"Stadt der Volkserhebung": Wirbel um rechte Demo
Am Samstag ruft die Gruppe "Für ein besseres Österreich" zu einer Kundgebung in Graz auf - und wirbt mit dem Nazi-Titel "Stadt der Volkserhebung". Die jungen Grünen haben Anzeige erstattet.

"Graz ist die Stadt der Volkserhebung!! Dann machen wirs endlich wieder!! Gegen diese Regierung!!" So wirbt auf Facebook der Veranstalter der Kundgebung "Für ein besseres Österreich" am Samstag, den 26. September im Grazer Zentrum - und sorgt damit im Vorfeld für mächtig Wirbel.

Die jungen Grünen haben nun Anzeige gegen den Veranstalter erstattet, weil er aus ihrer Sicht Nazi-Propagandamaterial verbreitet. Denn den Titel "Stadt der Volkserhebung" bekam Graz von den Nationsozialisten im Juli 1938 verliehen, weil die Nazi-Partei NSDAP dort bereits vor dem Anschluss extrem aktiv war. Bei einer weiteren Werbung für die Kundgebung wird ein Bild der "Nationalsozialisitischen Volkswohlfahrt" verwendet. Der Spruch: "Schütze Mutter und Kind, das kostbarste Gut deines Volkes!"

"Der Veranstalter bedient sich der Nationalsozialistischen Sprache und verwendet NS-Propaganda, da haben wir sofort reagiert", sagt Victoria Vorraber von den Jungen Grünen. Und die KPÖ Graz verweist darauf, dass bereits mehrere bekannte österreichische Rechtsextremisten ihr Kommen zugesagt haben. Gemeinderat Robert Krotzer wundert sich, "warum so eine Demo gestattet wird, wenn sich der Veranstalter nicht von NS-Bezügen distanzieren kann oder will".
Die "Offensive gegen Rechts" ruft daher ebenfalls für diesen Samstag zur Gegen-Demo unter dem Motto "Solidarität statt Hetze" auf. Start ist um 11 Uhr am Grazer Lendplatz.
Wo die Kundgebung "Für ein besseres Österreich" stattfindet, haben die Veranstalter "aus Sicherheitsgründen" bisher nicht öffentlich bekannt gegeben. Auf ihrer Facebook-Seite wird ein "absolutes Verbot für Rechtsextreme und Naziangehauchte Personen" betont. Warum der Veranstalter dann selbst mit Nazi-Sprüchen Werbung macht, dazu wollte er der Kleinen Zeitung bisher keine Stellungnahme abgeben.