Warnung an Syrien USA haben den Finger weiter am Abzug

Die USA sind im Falle eines erneuten Chemiewaffenangriffs in Syrien zu weiteren Luftangriffen bereit.

Donald Trump © APA/AFP/MANDEL NGAN
 

Sollten die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad nochmals Giftgas einsetzen, werde das US-Militär mit neuen Angriffen reagieren, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, am Samstag bei einer von Russland einberufenen Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu Syrien.

Die Militärschläge gegen Syrien waren nach Überzeugung der Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen legitim und angemessen. "Zivile Opfer wurden sorgfältig vermieden", sagte Haley.

Keine Rache

"Dies war keine Rache oder Vergeltung und keine Demonstration der Stärke", sagte Haley. Stattdessen hätten die USA und ihre Alliierten die syrische Regierung zur Verantwortung für den Einsatz chemischer Waffen gezogen. Die Bilder toter Kinder nach dem Einsatz chemischer Waffen in der Stadt Douma vor einer Woche seien keine gefälschten Nachrichten gewesen.

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Haley warf Russland eine Desinformationskampagne vor. "Eine Woche des Nichtstuns ist vergangen", sagte Haley. Dieses Nichtstun habe in der Nacht geendet. Die Diplomatie habe Chance um Chance gehabt, aber Russland habe sechs Mal sein Veto gegen eine gemeinsame Resolution eingelegt. Diese Vetos seien für Syrien das grüne Licht für seine barbarischen Aktionen gewesen. Das Scheitern in Syrien sei die Verantwortung Russlands.

Finger am Abzug

"Chemische Waffen sind für uns alle eine Bedrohung", sagte Haley. "Die USA werden Syrien nicht erlauben, chemische Waffen weiter einzusetzen." Sie habe am Morgen mit US-Präsident Donald Trump gesprochen, sagte Haley. Sollte Syrien weiter chemische Waffen einsetzen, hätten die USA den Finger am Abzug, habe Trump deutlich gemacht. "Wenn unser Präsident eine rote Linie zieht, dann verschafft unser Präsident dieser roten Linie Geltung", betonte Haley.

Die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens hatten in der Nacht auf Samstag Ziele in Syrien mit Raketen angegriffen. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Vergeltungsangriffe gegen Einrichtungen zur Produktion von Chemiewaffen.

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Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April in der Stadt Douma verantwortlich, bei dem nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet wurden. Moskau und Damaskus weisen die Vorwürfe zurück.

Propagandashow nach Trumps Luftschlag: Blitzangriff auf syrische Ziele

Die USA, Frankreich und Großbritannien haben Syriens Präsident Bashar al-Assad mit dem größten gemeinsamen Luftangriff seit Kriegsausbruch vor neuen Giftgas-Einsätzen gewarnt.

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Die drei Alliierten feuerten nach Angaben von US-Verteidigungsminister James Mattis über hundert Raketen von Schiffen und Flugzeugen auf Ziele in Syrien.

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Mehrere Ziele wurden attackiert. Vier britische Kampfflugzeuge beschossen mit Marschflugkörpern eine Armee-Einrichtung westlich der Stadt Homs.

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Dort sollen Chemiewaffen gelagert worden sein - immer wieder gab es Berichte, wonach diese im eigenen Land eingesetzt wurden.

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Es habe keine Alternative zu dem gezielten und effektiven Luftangriffen gegeben, sagte die britische Premierministerin Theresa May. Der Militärschlag werde ein deutliches Signal an jeden senden, der glaube, er könne chemische Waffen straflos nutzen.

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Es gehe aber weder darum, in einen Bürgerkrieg einzugreifen, noch um einen Regimewechsel, betonte May.

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Die syrische Regierung unter Bashar al-Assad gab sich indes unbeeindruckt: Menschen zeigten sich öffentlichkeitswirksam in Jubelposen - man habe dem Angriff standgehalten.

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Mehr noch: Hier schlenderte Syriens Präsident angeblich nach der Luftattacke in sein Büro.

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Für US-Präsident Donald Trump ist die "Mission erfüllt", für Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und May machten deutlich, es könne weitere Angriffe geben, sollte Assad wieder rote Linien überschreiten.

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Vor allem in Damaskus, der syrischen Hauptstadt, versammelten sich die Menschen auf der Straße. "Ich habe den Angriff gehört und bin aufgewacht", erzählt Sawsan Abu Tableh. "Ich habe gleich im Internet nachgeschaut und gelesen: Schamloser Angriff von Amerika, Frankreich und Großbritannien."

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Die Botschaft hinter den doch recht inszeniert wirkenden Fotos: In Syrien ist alles in Ordnung.

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Aus dem Präsidentenbüro hieß es: "(Guten) Morgen der Standhaftigkeit".

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Gefeiert wurde offenbar der Widerstand, jubelnd wurden syrische Fahnen geschwenkt. Weltweite Sorgen, Trump könnte eine dramatische militärische Eskalationsspirale in Gang setzen, schienen sich also nicht zu bewahrheiten - zumindest vorerst.

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Kurz für Wiederaufnahme der Wiener Syrien-Friedensgespräche

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will eine Fortsetzung der 2015 in Wien gestarteten Syrien-Friedensgespräche. "Nach dem schockierenden Chemiewaffeneinsatz am 7. April und der jüngsten westlichen Militäraktion in Syrien ist es nun das Gebot der Stunde, sich der Vernunft zu besinnen und den diplomatischen Friedensprozess mit allem notwendigen Nachdruck voranzutreiben", so Kurz in einer der APA am Sonntag zugeleiteten Stellungnahme.

Die syrische Bevölkerung habe "mit über 400.000 Todesopfern und über fünf Millionen Flüchtlingen außerhalb Syriens bereits viel zu viel gelitten". Es könne für diesen Konflikt keine militärische Lösung geben. Der Bundeskanzler appelliert daher "an alle verantwortlichen Akteure, die 2015 in Wien gestarteten Friedensgespräche der 'International Syria Support Group' mit 20 Super- und Regionalmächten sowie internationalen Organisationen fortzusetzen". Eine weitere Eskalation "dieses Stellvertreterkrieges oder gar eine direkte militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland muss mit allen Mitteln verhindert werden". Gemeinsam mit Außenministerin Karin Kneissl werde er sich daher für eine Fortführung der Wiener Friedensgespräche für Syrien einsetzen.

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hermannsteinacher
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Donald,

immer colt-richtig!;-)

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Irgendeiner
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Über den da oben haben amerikanische Psychiater

und Psychologen schon viel erhellendes gesagt,aber das erreicht dort die kleinen Männer in der Plutokratie auch nicht mehr und bei uns leiten manche aus dem ewigen Schwachsinnssatz die Amerikaner seien unsere Freunde weiterhin in einer petitio principii ab, daß der bei Verstand sei.Die Welt als Wille und Vorstellung,aber anders als Schopenhauer meinte.Und unser Kanzler, auch so ein Kirscherl auf der allgemeinen Sahnetorte,meint,die syrische Bevölkerung habe "mit über 400.000 Todesopfern und über fünf Millionen Flüchtlingen außerhalb Syriens bereits viel zu viel gelitten" und redet dabei von denen, denen er stolz die Routen geschlossen hat.Denn es ist schrecklich daß die soviel leiden müssen,solange sie weit weg sind aber wenns rennen sinds illegal weil einer rechtlich keinen Tau hat wo sein Recht endet und mutieren stante pede zu Wirtschaftsflüchtlingen.Und all das muß man ertragen,täglich, irgendwie finde ich, für mein Alter bin ich ein ziemlich harter Knochen, hält nicht jeder aus.

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