Musik-Rückblick 2017Das definitive Dutzend

Am Ende des alten Jahres präsentieren wir Ihnen wieder unseren musikalischen Rückblick. Jeden Tag finden Sie an dieser Stelle die zwölf Lieblingsstücke eines/einer unserer MitarbeiterInnen aus 2017.

© 
 

Kendrick Lamar - "DNA."

Er fehlt heuer in keiner Jahres-Bestenliste und das geht natürlich schon in Ordnung so. Mit "DAMN." hat der vom Feuilleton zum Rap-Messias verklärte Rapper das Album nach dem epochalen Vorgänger "To Pimp A Butterfly" vorgelegt - das auch nicht weniger epochal war, wenn auch auf eine ganz andere Art. Der Cop im Video ist übrigens Schauspieler Don Cheadle.

Kamasi Washington - "Truth"

Bleiben wir beim Umfeld von Kendrick Lamar: Kamasi Washington war auf dessen letzten beiden Alben als Studiomusiker und Arrangeur vertreten, mit seinem dreistündigen (!) Debüt (!) hat er vor zwei Jahren so etwas wie eine Renaissance des Jazz losgetreten. Heuer gab es mit "Harmony of Difference" eine (wirklich) kurze EP von 30 Minuten Spieldauer. Die Hälfte davon entfällt auf diese Nummer hier: "Truth".

Ghostpoet - "Freakshow"

Die "Dark Days" trägt das diesjährige Album des Briten nicht umsonst im Titel, sein Album Nummer ist ganz schön düster geworden - vielleicht so etwas wie der Trip Hop für die 2010er Jahre. Mark Lanegan trifft Tricky in einem finsteren Hafenbeisl. 

King Krule - "Czech one"

Die erste Single aus King Krules neuem Album "The OOZ" (was ganz schlampig übersetzt ein Sammelbegriff für eklige Körperflüssigkeiten ist). King Krule alias Archy Marshall ist ein 23-jähriger Jungspund aus Großbritannien, der vor vier Jahren mit seinem Debütalbum "6 Feet Beneath the Moon" zum Super-Hype wurde. Mehr dazu habe ich hier schon geschrieben. 

 

John Maus - "Touchdown"

Düstere, unheimliche Achtzigerjahre-Synthies, wie sie viele vielleicht erst seit "Stranger Things" kennen und lieben gelernt haben, und ein Video wie aus einer Kunstinstallation. John Maus kommt übrigens nächstes Jahr zum Elevate Festival! Vorfreude!

Algiers - "The Underside of Power"

Als "Hohepriester der Sozialkritik" wird die Band aus Atlanta bezeichnet, vereint sie doch Gospel mit der Wucht des Punk gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Am Schlagzeug saß übrigens Matt Tong, einst Mitglied von Bloc Party, produziert hat Adrian Utley von Portishead.

Sophia Kennedy - "Build Me A House"

Das Debütalbum der aus Baltimore stammenden Wahlhamburgerin war der erste Songwriter-Release auf DJ Kozes Label Pampa Records. Die Aufmerksamkeit war ihr also sicher und die hat sie nicht enttäuscht - schafft sie es doch, die klassische US-Songwritertradition ins Hier und Jetzt zu übersetzen. Und dann ist da noch diese Stimme.

Mavi Phoenix - "Aventura"

Die größte Pop-Hoffnung aus Österreich. Beim verdienten Hype um die jungen Linzerin haben Bilderbuch ein wenig nachgeholfen - die nahmen Marlene Nader nämlich als Support und Gastrapperin zu ihren Auftritten mit. Mehr nach US-R'n'B hat Musik made in A wohl nie geklungen. Und das soll ein Kompliment sein.

TORRES - "Three Futures"

Diese Frau ist für viele die junge PJ Harvey und das ist nun wohl nicht gerade der übelste Vergleich, denn man sich als Musikerin gefallen lassen kann. Sinnliche Rockmusik mit einer großen Portion Synthie - und mit Eiern.

Chastity Belt - "Different Now"

Der pazifische Nordwesten war schon lange ein fruchtbarer Boden für All-Female-Rockbands. Chastity Belt aus Washington haben heuer für ihr drittes Album "I Used to Spend So Much Time Alone" viel Aufmerksamkeit bekommen. Im Video zur Single "Different Now" nehmen sie Bezug auf eine rein männliche Allstar-Kultband der Grunge-Ära: Das Video ist eine weiblich besetzte Neuverfilmung von Temple of Dogs "Hungerstrike". VHS-Ästhetik inklusive.

Oneohtrix Point Never ft. Iggy Pop - "The Pure and the Damned"

Was ist noch ärger als der echte Iggy Pop? Ein CGI-Iggy! Der spaziert in diesem Video sogar auf Robert Pattinson - stammt die unwahrscheinliche Kollaboration der Punklegende und des Elektro-Wizards doch aus dem Soundtrack zu einem Film Pattinsons, "Good Time". Das Duett des Jahres.

Perfume Genius - "Slip Away"

"Als ich den Song auf FIFA 18 gehört habe, habe ich nicht erwartet, dass das Musikvideo so aussieht LOL", steht in einem der Kommentare zu diesem Clip auf Youtube. Glaube ich sofort! Dass die queere Liebes-Hymne ausgerechnet in einem Fußball-Videospiel auftaucht, überrascht umgekehrt aber genauso. 

 

Bonustrack: Harry Styles - "Sign of the Times"

Harry Styles. Der umschwärmteste Typ von One Direction. Peinliche Lieblingssongs, solche Kategorien sind doch vorbei. Trotzdem habe mich nicht getraut, den Song in mein definitives Dutzend aufzunehmen - fehlen soll er aber auch nicht. Eine 1A-Ballade, wie aus der Zeit gefallen. Schau einer an. 

 

Kommentieren