UmfrageSebastian Kurz als Trägerrakete für die Volkspartei

Laut Umfrage des Spectra-Instituts im Auftrag der Oberösterreichischen Nachrichten zeichnet sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen FPÖ und SPÖ ab. Die ÖVP ist weit abgeschlagen, aber Außenminister Sebastian Kurz hat "enormes Potenzial".

Kurz: 'Es gibt auch Leute, die wuerden gerne nackt herumlaufen, aber das ist eben verboten'
Shootingstar der ÖVP: Sebastian Kurz © ServusTV
 

Eine Umfrage des Spectra-Instituts im Auftrag der „Oberösterreichischen Nachrichten“ (OÖN) weist in der „Sonntagsfrage“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ und FPÖ aus. Dabei wird die Rechnung aber noch ohne VP-Hoffnung Sebastian Kurz gemacht.

Für die FPÖ weist das Institut derzeit 30 Prozent aus. Die SPÖ unter ihrem neuen Chef Christian Kern bringt es auf 28 %, die ÖVP mit Noch-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner auf nur noch 21 %. Die Grünen liegen bei 12, die Neos bei vier Prozent.

Befragt wurden 1502 Wahlberechtigte, wobei in zwei Runden - einmal Anfang des Jahres, einmal im März befragt wurde.

FPÖ und SPÖ sind also am aufsteigenden Ast, wenn es nach dieser Umfrage geht, die ÖVP liegt – derzeit - schlechter als bei der Nationalratswahl 2013. Damals kam die Volkspartei noch auf 24 Prozent. die SPÖ lag an der Spitze, aber mit auch nur noch 26,8 Prozent. Die FPÖ lag auf Platz 3, mit damals 20,5 Prozent.

FPÖ und SPÖ Kopf an Kopf

In Berücksichtigung der Schwankungsbreite sei es heute ein „Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ und FPÖ“, so Spectra-Chef Peter Bruckmüller gegenüber den OÖN. Der deutliche Vorsprung, den die FPÖ zwischenzeitlich in Umfragen hatte, scheint geschmolzen

Bei den persönlichen Werten schaut es anders aus: Kanzler Kern liegt bei gut 43 Prozent, was den Wert für eine „gute Meinung“ betrifft, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei 35, Vizekanzler Mitterlehner bei nur 23, Außenminister Sebastian Kurz aber bei bemerkenswerten 68 Prozent. „Keine gute Meinung“ haben 54 % von Strache, 52 % von Mitterlehner, 34 % von Kern, aber nur 16 % von Kurz. Im Saldo ist das ein Wert von plus 53 für Kurz, aber minus 30 für Mitterlehner.

Die Politik ist generell unten durch

Eine „gute Meinung“  haben  aber immer noch 34 Prozent von der SPÖ, bei den Freiheitlichen sind es nur 32 Prozent. Die ÖVP liegt  mit 28 Prozent auf Platz 3. Umgekehrt führt die Volkspartei das Feld bei der Antwort „keine gute Meinung“ an, und zwar mit 52 Prozent, knapp vor der FPÖ mit 50 Prozent. Die SPÖ liegt auf Platz 3 mit 48 Prozent, ganz vorn die Grünen mit 59 Prozent.

Die Antworten auf diese Frage zeigt, dass die Österreicherinnen und Österreich generell wenig halten von der Politik und ihren Vertretern. Addiert man die Werte, steigt mit einem Saldo von Minus 14 jedenfalls die SPÖ am besten aus, gefolgt von FPÖ (minus 19) und ÖVP (-24). Keine Partei verzeichnet unterm Strich ein Plus.

Die rot-schwarze Koalition befürworten nur noch 26 Prozent der Befragten,  53 Prozent lehnen sie ab. Nur noch 15 Prozent bescheinigen dem Zweckbündnis aktuell eine gute Leistung, In der Frage, welche der beiden Parteien als besser bewertet wird, steigt die SPÖ mit 26 Prozent besser aus als die ÖVP (17 Prozent). Für 30 Prozent ist die Bilanz gleich (schlecht).

Kurz hat "enormes Potenzial"

Noch einmal zurück zum Dreiervergleich mit Perspektive: bei der Frage „Wer gefällt Ihnen besser?“ liegt Sebastian Kurz (ÖVP) mit 47 % weit vor Kern (SPÖ) und Mitterlehner (ÖVP).

Und auch bei der Kanzler-Direktwahlfrage liegt Kurz mit 32 % vor Kern (19 %) und Strache (18 %). „Kurz hat enormes Potenzial“, so Bruckmüller gegenüber den OÖN. Aber: „Keiner weiß, ob der Effekt dann tatsächlich so groß ist.“ Ob Kurz also die Umfragewerte tatsächlich in die Scheune fährt, wenn er als Frontmann nicht an Worten sondern an Taten gemessen wird.

Die Sonntagsfrage mit einem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz wagt daher auch kein Meinungsinstitut zu stellen - man sieht sich nicht in der Lage, die Werte der ÖVP mit ihm als Spitzenkandidaten verlässlich hochzurechnen.

Kommentare (15)

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Lodengrün
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Trägerrakete

könnte auch anders gesehen werden. Das mit ihm die ÖVP in die endgültige Bedeutungslosigkeit abhebt. 2x Pröll, Lopatka, Bachmann, Schützebhöfer & Cie haben die Startbahn gelegt.

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Hausverstand54
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Der Vergleich macht uns sicher!

Wenn man unsere Altpolitiker/innen z.B. beim ORF Interview oder in einer Diskussionsrunde verfolgt, ist man zum Schluss gleich dumm wie vorher. Sie haben meistens keinen Plan, nichts zu sagen oder sie reden im unverständlichen Politsprech.

Beim Kurz ist das anders: Klare Worte, nachvollziehbare Argumentation, logischer Plan. Dazu noch jung, dynamisch, authentisch, sympatisch, vertrauenswürdig!
Daher: JA zu KURZ!

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Lodengrün
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Und er ist.........

Karriere versessen. Logisch und klar mögen seine Pläne sein, nur eben nicht durchführbar. Jung ist keine Auszeichnung, authentisch ist nicht zu beweisen, sympathisch durchaus, bei Vertrauen bin ich bei jedem Politiker vorsichtig. Was seine Erfolge betrifft bitte Kommentar von @SoundofThunder weiter unten lesen.

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Lamax2
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Es ist paradox

Ich verstehe nicht, dass die ÖVP in den Umfragen so schlecht abschneidet; entweder sind das alles "zielgerichtete" Untersuchunen oder ich kenne die Österreicher nicht mehr. Wie kann man einer SPÖ mit dem Pizzaverkäufer so viele Simmen geben? Sie ruinieren das Land schulisch, sozial und auch wirtschaftlich- was ist da so gut daran? Die FPÖ ist wieder ein eigenes Thema und die ÖVP versucht in den aktuellen Krisen (zusammen mit dem Verteidigungsminister) Lösungen zu finden; mit Linksträumereien wird da sicher nichts gelingen. Ich hoffe, die Umfrage sind wieder so falsch liegend, wie viele schon davor.

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SoundofThunder
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Re: Es ist paradox

Sagt Ihnen die 60 Stunden Woche etwas? Durchrechnungszeiträume von 2 Jahren? Ein Arbeiter wird die nicht wählen. Das blöde daran:Def FW-Bundesobmann Matthias Krenn will das auch.

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Lamax2
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Was reden sie da?

Das haben die Lehrer schon lange; effektive 60 St-Woche incl aller Vorbereitungen und einen viel längeren Durchrechnungszeitraum. Eine 60 St-Woche wird außerdem kein normaler Arbeiter haben, sondern nur Manager und Firmeninhaber.

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max13
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So sind die blauen.

Immer nur auf den eigenen Geldbeutel schauen.
Krenn ist ein gutes Beispiel dafür!

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spiesailor
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Ich glaube

Das machen alle anderen auch....

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SoundofThunder
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🤔

Was war seine Leistung? Als Außenminister? Er hat die Balkanroute nicht geschlossen,das waren andere (Googeln).Wo sind seine Erfolge als Integrationsminister? Oder die Erfolge bei der OSZE ? Okay,das ist zu Kurzfristig ,da ist er zu Kurz dabei.Politiker die nur Ankündigungen und leere Phrasen dreschen die jeder gerne hören will haben wir schon zur genüge (Die laufen unter folgender Bezeichnung:Populist) Aber anscheinend muss man in Österreich nur Jung und Dynamisch wirken und nur genau das sagen was jeder gerne hören will und schon ist man der nächste Lieblings-Schwiegersohn von Österreich.

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max13
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Eine Tragödie für die övp.

Ein unreifer Möchtegern als Anführer.

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Lodengrün
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Macht viel Wind

und es ist nichts dahinter. Darüber hinaus fehlt ihm an allen Ecken und Enden eine Menge. Beginnend bei Geschichte und deren Zusammenhänge, Sozialkompetenz, bis hin das er krampfhaft im Englisch nach Sätze ringt, wären da viele Sachen über lange Zeit zu ergänzen. Wenn ihn Pröll, Schützenhöfer & Cie als Messias preisen dann fußt das nicht auf deren Überzeugung sondern vielmehr dass sie in ihrer Hilf- und Ausweglosigkeit keinen anderen Weg sehen.

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Mein Graz
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ein populist,

der ein mal nicht aus dem blauen lager kommt. aber schon recht knapp dran ist.

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alsoalso
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Ein Mann allein (Kurz) ....

.....macht ähnlich einer Schwalbe noch keinen Sommer ! Bei der ÖVP ist "Vieles" faul .Kurz ist ein Hoffnungsschimmer , da müssen aber viele "Bonzen" weg ! Die Apparatschicks sind weit weg vom Volk . Auf Gemeindeebene sieht man , dass ÖVP- Mandatare , die mit dem Volk fühlen überall sehr erfolgreich sein können . Die Hoffnung auf Erneuerung "oben" stirbt zuletzt . Übrigens : Nur Krisen bringen Veränderungen .

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helmutmayr
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Die Parteiapparate

Sind nicht mehr zeitgemäß. Es geht schon lange nicht mehr um Staat und Volk, es geht nurmehr um Macht, Positionen und Geld. Reformen in neue Strukturen sind undenkbar.
Es muss zuerst das Alte absterben das Neues entstehen kann.
Einer alleine wird weder die Schwarzen noch die Roten retten.

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paulrandig
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Ach ja, es ist ja Luther-Jahr.

Wie sagte der? "...man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; da verstehen sie es denn und merken, daß man deutsch mit ihnen redet.“

Luther tat das aus festem Glauben heraus. Bei Kurz bezweifle ich das...

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