Es ist eine Topplatzierung, die niemanden jubeln lässt: Wie schon im Jahr 2016 war die Steiermark auch 2017 das Bundesland mit den meisten registrierten Geistefahrer-Meldungen.

Während österreichweit laut ORF-Verkehrsfunk-Aufzeichnungen im Vorjahr die Zahl der Geisterfahrermeldungen um 13 Prozent auf insgesamt 409 angestiegen ist, stieg sie in der Steiermark sogar um 22 Prozent auf insgesamt 96 Fälle.

Auch ein Todesopfer war 2017 in der Steiermark zu beklagen: Am 7. Oktober starb eine 43-jährige Geisterfahrerin bei einem Frontalcrash zwischen Ilz und Gleisdorf. Die entgegenkommende Fahrerin aus Wolfsberg überlebte schwer verletzt.

Das Teilstück mit den meisten Geisterfahrer-Meldungen war 2017 die Südautobahn (A 2) zwischen Gleisdorf und Lieboch, also im Raum Graz. Hier war ein Anstieg um 130 Prozent auf 23 Fälle zu verzeichnen. Allerdings gab's hier im Bereich Flughafen auch eine Großbaustelle.

Als Gründe für den allgemeinen Anstieg bei den Geisterfahrermeldungen werden u.a. angeführt, dass das Gesamtverkehrs-Aufkommen im Vorkommen um 3 Prozent gestiegen sei. Zudem gebe es auch immer häufiger Vorfälle mit von Navi-Geräten fehlgeleiteten Verkehrsteilnehmern.

Gesamtzahlen Steiermark 2017:

96 Meldungen (+17, +22%, 2016: 79, 2015: 79, 2014: 72,
2013: 75, 2012: 90)
Bisheriger Höchstwert: 132 (1998)
Bisheriger Tiefstwert: 71 (2010)

Teilstücke mit den meisten Geisterfahrern:
- A2 Raum Graz: 23 (2016: 10) - österreichweit das am stärksten
betroffene Teilstück 2017 (von insgesamt 66 Abschnitten)
- S6 steirischer Abschnitt: 13 (21)
- A9 Raum Liezen: 12 (8)

Teilstück mit dem größten Anstieg:
- A2 Raum Graz: +13 (von 10 auf 23)

Teilstück mit den wenigsten Geisterfahrern:
- S36 gesamter Verlauf: 5 (10)

Teilstücke mit dem stärksten Rückgang:
- S6 steirischer Abschnitt: -8 (von 21 auf 13)
- S36 gesamt: -5 (von 10 auf 5)

Besondere Vorfälle:
Am 7. Oktober krachten auf der A2 zwischen Ilz und Gleisdorf zwei PKW
frontal gegeneinander. Die 43-jährige Geisterfahrerin starb bei dem
Unfall, ihr Beifahrer und die entgegenkommende Lenkerin wurden bei
dem Unfall verletzt.

Am 18. Februar verursachte eine 81-jährige Geisterfahrerin einen
Frontalcrash auf der S35 nahe Frohnleiten. Der 26-jährige
entgegenkommende Lenker wurde leicht, seine Beifahrerin schwer
verletzt. Auch die Geisterfahrerin überlebte.

Mehrere Geisterfahrer konnten gestoppt werden: am 22. Februar einer
auf der S6 bei Mürzzuschlag durch zwei Asfinag-Mitarbeiter, am 13.
Oktober ein 50-jähriger Geisterfahrer auf der A2 zwischen Graz und
Lieboch durch eine Autobahnsperre der Polizei und am 1. November ein
Mopedauto auf der S36 durch die Autobahnpolizei.

Am 16. Mai war ein Radfahrer auf der A9 zwischen Vogau und Leibnitz
als Falschfahrer unterwegs.