Besonders schwer tun sich demnach auch Männer sowie Wienerinnen und Wiener. Als große Hürde wurden zu viele und schwer schließbare Pop-ups und umständliche Eingaben genannt. Die sogenannten Babyboomer, die zwischen Mitte der 1950er- bis Ende der 1960er-Jahre geboren wurden, haben zwar viel Geduld bei langen Ladezeiten, sind aber über kleine Schriftgrößen unglücklich. Generell stolpern Herr und Frau Österreicher häufig über eine unübersichtliche Menüführung (28,4 Prozent), zu kleine Bedienflächen (19,2 Prozent) und eine fehlende Anpassung an die Bildschirmgröße des Smartphones (17,3 Prozent).

Der Anbieter für digitale Barrierefreiheit Accessiway beauftragte Marketagent für eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern. Die Analyse zeigte zahlreiche Probleme für die Menschen hierzulande bei der Nutzung des Handys auf. "Die Zukunft des Internets ist mobil: Schon jetzt besitzen 89 Prozent der Österreicher:innen über 15 Jahren ein Smartphone. Daher ist es verblüffend, dass österreichische Websites und Apps noch immer voller digitaler Barrieren in ihren Mobilversionen sind. Unternehmen schließen dadurch Menschen von der digitalen Teilhabe aus und verzichten auf Kundschaft", sagte Paul Anton Mayer von Accessiway.

Überraschend zeigte die Auswertung der Befragung, dass Menschen mit mehr Bildung auch mehr Hürden wahrnehmen. Von allen zwölf abgefragten digitalen Barrieren sind Menschen mit Matura stärker betroffen als Menschen ohne Matura. Signifikante Unterschiede sind auch zwischen den Geschlechtern wahrzunehmen. So haben Männer deutlich mehr Probleme als Frauen, wenn das Layout überladen ist (24,2 Prozent vs. 17,8 Prozent) oder wenn sich Inhalte nicht an die Bildschirmgröße des Smartphones anpassen (20,5 Prozent vs. 14,1 Prozent).

Im Bundesländer-Vergleich zeigt sich, dass bei sieben der zwölf abgefragten digitalen Barrieren Wienerinnen und Wiener deutlich stärker betroffen sind als Menschen aus anderen Bundesländern. In der Bundeshauptstadt tut man sich vor allem mit umständlichen Eingabefeldern schwer, zum Beispiel bei Formularen oder Passworteingaben. Insgesamt die wenigsten Probleme haben Menschen in Tirol und Vorarlberg, hieß es in der Presseaussendung. Je älter die Benutzerinnen und Benutzer sind, desto schwieriger wird es auch mit der Größe der verwendeten Buchstaben.