpension verabschiedet haben wird...

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jahcity
14
33
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100 Jahre

positive Stadtentwicklung wird mit einem einzigen Bürgermeister vernichtet! Keine Radwege, keine Mittel für Öffis, keine einzige neuer Parkanlage, keine Mittel gegen den Feinstaub aber dafür Mrd. für Banken, Konzerne, australische FonVersicherungen usw. Füe dieser Bürgermeister muss noch ein eigener Preis geschaffen werden! Die Stadt landet im letzten Jahrhundert!

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selbstdenkerX
4
1
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@jahcity: Fragen über Fragen ...

was hat ein Grazer Bürgermeister mit "Mrd. für Banken, Konzernen" ernsthaft zu tun?
Ist er etwa auch für die Inflation verantwortlich?
Oder gar für die ganz aktuell bewiesene demokratische Selbstreinigungskraft des österreichischen Parlaments?
Fragen über Fragen ...

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scherif
9
26
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Danke Sigi

Frag mich wer hier downvoted.. so realitätsfremd kann man doch wirklich nicht sein, dass man diese Entwicklung nicht selber sehen kann.
Wie man das Potential dieser fahrradwilligen Stadt so in den Sand setzen kann ist mir ein Rätsel. Bald ist es bei uns soweit, dass wir mit Feinstaub-Masken à la Peking durch die Stadt gehen müssen. Wer jetzt lacht beim Durchlesen sollte sich einmal die Werte anschauen und dann mit Peking vergleichen so viel Mikrogramm mehr sinds dann auch nicht. Katastrophe Herr Nagel!

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artjom85
1
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Stimmt schon.

Mit einem gut geplantem P+R-und Öffi-System, einer Energiewirtschaft die diesen Namen auch verdient und einem Ausbau der Fahrradinfrastruktur hätte Graz das Stockholm Mitteleuropas werden können. Aber was macht der Sargsiggi lieber? Alles gegen Gesundheit und Umwelt.

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artjom85
1
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Stimmt schon.

Mit einem gut geplantem P+R-und Öffi-System, einer Energiewirtschaft die diesen Namen auch verdient und einem Ausbau der Fahrradinfrastruktur hätte Graz das Stockholm Mitteleuropas werden können. Aber was macht der Sargsiggi lieber? Alles gegen Gesundheit und Umwelt.

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jahcity
2
18
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Ein Problem

sind die Medien! Sie haben nur noch 'copy and Paste'-Kost aus dem Büro des Bprgermeisters u der Konzerne! Es gibt keine Recherchen von Seiten der Medien u schon gar nicht eine Positionierung für eine schöne u lebenswerte Stadt! So kann der Beton flueßen u dies ohne Ende....

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scherif
1
11
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Andere Medien

Es muss einfach was geschehen in der Grazer-Medienlandschaft... So wenig Diversität ist immer schlecht. Leider erbarmen sich diverse Zeitungen leider nicht verstärkt auf Graz einzugehen und du o bleibt uns nur die Kleine...

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