Rechtsextremismus

"Heil Hitler"-Auto: Die Fahrt war angekündigt

Der Mann hat die Fahrt mit seinem "Heil Hitler"-Auto durch Graz in einem Schreiben angekündigt. Und er war schon früher mit ähnlichen Plakaten am Traktor unterwegs. Von Gerald Winter-Pölsler

Mit diesem Auto war der Fahrer quer durch Graz unterwegs © kk
 

Der 65-jährige Mann hatte ein Transparent über die Heckscheibe gespannt, darauf stand, für alle nachfahrenden Fahrzeuge lesbar, in riesigen Lettern drauf: "Heil Hitler". Und, in kleinerer Schrift, eine Adresse für eine Homepage.

Dieses "Heil Hitler"-Auto mit GU-Kennzeichen kurvte gestern quer durch Graz, am Glacis wurde es fotografiert. Johannes Steiner, Aktivist und Mitglied der Jungen Grünen, hat es zur Anzeige nach dem Verbotsgesetz gebracht. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Bei seiner Einvernahme hat der 65-Jährige laut Polizei bestritten, den Nationalsozialismus zu verherrlichen. Er wolle lediglich auf Missstände in der Justiz aufmerksam machen.

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Die Ermittler wissen nun: Der Fahrzeugbesitzer ist bei der Justiz kein Unbekannter. Er hatte bereits mit Verfahren wegen Wiederbetätigung zu kämpfen, die wurden aber eingestellt. Diesmal hat er die Fahrt in einem Schreiben an das Oberlandesgericht vom 23. Juni sogar angekündigt. Und er ist bereits vor Jahren mit ähnlichen Tafeln unterwegs gewesen, damals am Traktor montiert.

Hintergrund: Seit Jahren fühlt sich der Mann von der Justiz verfolgt und will auf diese Weise auf seine Situation aufmerksam machen. Er wirft einzelnen Richtern, Volksanwälten und Staatsanwälten Amtsmissbrauch wie Betrug vor. All das nennt er "SPÖ-Justiz Terror". Daraus leitet er auch ein politisches Engagement ab und machte im Bundespräsidentenwahlkampf zunächst Werbung für Irmgard Griss, bei der Stichwahl für Norbert Hofer.