Kaltfront ''Burglind''Über Obersteiermark fegte Orkan mit bis zu 138 km/h

Warm- und Kaltfronten lösen einander im Halbtagestakt ab: In Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Westösterreich haben heftige Stürme Schäden angerichtet. In Vorarlberg und Tirol haben einige Skigebiete ihre Lifte geschlossen, Kitzbüheler Seilbahn musste evakuiert werden. Mittwochnachmittag zog der Sturm dann auch mit bis zu 138 km/h über die Obersteiermark.

Sturmchaos durch Burglind © 
 

Das Wetter spielt zu Beginn des Jahres 2018 verrückt: Warmfronten und Kaltfronten wechseln einander derzeit fast im Halbtagestakt ab und sorgt in Europa, auch in Österreich, für äußerst turbulente Zeiten.

Wie stark der Sturm gewütet hat, zeigt dieses Video von einem Sessellift in Gaschurn (Montafon) in Vorarlberg. Die Skifahrer werden diese Liftfahrt nicht so schnell vergessen:

In der Steiermark war der Schaden bis Mittwochabend überschaubar. Acht Einsätze zwischen Liezen und Leibnitz wurden gezählt. Meist mussten umgestürzte Bäume von der Feuerwehr beseitigt werden. Bei Kapfenberg löste sich die Dachverkleidung einer Tankstelle.

Zamg-Meteorologe Friedrich Wölfelmaier warnte bereits in der Früh vor den Böen: So kam es dann auch: Am Ahornkogel bei Grundlsee wurden am Nachmittag Orkanspitzen von bis zu 138 km/h gemessen. "Generell ist die Kaltfront aber schon mit abgeschwächten Windgeschwindigkeiten in der Steiermark angekommen", ergänzte Zamg-Meteorologe Hannes Rieder am Nachmittag.

Blitze über Mitteleuropa - am 3. Jänner! Foto © de.blitzortung.org

Zu Mittag zogen im Westen Österreichs, aber zum Teil auch im Salzkammergut, Wintergewitter mit Blitz und Donner sowie Graupelschauern auf.

Warnkarte der Zamg von 18 Uhr
Warnkarte der Zamg von 18 Uhr Foto © Zamg

Größere Schäden blieben in der Liezen bis 18 Uhr aus, wie der Bereichs-Feuerwehrsprecher Christoph Schlüßlmayr wusste. "Es gibt aber einige Autos, die auf Schneefahrbahnen von der Straße abekommen sind."

Während die südlichen Teilen der Steiermark bzw. der Großraum Graz laut Rieder "von ärgeren Sturböen verschont bleiben sollte", sind in der Gegend bis Mariazell auch in den Abendstunden noch Sturmböen möglich. Um 15.30 Uhr wurden bei Mariazell eine Windgeschwindigkeit von 73 km/h gemessen.

 

Dunkle Wolken Mittwochmittag über Graz Foto © Dunst

Sturmwarnung

In den vom Sturm betroffenen Gebieten kann es zu Beeinträchtigungen des Verkehrs (auch Bahnverkehr) und Stromausfällen durch umgestürzte Bäume kommen.

Von Bergtouren ins Hochgebirge ist vor allem Mittwochnachmittag unbedingt abzuraten.

Durch den starken Wind auf den Bergen steigt auch die Lawinengefahr.

Aufgrund der Sturmwarnung hat die Zentralanstalt für Meteorologe auch ihr Prognose-Tool für Windstärken freigeschaltet. >>Mehr dazu hier<<

Die letzten schweren Sturmschäden in der Steiermark sind auch erst drei Wochen her.

Auch auf der Facebook-Community "Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich" wurde eine entsprechende Sturmwarnung herausgegeben:

Stark schwanken wird in den nächsten Stunden und Tagen jedenfalls die Schneefallgrenze: "Sie steigt im Laufe des Mittwochs zuerst auf 1300 Meter an und wird in der Nacht auf Donnerstag auf 600 Meter absinken. Das Ennstal könnte in der Nacht also wieder Schnee abbekommen." Doch schon am Donnerstag könnte die Schneefallgrenze wieder bis auf 2000 Meter steigen.

"Interessant" sind auch die Aussichten aufs Wochenende: Südföhn wird die Steiermark vielerorts auf weit über 10 Grad plus "aufheizen".

>>Fotoreport aus Deutschland und der Schweiz>>

Sturmtief Burglind: Chaos und Schäden

Im Westen Deutschlands sorgte Sturmtief "Burglind" für orkanartige Böen mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde.

Im Bild: Stuttgart

Viele Stromleitungen wurden in Stuttgart beschädigt.

In Frankfurt am Main (Hessen) ist es zu Überflutungen gekommen.

Umgestürzte Bäume in Köln (Nordrhein-Westfalen) 

Ein umgestürztes Verkehrsschild im Hunsrückdorf Pfaffenheck (Rheinland-Pfalz)

Große Schäden in Stuttgart

AFP

Umgestürzte Bäume in Köln

AFP

Bäume stürzten auch auf Bahngleise

AFP

Im Schweizer Buochs sorgte Burglind am Flughafen für Chaos.

(c) AP (Urs Flueeler)

Schwere Wellengang in Lausanne.

(c) AP (Laurent Gillieron)

Dieser Christbaum in Basel hat den Sturm nicht unbeschädet überstanden.

(c) AP (Georgios Kefalas)

Dachziegel haben in Stolberg (Nordrhein-Westfalen) ein geparktes Auto beschädigt

(c) APA/dpa/Ralf Roeger (Ralf Roeger)
(c) AP (Gian Ehrenzeller)
(c) APA/AFP/dpa/JAN WOITAS (JAN WOITAS)
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