Das 1:1 gegen Georgien hat Österreichs Fußballnationalteam endgültig aus dem Rennen um die Qualfiikation für die WM-Endrunde 2018 in Russland gebracht. Und auch die Zukunft von Teamchef Marcel Koller ist fraglicher als je zuvor. Weder gibt es ein klares Bekenntnis vom ÖFB, noch hat der Schweizer sich klar bekannt, ob er bleiben möchte oder nicht. Gespräche sollen in den kommenden Tagen bzw. Wochen eine Entscheidung bringen.
"Da kriege ich so einen Hals"
Würden die Spieler diese treffen, wäre klar: Marcel Koller verlängert seinen Vertrag. "Wenn ich lese ,Marcel Koller, Fragezeichen', da kriege ich so einen Hals", sagt Marko Arnautovic. "Er ist seit sechs Jahren da und hat sehr viel aus dieser Mannschaft gemacht und einiges geschafft. Jetzt geht es gerade nicht", fährt der Wiener fort, sieht aber keineswegs den 56-Jährigen als Schuldigen. "Wir sind die, die auf dem Platz stehen, nicht er."
Sagt es und legt gleich noch einmal nach. "Jeder will und hofft, dass er bleibt. Wir denken gar nicht dran, dass er selbst geht oder rausgeworfen wird. Er hat uns nichts Schlechtes getan, es ist nichts vorgefallen", präzisiert Arnautovic, der geknickt anmerkte. "Fußball geht nicht nur nach oben. Da hast du auch einmal Pech. Bei uns will es grad nicht - bei keinem. Aber in solchen Situationen musst du zurückkommen und zeigen, dass du mental stark bist.
Auch der Teamkapitän sieht ein Weitermachen Kollers für realistisch. "So wie er uns die letzten beiden Spiele vorbereitet und gecoacht hat - vor allem mit diesem Feuer - habe ich schon das Gefühl, dass er weitermachen will", sagt Leverkusen-Legionär Julian Baumgartlinger, der aber zugibt. "Wenn man die Punkte nicht hat und der Erfolg nicht da ist, wird automatisch über den Trainer diskutiert. Das ist immer so. Wir sind da aber in der Verantwortung. Fehler machen wir, die Tore machen wir nicht. Und wir bestreiten die WM-Quali nicht so, wie es möglich gewesen wäre."
"Großes aufgebaut"
Die Kontinuität soll ein Schlüssel dafür sein, dass der Erfolg wieder zurückkommmt. "Wir haben in den letzten sechs Jahren etwas Großes aufgebaut. Man darf nicht vergessen, was geleistet wurde. Da sollte man sich durch den Kopf gehen lassen, ob man einen Cut machen und bei null anfangen will. Wir wissen auf jeden Fall, was wir an Marcel Koller haben."
Nach 1:1 gegen Georgien: Kollers Abschied kündigt sich an
Der diesmal erneut als linker Außenverteidger aufgebotene Martin Hinteregger bricht ebenfalls eine Lanze für den Teamchef. "Er hat zu jedem einen guten Draht, egal ob Tormann, Stürmer, Jung oder Alt. Es wäre gut, wenn wir den Weg mit ihm weitergehen. Tore hätten wir schießen müssen und hinten besser verteidigen. Das ist das, worum es im Fußball geht, das haben wir in dieser Quali nicht geschafft", erklärt der Kärntner. "Wir haben kein Spiel gehabt, das schlecht war. Aber das Alzerl hat einfach gefehlt. Das auf dem Teamchef auszumachen, wäre falsch. Wir mögen ihn, er mag uns. Ich bringe da gute Leistungen, weil ich weiß, worum es geht. Weil im Training und bei der Taktik Kontinuität herrscht."