Steirisches BFIGrazer Deutschlehrerin klagt gegen "Kopftuchverbot"

Die Grazerin Helga Suleiman will die Gleichbehandlungsanwaltschaft einschalten, um weiter mit Kopftuch Kurse am BFI halten zu dürfen.

Helga Suleiman wehrt sich gegen Kopftuchverbot.
Helga Suleiman wehrt sich gegen Kopftuchverbot. © kk
 

Sie hält als freie Dienstnehmerin Deutschkurse am steirischen Berufsförderungsinstitut (BFI) und ist als Muslima und Kopftuchträgerin nun direkt von der jüngst präzisierten politischen, wie religiösen neutralen und säkularen Ausrichtung des Unternehmens direkt betroffen. Das BFI hat Helga Suleiman mitgeteilt, dass sie keine weiteren Kurse mehr halten kann, wenn sie nicht ihr Kopftuch im Unterricht abnimmt. "Ich lasse mich nicht auf das Kopftuch reduzieren und will mir nicht vorschreiben lassen, ob ich es trage oder nicht", sagt Suleiman, die das religiöse Kleidungsstück aus spirituellen Gründen trägt. Deshalb hat sie nun auch die steirische Anti-Diskriminierungsstelle und die Gleichbehandlungsanwaltschaft kontaktiert: "Ja, ich will gegen dieses Verbot klagen", sagt die Grazerin im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Grazer Muslimas haben die Regelung ja schon vor Wochen kritisiert.

Das BFI habe ihr sogar - aufgrund steigenden Deutschkursbedarfs - eine Anstellung in Aussicht gestellt, sollte sie auf das Kopftuch verzichten. BFI-Geschäftsführer Wilhelm Techt, der das Tragen religiöser oder politischer Symbole - egal welcher Konfessionen oder Ideologien - an seinem Haus mit einstimmigem Beschluss des Aufsichtsrats untersagt hat, will die Causa nicht weiter kommentieren. Es sei dazu alles gesagt.

Rechtlich hat sich das BFI ja auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs gestützt, der vor einigen Wochen ein Kopftuchverbot in Firmen als legitim ansah, wenn es eine neutrale Regelung in einem Unternehmen ist, die nicht auf nur eine Religion abziele, also niemanden diskriminiere. Die Leiterin der steirischen Antidiskriminierungsstelle, Daniela Grabovac, sieht für eine Klage gegen das "Kopftuchverbot" beim BFI geringe Chancen: "Die Regelung scheint klar und durch das EuGH-Urteil gedeckt. Wenn dieses Leitbild am BFI wirklich neutral gegenüber allen Religionen ist und sich das Unternehmen auch im Einzelfall daran hält, wird es mit einer erfolgreichen Klage schwierig!"

Kommentare (44)

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redfoxl
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Wichtigmacherin

Diese sich bloß wichtig machende, selbsternannte Konvertitin sollte sofort aus dem Schuldienst entfernt werden, bevor sie noch mehr Schwachsinn verzapft. Wie sie privat herumrennt, ist ja egal, aber an der Schule hat das Kopftuch absolut nichts verloren!

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Mein Graz
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bfi ist keine schule, sondern

das BerufsFörderungsInstitut.

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voit60
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diese Konvertitinnen

sind mir schon die Liebsten. Die sind aus "Liebe" besonders eifrig bei der Sache. Da gibt es auch eine Deutsche, die hier bei uns bei so manchen Diskussionen ihr Unwesen treibt.

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H260345H
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Über das Kopftuchverbot kann man geteilter Meinung sein,

nicht aber darüber, dass wohl JEDER Arbeitgeber selbst bestimmen kann, wen er beschäftigt und wen aus welchem Grund eben nicht!
Wenn diese Person nun absolut ihr Tücherl tragen will, so sei ihr das freigestellt, sie muss aber zur Kenntnis nehmen, dass ihr Arbeitgeber eben so etwas nicht wünscht und ihr die Möglichkeit gibt, eine andere Arbeitsstelle zu suchen, an der das Tücherl begrüßt wird!
Und außerdem: Ich war schon oft in islamischen Staaten, aber stets verlangte man von uns beim Betreten gewisser Häuser eine vorgeschriebene Bekleidung: Lange Hosen, Kopfbedeckung, usw., .... und DAS dürfen dann wohl auch WIR verlangen!

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Capriola
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Ja und nein

Es ist nicht falsch was Sie sagen, das Problem ist, dass man das gleiche über z.B. Schwarze oder Frauen sagen kann. Und es gilt doch eher als diskriminierend wenn eine Firma keine Frauen einstellt weil sie halt nur Männer wollen.

Es ist ein schwieriges Thema, deshalb finde ich sollte man länger über solche Probleme und Verbote nachdenken.

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stadtkater
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Wer zahlt die Anwalts- und Gerichtskosten

für den Prozess, falls Frau Suleiman die Klage verliert? Hat sich schon ein NGO dazu bereit erklärt?

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Mein Graz
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ich les hier so oft,

es geht um eine bekleidungsvorschrift.
das stimmt nicht!
es geht um religiöse symbole - und das für alle.

also nicht nur ums kopftüchl, sondern auch um kreuz (auch, wenn es an der wand hängt), kippa, nonnen- und pfarrerbekleidung usw.

wenn wer einen minirock tragen will, darf er/sie das weiterhin. wenn wer rastalocks oder glatze haben will, ist das auch nicht verboten. aber wenn wer eine tätowierung mit religiösem hintergrund hat, muss er die verstecken.

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Lodengrün
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Minirock!

Es ist nicht so lange her da war in einer bekannten Grazer Bank für Damen die Hose verpönt. Die Direktionssektretärin hat dann die Mitarbeiterin jeweils nach Hause geschickt.

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DavidgegenGoliath
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@Mein Graz

Der Islam ist keine Religion, sondern eine Ideologie.
Das Kopftuch ist Teil dieser Ideologie.Wer den Islam über die Gesetzgebung stellt, signalisiert seine Intoleranz unseren Gesetzen gegenüber, deshalb trete ich für ein generelles Kopftuchverbot ein.
Eine menschenverachtende Ideologie, hat keinen Platz in unserer Gesellschaft!

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Poto60
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David gegen Goliat

Ja so ist es, der politische Islam hat in Europa nichts verloren! Da steht die Religion über dem Gesetz, auch über unsere Demokratie! Leider waren wir bisher immer zu Liberal!
Und unsere Grundrechte werden beschnitten! Wann gehen wir auf die Straße?
Ich sage noch immer, der zu uns kommt, hat sich nach uns zu richten und nicht umgekehrt!!
Und das Kopftuch und die alles bedeckende Kleidung ist ein Zeichen des politischen Islams, und der Unterdrückung der Frauen!
Wenn das die Gutmenschen nicht verstehen tut es mir für sie Leid, aber sie können ja auch zum Islam konvertieren!

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Mein Graz
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falsch. der islam ist seit über 100 jahren

in österreich als religion anerkannt.
und es geht ja net nur um das religiöse symbol des kopftuchs, sondern um ALLE religiösen symbole.
also schränkt das bfi nicht nur muslima ein, sondern alle menschen - männlein wie weiblein - die ein religiöses symbol tragen wollen.

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Poto60
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Mein Graz

Ja das ist mir auch bewusst, aber wie man jetzt im Fall der Türkei sieht, ist das sehr wohl genau zu beobachten, denn auch die liberalsten Muslime folgen dann gewissen Führern!
Wer hätte sich damals in den 60ger Jahen gedacht , dass sich das in der Arabischen Welt so schnell ändern kann!!
Nach der Doku gestern Abend ist mir eigentlich erst richtig bewusst worden ,was die Muslimen verloren haben!Da waren Frauen, Männer ,Mädchen und Jungs alle gemeinsam Baden! Ohne getrennt von einander zu sein! Einige ältere Damen haben von dieser Zeit erzählt und dass man in den Schulen Muslime und Christen nicht von
einander unterscheiden konnte! War hoch interessant, genauso stelle ich mir das zusammenleben mit Muslimen vor,dass alle GLEICH SICHTBAR sind!
Diese Dokumation sollten Sie sich ansehen, war gestern im Kreuz und Quer am Abend! Und vor Hundert Jahren hat das mit dem Islamischen Frühling wahrscheinlich angefangen!
Der politische Islam hat in der Form bei uns allerdings nichts verloren!

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paulrandig
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Mein Graz

Müss ma dann auch das Nudelsieb aus der Küche verbannen?

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Mein Graz
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nicht nur aus der (bfi-)küche,

auch aus den bfi-kursen, wo die herstellung desselben gezeigt wird.
😉

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Elli123
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Das Nudelsieb..

ist zur Zeit noch kein religiöses Symbol.

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Mein Graz
3
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doch. es wurde 2011 auf einem führerscheinfoto

als religiöses symbol anerkannt.

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Lire70
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Mein Graz

An und für sich haben Sie Recht, nur teile ich die Meinung bei Nonnen-, und Pfarrer Bekleidung nicht, dies sind Dienstkleidungen weil das anerkannte Berufe sind.
Diese sind einer Uniform gleichzusetzen wie Bundesheer, Polizei, Rettungssanitäter, usw.

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Poto60
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Lire 70

Ja das sehe ich auch so! Nonnen sind mit mit Jesus verheiratet und helfen uns" normalen Menschen" wo es geht! Sind Muslima auch mit Mohammed verheiratet? Nein sind sie nicht und helfen tun sie nur ihresgleichen! Unsere Nonnen mit Muslime zu vergleichen ist einfach nur dumm!
Außerdem warum sollen wir unsere christlichen Werte wegen den Muslimen aufgeben?
Wir sind nicht eingewandert! Wir dürfen uns nicht alles gefallen lassen!
Da wird unser Rechtssystem benutzt um uns sebst zu schaden.

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Mein Graz
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poto, wer zwingt dich denn, irgend was aufzugeben?

die musliminnen, die ein kopftuch aufhaben, oder arbeitgeber wie das bfi, das ALLE religiösen symbole verbietet?

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Mein Graz
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nonne ist kein beruf, deshalb die ordenstracht auch keine berufskleidung.

beim pfarrer könnte es eine sein, da es aber auch ein symbol des glaubens ist, müsst es beim bfi eigentlich verboten sein. und wenn die bekleidung des pfarrers mit einer uniform gleichzusetzen ist, muss der pfarrer sie dann IMMER tragen, wenn er im dienst ist, also immer, da er seinen glauben auch immer vertritt! das tun die pfarrer aber nicht.

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criticus11
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ich bin

für ein Hut erbot bei Männer und Frauen

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criticus11
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ich bin

für ein Hut erbot bei Männer und Frauen

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paulrandig
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criticus11

Vor allem am Steuer eines Autos.

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xx99
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Diskriminierung

ist es dann wenn das Kopftuch sanktioniert wird, ein sichtbarer Kreuzanhänger an einer Kette aber nicht. Sofern ich mich nicht irre ging es bei dem Verbot des BFI ja um religiöse Symbole generell und nicht nur um Kleidung. Und ich frage mich schon, ob die Personalchefs des BFI eher auf ein Kopftuch aufmerksam werden oder ob sie wohl auch Nachschau halten ob kleinere, unauffälligere, religiöse Symbole irgendwo auftauchen. Und vor allem: wo liegt die Grenze? Tatoos mit Kreuzen gibt es viele, T-Shirts mit mehr oder weniger esoterisch, religiös angehauchten Prints ebenso (oft kennen Träger nicht mal die Bedeutung mancher Symbole)... und was ist wenn jemand das Kreuz einfach ansehnlich findet aber Atheist ist, oder gerne Kopftuch trägt weil er/Sie schütteres Haar hat?

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helmutmayr
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Die Bäuerinnen

werde eine schöne Freude haben wenns am Bauernmarkt das Kopftuch ablegen müssen. Bin schon auf den nächsten Kirchtag gespannt. Gailtaler Trachtenmädels überlegt Euch was. Schirmkappe verkehrt rum statt Kopftuch.

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Redridinghood
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die Bäurin tragen / trugen das Kopftuch

damit beim Arbeiten die Haare nicht ins Gesicht hängen
die Haare nicht so nach Stall stinken!

wenn wenn jetzt die Nonne kommt! wäre ich für die Gleichbereichtung
und Muslima dürfen dann keine Kinder bekommen und nicht heiraten!!

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Kommentare 1-26 von 44

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