WienKlimaschutz-Gipfel: "Österreich ist kein Musterschüler"

Heute findet eine internationale Klimaschutz-Konferenz in Wien statt. Gastgeber Österreich hat jedoch großen Aufholbedarf.

VIENNA R20 CONFERENCE: SCHWARZENEGGER
Arnold Schwarzenegger ist heute in Wien © APA/GEORG HOCHMUTH
 

"Ein Mann kann unsere saubere Energie-Revolution nicht stoppen!" Das richtete Arnold Schwarzenegger in einem viralen Video dem US-Präsidenten Donald Trump aus, nach dem dieser angekündigt hatte, aus dem Pariser Klimavertrag auszusteigen. Als Kämpfer für den Klimaschutz tritt "Arnie" heute auch in Wien auf, wo er mit seiner Initiative R20 erstmals zur internationalen Konferenz "Austrian World Summit" lädt.

Laut Organisatorin Monika Langthaler-Rosenberg ist das der Startpunkt für eine langfristige Entwicklung: "Einmal pro Jahr wollen wir hier in Wien die besten Beispiele dafür präsentieren, wie wir die Klimaziele erreichen können." Denn anders als der amerikanische Präsident haben viele Länder erkannt, dass der Klimawandel Chancen bietet: "Erneuerbare Energien werden kommen und wir haben die Riesenchance, neue Jobs zu schaffen", sagt Langthaler-Rosenberg.

Klimaschutz-Initiative

Die Initiative R20 Regions of Climate Action, 2011 von Arnold Schwarzenegger in Kooperation mit den Vereinten Nationen gegründet, will mit lokalen und regionalen Ansätzen dabei helfen, globale Ziele zum Klimaschutz und zur Förderung einer Grünen Wirtschaft zu erreichen. Ziel von R20 ist es, Staaten, Regionen und Initiativen zu unterstützen, ihre Projekte zum Klimaschutz umzusetzen.

Keine Ziele in Österreich

Doch ist das auch im Gastgeberland Österreich angekommen? Während die Organisatorin die heimische Klimapolitik nicht kommentieren will, sagt Klimaforscher Karl Steininger: "Österreich ist bestimmt kein Musterschüler, eher im Gegenteil." Zwar gebe es im Kleinen viele positive Projekte und Einzelinitiativen – von Holzbauten bis hin zu klimafreundlichen Gemeinden –, auf nationaler Ebene fehle es aber an konkreten Zielen und Plänen für den Klimaschutz, sagt der Partner des Climate Change Centre Austria (CCCA). "Wir haben nicht einmal Klimaziele für unser Land, die über 2020 hinausgehen."

Die mehrfach angekündigte und mehrfach verschobene Klimastrategie für Österreich lässt weiter auf sich warten – laut dem Büro des Umweltministers Andrä Rupprechter ist das "ein Projekt der nächsten Regierung".

Je länger wir warten, umso teurer wird es, die globalen Klimaziele einzuhalten. 

Karl Steininger, Klimaforscher

Auch das bisherige Abschneiden ist alles andere als positiv: Während Länder wie Deutschland oder Dänemark seit dem Kyoto-Protokoll 1990 ihre Emissionen um 28 Prozent reduziert haben, produziert Österreich noch immer gleich viel an CO2-Abgasen. Steininger sieht die Gefahr, dass Österreich bei innovativen Entwicklungen in Bezug auf erneuerbare Energien oder umweltfreundliche Mobilität den Anschluss verliert. Denn: "Je länger wir warten, umso teurer wird es, die globalen Klimaziele einzuhalten." Sein Appell ist daher: "Wir als Gesellschaft müssen für unser Klima eintreten." Und so Druck auf die Politik ausüben.

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