22. Dezember 2014, 21:10 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 20.08.2012 um 19:47 UhrKommentare

Diese Jugend braucht Hilfe

Die für Experten erschreckende Kinder- und Jugendgesundheit stand bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen im Fokus: Die Jungen rauchen zu früh, trinken zu viel, schlafen zu wenig und sind auch noch spielsüchtig - Aufholbedarf gibt es also genügend.

Foto © runzelkorn - Fotolia.com

Sie rauchen zu früh, sie trinken zu viel, sie schlafen zu wenig und sind auch noch spielsüchtig: Die schweren Vorwürfe an unsere Jugend kennt man. Dass bei den Vorwürfen aber nicht Schluss sein darf, brachte Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen auf den Punkt: "Wir Erwachsenen haben die Bedingungen geschaffen, in denen die Jungen leben. Wir dürften sie nicht allein lassen".

Problemzonen der Jugend

Die Kinder- und Jugendgesundheit stand im Zentrum der Alpbacher Gesundheitsgespräche, die am Montag zu Ende gingen. Angesprochen wurden dabei alle Problemzonen der Jugendlichen, die zwar nicht neu, aber dennoch nicht weniger dramatisch sind. Bis zu 25 Prozent der österreichischen Kinder sind übergewichtig, die größten Risikofaktoren dabei sind zu wenig Schlaf, fette und zuckerreiche Ernährung und der Fernsehkonsum. Schlafen Kinder im Schulalter weniger als neun Stunden pro Tag verdreifacht sich das Risiko, an Übergewicht zu leiden. Das TV-Kastl im Kinderzimmer lässt das Übergewichtsrisiko gar um 30 Prozent steigen. Und es fehlt auch an Bewegung: "Es ist die tägliche körperliche Aktivität, die zählt", mahnte Wolfgang Ahrens, Autor einer großen Studie zur Kindergesundheit. Gerade einmal 15 Prozent der Kinder bringen es auf die empfohlenen 60 Minuten pro Tag. Die erste Beeinflussung in Richtung Übergewicht passiere aber schon früher - nämlich im Mutterleib, sprach die Wiener Medizinerin Alexandra Krautzky-Willer die Verantwortung der Eltern an. "Übergewichtige Mütter bekommen Kinder, die zu viel Fettanteil haben", sagte sie.

Ein fataler Trend

Der fatale Trend der österreichischen Jugend zeichnet sich seit Jahren ab: In den Vergleichsberichten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Zustand der Jugend nimmt Österreich traditionell traurige Spitzenplätze ein (siehe Interview links). Auch der heurige WHO-Bericht zeigte, dass die größten Probleme beim Rauchen und Trinken liegen. Bei den 15-Jährigen gaben 29 Prozent der Mädchen und 25 Prozent der Burschen an, zumindest einmal pro Woche zu rauchen - damit liegt Österreich an dritter Stelle im Vergleich mit 38 anderen Ländern Europas und Nordamerikas. Und mit dem Rauchen kommt wohl auch das Saufen: Bei den 15-Jährigen sind es 28 Prozent der Mädchen und 37 Prozent der Buben, die einmal wöchentlich zur Flasche greifen.

Andere Studien machen das Bild der Jugend nicht rosiger: Die Glücksspielsucht greift um sich, über soziale Netzwerke wie Facebook komme es zu einer "Invasion von Glücksspielangeboten", warnen Kinderpsychologen. Was tun nun die von Vavrik angesprochenen Erwachsenen? Im Zuge der Gesundheitsgespräche wurden Forderungen gestellt: Gesundheitskompetenz solle Kindern bereits ab dem Kindergarten vermittelt, Stress in Schulen reduziert und die Kompetenz der Eltern durch Beratungen gefördert werden.

Denn auch Eltern dürfe man mit der heutigen Situation nicht alleine lassen.

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