Bosnier in Graz verhaftetTerror-Verdächtiger schaute Videos von Amokfahrten an

Bosnier wurde in Notschlafstelle verhaftet, nachdem er sich auffällig verhalten hatte. Der Mann war den Behörden schon als radikal bekannt. Er bestreitet Anschlagspläne.

STEIERMARK: 54-JAeHRIGER ZERSTUeCKELT UND ENTSORGT: JUSTIZANSTALT GRAZ-JAKOMINI
© APA/ERWIN SCHERIAU
 

Verhaftung: Mann interessierte sich auffällig für Amokfahrten


Ein 25-jähriger Bosnier ist in Graz in einer Notschlafstelle verhaftet worden, da er möglicherweise einen Anschlag geplant haben soll. Der Mann war bereits am 1. Dezember in einem Obdachlosenheim festgenommen worden, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Donnerstag mit. Es soll mehrere Zeugen geben, die aufgrund des Verhaltens des Mannes Verdacht geschöpft hatten.

Vergangenen Freitag wurde der Bosnier wegen Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung festgenommen, bestätigt die Staatsanwaltschaft Graz. Der Mann hatte sich verdächtig gemacht, indem er einschlägige Videos über Amokfahrten angesehen haben soll. Auch tätigte er vor Zeugen Aussagen, die eine Verherrlichung solcher Amokfahrten annehmen lassen.

Videos angesehen

Der 25-jährige war zuletzt in einer Notschlafstelle in Graz-Eggenberg wohnhaft und bezog Sozialhilfe. In der Unterkunft sah er die Videos, etwa über die Amokfahrt in Graz, auf einem Gemeinschaftscomputer an. Ebenso machte er dort vor Zeugen gewaltverherrlichende und radikale Aussagen. So soll er gesagt haben: "Ich mache sie tot wie in Berlin" - möglicherweise ein Hinweis auf einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt. Denn der Bosnier soll sich auch Betreuern erkundigt haben, wo man Fahrzeuge anmieten kann.

Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung bekam einen Hinweis und nahm darauf den 25-Jährigen über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz fest. Der Verdächtige befindet sich derzeit in der Justizanstalt Graz-Jakomini.

Schon länger im Visier

Laut Informationen der Kleinen Zeitung bestreitet der Bosnier die Absicht gehabt zu haben, einen Anschlag zu verüben. Konkrete Pläne dazu könne man ihm auch nicht nachweisen. Der 25-Jährige gilt aber als äußerst radikal. So soll er früher regelmäßig eine Moschee in Graz-Lend besucht haben, die nach der Anti-Terror-Razzia Ende Jänner in Graz geschlossen wurde. Den Verfassungsschützern war der Mann schon länger bekannt, heißt es, jedoch war nichts gegen ihn vorgelegen.

Reaktion

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sagte nach der Festnahme: "Der Fall zeigt deutlich, dass wir weiterhin alles in unserer Macht stehende tun müssen, um Terrorismus und Extremismus keinen Platz in unserer Gesellschaft zu lassen. Die Schnelligkeit und Effizienz der Ermittler ist dafür ganz entscheidend. Wir müssen daher sicherstellen, dass die Polizei künftig noch bessere Instrumente zur Hand hat, um Terroristen und Schwerkriminelle rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen."

 

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