Rapid ließ sich durch den Ausgleichstreffer in der 86. Minute zumindest vorläufig die Fahrkarte in die Meistergruppe entreißen, Altach blieb hingegen "am Leben". Nur ein Punkt fehlt der Ländle-Elf auf die sechstplatzierten Hütteldorfer. Je einen Zähler dahinter sind auch Ried trotz einer 1:2-Niederlage beim GAK sowie die WSG Tirol dank eines 3:2-Siegs bei Schlusslicht Blau-Weiß Linz noch im Rennen. Daraus verabschiedete sich der WAC, obwohl er Sturm Graz auswärts ein 2:2 abrang. In jedem Fall werden die Abstände nach der Punkteteilung sehr klein sein. Vor der 32. Runde sind der Erste und der Sechste nur durch sieben Punkte getrennt.

Rapid suchte eine Woche nach dem Aufatmen über das 2:0 gegen den WAC in Altach lange nach offensiver Gefährlichkeit, näher an der Führung waren die Hausherren. Gleich nach Wiederbeginn leitete ein Stellungsfehler des Ex-Rapidlers Moritz Oswald aber die Gäste-Führung ein, Winter-Zugang Andreas Weimann sorgte mit seinem ersten Treffer für Grün-Weiß aus Kurzdistanz für das 1:0. Der Ausgleich durch Yann Massombo (86.) war schließlich leistungsgerecht, setzt Rapid vor dem abschließenden Gastauftritt in Salzburg aber unter Druck. Altach muss wiederum bei Sturm wohl gewinnen, um noch eine Chance auf die Top sechs zu haben. Davor wartet am Mittwoch das Cup-Halbfinale in Salzburg.

Die Wiener Austria durfte feiern. Genau genommen waren es zwei Teams, die nach dem 2:2 in Favoriten jubelten. Auch der LASK, der durch Moses Usor (23.) und Christoph Lang (73.) zweimal in Führung gelegen war, hat nun rein rechnerisch seinen Platz in der Meistergruppe sicher. Aleksandar Dragovic (47.) und Johannes Eggestein (87.) per Elfmeter nach Handspiel von Modou Cisse glichen zweimal aus, wodurch für beide Teams relativ entspannte Abschlusspartien anstehen. Der LASK empfängt den WAC, die Austria gastiert in Ried. Mit einer Niederlage könnten die Veilchen im Fall der Fälle Rapids Aus besiegeln.

Hartberg rührte in Salzburg erfolgreich Beton an und belohnte sich mit einer sehr guten Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Blau-Weiß. Nur eine Niederlage bei gleichzeitigem Altach-Sieg könnte noch das Meistergruppen-Aus bringen. Dann herrschte Punktegleichheit und da auch die direkten Duelle ausgeglichen sind, gäbe das Torverhältnis den Ausschlag. Und da hat Hartberg mit aktuell +5 die Nase klar vor Altach (+1). Salzburg fand beim Heimdebüt von Neo-Salzburg-Trainer Daniel Beichler gegen einen tief stehenden Gegner trotz drückender Überlegenheit kaum Lücken. Besser kann man es am Mittwoch im Cup-Halbfinale gegen Altach machen.

Altach war nicht der einzige Profiteur von Rapids Ausrutscher. Auch Ried darf trotz der 1:2-Niederlage in Graz noch hoffen, brachte sich aber um eine wesentlich bessere Ausgangsposition vor dem Heimspiel gegen die Austria, für das nun auch Schützenhilfe nötig ist. Alexander Hofleitner (7.) und Ramiz Harakate (26.) schossen die Steirer früh auf die Siegerstraße. Auch ein Eigentor von Lukas Graf (92.) und ein Platzverweis für Mark Grosse (93.) verhinderten nicht den vierten Saisonsieg des GAK, der den Vorsprung auf Schlusslicht Blau-Weiß auf sechs Punkte ausbaute. Auf Ried warten damit große Aufgaben, am Mittwoch hat man im Cup-Halbfinale den LASK zu Gast.

So wie Ried hat auch die WSG Tirol noch rechnerische Chancen auf die Meistergruppe, verschaffte sich aber vor allem weitere Luft im Kampf um das Ziel Klassenerhalt. Matchwinner beim 3:2-Erfolg im Stadion von Blau-Weiß war Nicolai Baden Frederiksen mit einem Triplepack vor der Pause (15., 19., 45.+1). Tore von Nico Maier (19.) und Simon Seidl (50.) waren für die Hausherren zu wenig. Die Linzer haben von ihren jüngsten zwölf Ligaspielen zehn verloren, der Rückstand auf den GAK vergrößerte sich auf sechs Punkte.

Sturm hatte in Sachen Meistergruppe ohnehin schon alles klar gemacht, das 2:2 gegen WAC durfte zumindest als moralischer Erfolg gelten. Mit hängenden Köpfen verließen hingegen die Kärntner den Platz, sie gaben eine 2:0-Führung durch Treffer von Boris Matic (19.) und Erik Kojzek (51.) noch aus der Hand. Als vorentscheidend sollte sich die Notbremse von Cheick Diabate gegen Sturm-Angreifer Maurice Malone erweisen. Aus dem fälligen Freistoß resultierte ein Hand-Elfmeter, den der eingewechselte Otar Kiteishvili verwandelte (68.). Lediglich fünf Minuten später erzielte der Georgier aus einem Elfer-Nachschuss den Ausgleich für lange Zeit harmlose Grazer, die weiter zwei Zähler hinter Leader Salzburg und einen vor dem LASK liegen.