Proteste in Wien

Einige Kundgebungen gegen Akademikerball geplant

Der "Akademikerball" am 30. Jänner in der Hofburg wird auch heuer von zahlreichen Gegendemonstrationen begleitet werden. Zwei große Demonstrationszüge und mehrere Kundgebungen sind angemeldet.

© APA (Archiv)
 

Der von der FPÖ in der Wiener Hofburg ausgerichteten "Akademikerball" am 30. Jänner wird wie schon in den Jahren davor von zahlreichen Gegendemonstrationen begleitet werden. Zwei große Demonstrationszüge sowie mehrere Standkundgebungen sind angemeldet. Am Heldenplatz lädt die Initiative "Jetzt Zeichen setzen" zu einer Kundgebung und einem Konzert.

Genehmigungen für die einzelnen Kundgebungen bzw. die Demonstrations-Routen sind laut Polizei noch ausständig, man sei mit den Anmeldern im Gespräch. Insgesamt sind 13 Standkundgebungen und "Märsche" gegen den Burschenschafter-Ball (vormals Ball des Wiener Korporationsrings WKR) angemeldet, so der Letztstand laut Polizei. Die Exekutive wird mit deutlich mehr als 2000 Beamten im Einsatz sein, auch wird es wieder Platzverbote geben. Welche Bereiche diese umfassen, wird aber erst festgelegt. Die Exekutive rechnet mit rund 6000 Demonstranten, wie der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl bereits vor rund zwei Wochen erklärte.

Heldenplatz nicht gänzlich gesperrt

Fix dürfte sein, dass diesmal - im Gegensatz zum Vorjahr - der Heldenplatz nicht zur Gänze abgesperrt wird. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) hat für die Initiative "Jetzt Zeichen setzen" dort eine Veranstaltung angemeldet, diese ist laut Veranstaltern bereits genehmigt. Ab 18.30 Uhr wird es ein Konzert geben, auftreten werden Harri Stojka, die Songcontest-Kandidaten (für die österreichische Ausscheidung) Kommando Elefant und die Poetry-Slam-Performerin Yasmo. Das Motto der Veranstaltung lautet: "Kein Salon dem Rechtsextremismus". Ansprachen werden u.a. die Holocaust-Überlebenden Dora Schimanko und Rudi Gelbard halten.

Angemeldet sind wie im Vorjahr auch zwei Demonstrations-Züge der Plattformen "Offensive gegen Rechts" (OGR) sowie "NOWKR". Erstere wird wie schon 2014 auch heuer um 17 Uhr vom Schottenring vor der Universität Wien in Richtung Innenstadt ziehen, die Schlusskundgebung ist um ca. 18.30 Uhr auf dem Stephansplatz geplant. Im Anschluss daran (ab 19 Uhr) werden an drei Punkten in der Innenstadt "Blockadepunkte" eingerichtet, die ebenfalls als Kundgebung angemeldet sind - und zwar bei der Löwelstraße hinter dem Burgtheater, am Kohlmarkt (Ecke Graben) sowie auf der Freyung/Ecke Schottengasse. Die "OGR" ruft dazu auf, "den Ball mit den Mitteln des zivilen Ungehorsams zu blockieren". Die Organisatoren rechnen alleine bei dieser Demonstration mit 5000 bis 6000 Teilnehmern.

"Unmöglich machen"

Auch die Initiative "NOWKR" protestiert erneut gegen den Ball. Der Start des Demo-Zuges ist für 17 Uhr im Resselpark am Karlsplatz angesetzt. Das Motto der auf der Homepage des "autonomen, antifaschistischen Bündnis" NOWKR veröffentlichten Demo-Aufrufs lautet: "Den Akademikerball unmöglich machen! Für ein Ende der Gewalt!" Dabei wollen sie auch von "Militanz" keinen Abstand nehmen, wie es auf der Homepage von "NOWKR" heißt. Erwartet werden von den Veranstaltern rund 4000 Teilnehmer.

Zu den Demonstrationen werden auch Teilnehmer aus dem Ausland erwartet. Das NOWKR-Bündnis bewirbt auf seiner Homepage organisierte Busreisen aus verschiedenen europäischen Städten, vor allem aus Deutschland, aber auch aus Italien, Tschechien, Slowenien und der Slowakei.

Bei der Albertina ist eine weitere Kundgebung angemeldet. Die "Interventionistische Linke" ruft ab 17 Uhr zu einer Blockade der Zugänge zur Hofburg auf. Auch hier heißt das Motto: "Unser Ziel ist es, den sogenannten Akademikerball zu verhindern." Wie auch bei der "Offensive" betonen die Organisatoren, dass von der Blockade "keine Eskalation" ausgehen werde.

FPÖ übt scharfe Kritik

Scharfe Kritik an den angekündigten Demonstrationen übte die als Ballveranstalter auftretende Wiener FPÖ. "Es wird so rund gehen, wie es noch nie der Fall war", meinte etwa FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Jung im Vorfeld. Gefahr drohe vor allem von der Initiative "NOWKR" sowie von jener Gruppe, die sich bei der Albertina versammeln will, so seine Einschätzung. Ballorganisator und Landtagsabgeordneter Udo Guggenbichler erwartet sich ungeachtet der Tumulte der letzten Jahre einen regen Zulauf zum Ball: Es werden heuer wohl "einige hundert Stück" mehr Karten verkauft als im Jahr zuvor. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache wird den Ball besuchen.

Beim letzten Ball war es bei den Demonstrationen zu teils gewalttätigen Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und auch Verletzten sowohl aufseiten der Polizei als unter den Demonstranten gekommen. Es gab rund 20 Festnahmen. Gegen einen der Kundgebungsteilnehmer aus Deutschland - Josef S. - wurde ein Prozess wegen Landfriedensbruch, versuchter schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung geführt. Er wurde (nicht rechtskräftig) zu einem Jahr Haft, davon vier Monate unbedingt, verurteilt. Der Mann aus Jena wird laut einem Interview im ORF-Radio FM4 heuer nicht an den Demonstrationen teilnehmen.

Ein "Vermummungsverbot", das im Vorjahr im Vorfeld des Balles für Empörung gesorgt hatte, wird es heuer nicht geben. Damals galt diese Verordnung in allen Bezirken innerhalb des Gürtels. Freilich gilt das Verbot, sich unkenntlich zu machen, bei Kundgebungen generell - und damit auch bei den Demonstrationen gegen den Akademikerball.

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Danke für Ihr Verständnis.

fipsal
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Wie kommt das Volk dazu

Die Polizei füt diesen Randaliererhaufen vom In und vom Ausland zu finanzieren? Wer bezahlt die Sachbeschädigungen, diejenigen die die Anstifter sind gehören zur Kasse gebeten für den Sicherheitsaufwand. Die Randalierer gehören eingesperrt und zu saftigen Geldstrafen sowie für wieder gutmacheung des schadens herngezogen.

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pattalung
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Akademikerball??

Ich versteh es nicht warum nicht einfach ignorieren.Diese Veranstaltung wäre längst nicht so interresant und werbeträchtig wenn man sie einfach lassen würde-was ja auch ihr Recht ist so lange sich alles im gesetzlichen Rahmen bewegt.
Haben die Linken schon einmal nachgedacht das sie durch ihr Aufheulen und nicht akzeptieren genau den Rechten jede Menge Gratispopaganda machen.
Die Demokratie hat Spielregeln an die wir uns einfach zu halten haben.
Randalle-Zerstörungen-Störenfriede-Stiefelmarschierer- ich lehne sie ab.
Wir Alle sind in erster Linie Österreicher das uns mehr verbinden sollte als Ideologien.

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fipsal
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Freiheit?

Schon daran gedacht, dass das ganze Theater eigentlich fürs Volk gedacht ist, um Ängste zu schüren. Alles eine Politshow mit der das Volk unter Druck gesetzt werden soll, ja nicht die Freiheitlichen zu wählen, weil die ja sagen was Sache ist. Stell dir mal ein Leben vor ohne LÜGE, das hast du nur, wnn due keine Zeitung und keine TV Nachrichten dir ansiehst. Wenn Du dir selber ein Bild im realen Leben machst und dir nichts vorgaukeln lässt von Medien an Lügen und an Angsmache, die ja allesamt politisch gesteuert werden. Sagst einer was gegen Ungerechtigkeiten, wird er als Rassist und als Neidhammel bezichtigt, dabei ist es nur die Wahrheit. Und die Gutvereine müssen natürlich ihren Arbeitsbereich schützen und am Leben erhaten, da sie ja nicht schwer arbeiten brauchen, nur das Steuergeld verteilen und schaun müssen, dass ja alle anderen ja genug kriegen, fürs ein langes Nichtstun.

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schteirischprovessa
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Der Ball ist eindeutig im gesetzlichen und rechtlichen Rahmen,

auch die FPÖ (die ich zwar nicht wählen würde), ist in diesem Rahmen. Den Ball so wie es NOWKR fordert, unmöglich zu machen, ist meines Erachtens nicht in diesem Rahmen. Das ist ein Angriff gegen Demokratie und Meinungsfreiheit. Dass auch in einem freien Land Respekt vor anderen Meinungen zu gelten hat, ist einfach ein Grundstein der Demokratie. Als Verfechter der Demokratie hab ich mehr Angst vor den linken Demonstranten als vor ein paar rechten Burschenschaftern und Ballbesuchern.

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lucavaldesi
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Lieber

ein Furunkel am After
als ein Burschenschafter!!!!

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Balrog206
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Re: Lieber

Ein arbeitender u steuerzahlenter Burschenschafter als ein Lin.er dauerstudent !

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schteirischprovessa
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Wenn du für jeden gewalttätigen Demonstranten dort auch noch ein Furunkel

bekommst, wirst weder sitzen noch liegen können.

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Juliana21
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Da sieht man halt wieder ...

welch Geistes Kinder diese Demonstranten sind und welche Kinderstube sie genossen haben! Dass die Zen sur diesen lucavaldesi noch nicht gelöscht hat, ist auch bezeichnend! Danke KZ

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Schlingel1
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Also ich kann mir nicht erklären , das es Menschen gibt die sich auf die Straße begeben , Randalieren , beleidigend , Gewalttätig werden , und das alles um friedlichen Ballbesuchern einen schönen Abend zu versauen , tut mir leid aber diese Chaoten müssen einen festen Klescher haben.

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Hako2013
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Freilich gilt das Verbot, sich unkenntlich zu machen, bei Kundgebungen generell - und damit auch bei den Demonstrationen gegen den Akademikerball?

Warum wird dann das Vermummungsverbot aufgehoben?

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Juliana21
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Warum wohl?

Weil man dann alles den "bösen" Ballbesuchern in die Schuhe schieben kann. Wir haben uns schon lange von der Demokratie verabschiedet. Die "Aggressionen" kommen wieder von außen. 1938 lässt grüßen! Die Geschichte wiederholt sich!

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schteirischprovessa
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Richtig, diesmal geht es halt gegen Burschenschafter,

von denen nicht respektiert wird, dass sie eine andere Anschauung als Linke und Alternative haben. Es ist immer schlimm, wenn andere Meinungen oder Gruppen (die sich im gesetzlichen Bandbereich bewegen) nicht respektiert werden.

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peter56
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Genau beschrieben, Aggresionen, Randale, Arbeitslosigkeit an der Grenze,
Aufstieg der Rechten wie sich 1938
wiederholt hätte man nicht gedacht!
Mit Bussen Leute transportieren damit
Randale stattfinden, einfach bedenklich,
auch 1938 haben die SA Schlägertruppen
politische Meinung erzwungen.
Österreich muss aufpassen, eine Wiederholung der Geschichte darf nie mehr passieren!

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Juliana21
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Genau so ist es, Herr Peter!!

Nur passiert es diesmal von der anderen Seite her!

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ChangeIT
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Linksfaschismus ?

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georgXV
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Graz war nur ein winzig KLEINER Vorgeschmack auf die Vorkommnisse am Freitag in Wien !!!

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mgvd
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???

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Juliana21
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mgvd: Warum die Fragezeichen?

Wenn es das Ziel ist, den Ball mit allen Möglichkeiten zu verhindern - also gegen eine genehmigte Veranstaltung mit Gewalt vorzugehen - ja was soll dann herauskommen? Gewalt! Und Gewalt bringt Zerstörung und Leid!

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psycho56
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Ich finde es schade,

das die Kleine Zeitung keine Richtigstellung zu der Demonstration in Graz druckt.
Nach der Grazer Demonstration gegen den dortigen Akademikerball, gab es einen Artikel über "Ausschreitungen" die es dort gegeben haben soll.
Heute berichtete der "Standard", das dort überhaupt keine Schaufensterscheiben eingeschlagen wurden ! Die Polizei gab an, das es sich um einen "Hörfehler" gehandelt hätte !!! Auch bei den brennenden Mülltonnen gab die Polizei zu, das der ausgeschickte Polizeibericht falsch war ! Erstens brannten nicht vier sondern drei Mülltonnen und zweitens ist es sehr wahrscheinlich, das diese überhaupt nicht von den Demonstranten sondern von Jugendlichen die Vandalismus betrieben angezündet wurden !!!

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derfalke
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Was die lachsfarbene Wiener Linkspresse berichtet,

das interessiert die Bürger im Süden und im Westen der Republik kaum noch.
In Deutschland skandieren bereits Zehntausende den Begriff "Lügenpresse".

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psycho56
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Lieber Falke

Der Einsatzleiter der Grazer Polizei gab das vor mehreren Reporten zu !!!

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Juliana21
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Und woher wissen sie das alles?

Offenbar waren sie dabei. Und brennende Kunststofftonnen für Altpapier schauen anders aus, als auf dem Foto! Das zeigt nämlich eindeutig eine "zerrissene" Tonne. Hervorgerufen durch einen Böller! Aber alles in allem: Protest ist gut, aber Zerstörung ist eine Frechheit. Genau das verurteile ich!

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derfalke
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Die Zeit der Linksradikalen ist bald vorbei

Den Aufstieg der Freiheitlichen zur stärksten politischen Kraft
kann niemand mehr aufhalten, schon gar nicht diese linksgrünradikalen Rabauken, die gegen einen Ball rebellieren. Gegen die Freiheitlichen wird man künftig in Österreich nicht mehr regieren können.

Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit sind in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft unverzichtbar. Dafür hat die Exekutive im rot-grünen Wien jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu sorgen.
In Frankreich sorgt schon das Militär für Ordnung. Muss es in Österreich auch so weit kommen?

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viajero
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Re: Die Zeit der Linksradikalen ist bald vorbei

In keinem anderen zivilisierten Land in Europa könnte der Stiefelknecht vom Andreas, Franz, Gottfried, Georg und anderen strammen Burschen, der Vorsitzende einer Partei sein. Vor so etwas graust mir mir als vor vermeintlichen Linken

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Hako2013
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Wo er recht hat,hat er recht.
Wer kann sich noch an die Opernballdemos der Linken erinnern?Auch die sind im Sand verlaufen.

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beobachterstatus
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glaubst das selbst ?

vielleicht solltest deinen unbezähmbaren Glauben an die FPÖ in die Ecke stellen und Trost bei der hl. katholischen Kirche suchen ?
Bonmot:
Der Standard berichtet das es nur ein "Irrtum" war das in Graz bei der Akademikerball Demo Scheiben zerbrochen sind. Auch dein Glaube an gewaltbereite Linksradikale scheint nur ein Irrglaube zu sein.

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Kommentare 1-26 von 30

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