Zuletzt aktualisiert: 08.02.2015 um 08:00 UhrKommentare

Red-Bull-Chef können "Fans" nicht beirren

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz (70) spricht eine Woche vorm Frühjahrsstart der Bundesliga über Salzburg, Leipzig, sein Fußballkonzept und was er von "Fan"-Protesten hält.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz verlagert seinen Fußball-Schwerpunkt Foto © APA/BARBARA GINDL

Ihr Sportdirektor (Anm., Ralf Rangnick) wird Salzburg verlassen. Haben Sie schon einen Nachfolger im Kopf?

DIETRICH MATESCHITZ: Es ist ja nicht so, dass Herr Rangnick in Zukunft, wenn er sich nur noch auf Leipzig konzentrieren wird, Sprechverbot hat und mit Salzburg keinen Kontakt mehr haben wird. Aber Leipzig ist inzwischen einfach zu wichtig geworden. Nein, explizit nachbesetzen werden wir Ralf Rangnick in Salzburg nicht, wir haben genug exzellente Leute hier.

Der Bundesliga-Aufstieg ist für Leipzig im Frühjahr bereits ein Muss?

MATESCHITZ: Wir haben das in Leipzig immer mit "raschestmöglich" definiert. Und ja, geplant wäre der Aufstieg für heuer. Wobei es kein Malheur wäre, wenn es nicht klappen würde und wir noch eine Art Konsolidierungsjahr in der zweiten Liga einlegen würden. Uns muss allerdings klar sein, dass es nächstes Jahr auch nicht leichter wird.

Die Differenzen, die Red Bull mit dem DFB (Anm.: Deutscher Fußballbund) hatte, sind alle ausgeräumt?

MATESCHITZ: Ja, das sind sie. Hier gibt es keinerlei Probleme mehr.

Was bedeutet das nun für Salzburg? Dass Salzburg endgültig nur noch die geplante "Filiale" wird?

MATESCHITZ: Die Stärke der Liga gibt uns ja den Schwerpunkt vor. Das ist aber nichts wirklich Neues. Das ist, wie Sie wissen, seit Jahren unser Konzept. Deshalb haben wir in Salzburg auch eine Akademie errichtet, die ihresgleichen in Europa sucht. Wo wir Fußballer für Leipzig, aber natürlich auch für Salzburg groß werden lassen wollen.

Wo planen Sie Salzburg in der heimischen Bundesliga in Hinkunft einzuordnen?

MATESCHITZ: Wir werden dennoch dafür Sorge tragen, dass Salzburg weiterhin in der Bundesliga um den Titel mitspielen und auch international ein passables Bild abgeben kann. Alles andere wäre gegen die Ansprüche, die wir als Red Bull einfach haben.

Und das wird funktionieren? Wenn Sie Ihre besten Leute nur noch in Leipzig bündeln?

MATESCHITZ: Hier geht es nicht nur um Leipzig. Spieler wie ein Mané, ein Kampl, die sind für Österreich einfach zu gut. Die hätten wir in Salzburg so oder so nicht halten können. Es sei denn, zumindest vier, fünf österreichische Klubs würden mit uns mitziehen und die Bundesliga über Nacht erstarken. Weil das nicht passieren wird, gibt es an unserem Konzept nichts zu rütteln. Wir sind überzeugt, dass wir bis jetzt alles richtig gemacht haben.

Sie haben sich nach Franco Foda erkundigt. Hätten Sie ihn gerne in Salzburg gesehen?

MATESCHITZ: Nein, für uns in Salzburg war er nie ein Thema. Aber ich habe wirklich sehr gehofft, dass er wieder zu Sturm zurückgeht. Franco Foda passt einfach sensationell zu Graz. Zum Glück hat Sturm im letzten Moment die Kurve bekommen.

Wie sind Sie mit Herrn Hütter als Trainer in Salzburg zufrieden?

MATESCHITZ (überlegt länger): Da müssen Sie schon Ralf Rangnick fragen. Fachlich kann ich das nicht wirklich beurteilen. Aber sagen wir so: Adi Hütter ist ein Trainer mit allen Stärken, aber auch mit Schwächen.

In Deutschland, auch bei Salzburgs Champions-League-Match in Malmö, gab und gibt es massive Proteste der Anhänger gegen den von einem Konzern vereinnahmten Fußball. Wie gehen Sie mit solchen Vorwürfen um?

MATESCHITZ: Massiv? Glauben Sie mir, diese sogenannten Fans bewegen sich im "parts per million"-Bereich. Und die Medien bieten ihnen die entsprechenden Steigbügel. Von so etwas lassen wir uns keinen Millimeter von unserem Weg abbringen.

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Böses Foul an Red Bull, Dietrich Mateschitz und dem Fußball / Bild: DPA, BILD.DE
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10 Kommentare

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Geom38 am 08.02.2015 19:07 Kommentar melden

Was die Prioritätenverlagerung

betrifft hat DM in jedem Fall Recht, das mehrmalige Scheitern von RBS an der Quali zur CL hat das ganze jetzt lediglich beschleunigt. In D geht jetzt lediglich bereits die Angst um dass der Druck für den einen oder anderen renommierten Klub künftig grösser und ein weiterer da sein wird der am CL-Kuchen mitnaschen wollen wird. Natürlich ist auch Rasenball(genialer Name) Leipzig ein reines Kunst bzw. Marketingprodukt aus dem Hause RB, nur sollte man dabei schon bedenken dass mit diesem Verein lediglich der in den oberen Ligen extrem unterrepräsentierte Osten des Landes seinen Platz in der Liga bekommen wird. Alle anderen haben ja nicht zuletzt der fehlenden finanziellen Mitteln wegen es nie dauerhaft geschafft oben mitzumischen. Und wenn es keiner der vielen Traditionsvereine aus dem Osten schafft, dann eben ein Retortenklub wie RBL. Das sollte man viel entspannter sehen....
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patriotismus am 08.02.2015 18:20 Kommentar melden

Also mir persönlich taugt das Konzept von Red Bull nicht!

Der Mateschitz sollte als Österreicher seine Prioritäten schon in Österreich setzen!
Ich jedenfalls kaufe kein Red Bull mehr wenn das meiste Geld nach Leipzig fließt!
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Antwort von Geom38 am 09.02.2015 19:51 Kommentar melden

DM ist schliesslich

kein Mäzen dem ein Klub aus irgendwelchen Gründen am Herzen liegt sondern ein extrem gewiefter Geschäftsmann der dort investiert wo's Sinn macht. Das war als Basis bzw. Einstieg in den Fußball Salzburg wo naturgemäss jeder ob unserer schwachen Liga an seine Grenzen stösst. Jetzt folgt der nächste Schritt, der in den wirklich grossen Fußball. Da hat keiner unserer Vereine etwas verloren, allenfalls verirrt sich ab und zu mal einer dorthin. Wer gedacht hat in Salzburg entstünde ein in Fußballeuropa relevanter Großklub war von daher immer schon ein Träumer....so wie ein gewisser FS der in Österreich den kommenden Fußballweltmeister gesehen hat.
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Antwort von WolfgangPhilipp am 10.02.2015 08:34 Kommentar melden

Dem

kann ich so nicht zustimmen. Zunächst ist ein Mäzen (...ist eine Person, die eine Institution, kommunale Einrichtung oder Person mit Geld oder geldwerten Mitteln bei der Umsetzung eines Vorhabens unterstützt, ohne eine direkte Gegenleistung zu verlangen. Wikipedia).Hopp bei Hoffenheim darf sich also Mäzen nennen, Mateschitz nicht. Auch Adidas, Puma, Allianz usw. wollen eine Plattform haben aber sie sind nicht der Grund warum dort Fußball gespielt wird. Die Absicht von Red Bull ist also klar. Auch ist uns allen klar was Herr Mateschitz in dem Interview ausdrückt. In Österreich spielen wir wenn überhaupt "unterirdischen", quasi nicht brauchbaren Fußball. Im Grunde könnten wir, wollen wir seine Gedanken weiter spinnen es auch sein lassen, denn Fußball spielt man anders.
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Antwort von Geom38 am 10.02.2015 12:59 Kommentar melden

Der Unterschied zwischen DH und DM

ist schon ein gravierender. Hopps Naheverhältnis zum Verein den er ja schon seit sehr langer Zeit unterstützt ist hinlänglich bekannt, der Klub lag und liegt ihm immer schon am Herzen. Trotzdem wurde er immer wieder angefeindet, eben weil er natürlich auch die Kontrolle über den Verein hat, wenn auch nicht direkt da gegen die Regeln des DFB. DM hingegen hatte mit Fußball wohl nie etwas zu tun bevor ihn Rudi Quehenberger gebeten hat etwas für die damals gerade darniederliegende Salzburger Austria zu machen. Und passte eigentlich auch nicht wirklich ins strategische Konzept von RB. Mit entsprechendem "Feingefühl" hat dann ja auch die quasi Auslöschung des alten KLubs (und ursprünglich auch seiner Historie) stattgefunden. RBS war immer mehr Mittel zum Zweck als Herzensangelegenheit.
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Antwort von Geom38 am 10.02.2015 13:12 Kommentar melden

....

Das Projekt RBS hätte dem heimischen Fußball eben nur wirklich etwas gebracht, wenn, wie im Interview angesprochen, andere Klubs mitgezogen hätten. Davon war aber nie auszugehen, einfach weil potente Geldgeber hierzulande rar sind und der Werbewert unserer Liga für die meisten global agierenden Firmen schlicht vernachlässigbar ist. Und die anhaltende Wirtschaftskrise hat das ihrige dazu beigetragen. In D sieht das ganze naturgemäß dann natürlich ganz anders aus, dort macht's Sinn zu investieren. Und die Mane's, Kampl's, Soriano's werden künftig dann eben direkt dort andocken ohne Umweg Salzburg. Dort wurden aber in all den Jahren jetzt wenigstens Strukturen geschaffen die wohl alle anderen in Ö gerne hätten. An denen sich alle anderen orientieren können und im Rahmen ihrer Möglichkeiten nacheifern sollten. Weil ordentliche Nachwuchsakademien sind der einzige Garant dafür, dass sich unser Fußball nachhaltig weiterentwickelt, die Talente wären ja vorhanden.
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WolfgangPhilipp am 08.02.2015 15:06 Kommentar melden

Bei den

BL Vereinen in Deutschland aber auch anderswo tragen die Sponsoren für die Erhaltung des Kaders, des Spielbetriebes, sagen wir zum Sport bei. Bei Red Bull tragen die Spieler, der Verein, zum Erfolg der Dosen, zur internationalen Platzierung des Namens bei. Im ersten Fall ist der Sponsorname die Begleitmusik, im Fall Leipzig der Fußball Mittel zum Zweck.
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Antwort von max13 am 08.02.2015 16:30 Kommentar melden

wie hat der strohsack gesagt?

wer das Gold hat bestimmt.
wenn red bull Millionen in die Leipziger steckt,
können sie als Gegenleistung Werbung erwarten!
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xnots1109 am 08.02.2015 11:18 Kommentar melden

pduuh

Schön langsam kapier ich was die Aue- Fans wirklich gemeint haben.. Ich bin nicht wirklich stolz auf unseren "Vorzeige- Österreicher"...
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Antwort von egalite am 08.02.2015 11:26 Kommentar melden

Schwer zu glauben dass Sie

etwas kapiert haben!
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