Diagonale-SchauspielpreisVerena Altenberger: "Die Rolle mit der größten Fallhöhe"

Furchtlos, vielschichtig: Verena Altenberger erhält den Diagonale-Schauspielpreis. Die 29-Jährige über ihre erste Rolle als hässliche Frau und intensive Recherchen.

Verena Altenberger: Großer Diagonale-Schauspielpreis für "Die beste aller Welten" © Jürgen Fuchs
 

In „Die beste aller Welten“ spielen Sie eine Heroinsüchtige. Wie bereitet man sich auf so eine Rolle vor?
Davor spielte ich eher Frauen, die hübsch sind. Und ich habe keine persönliche Drogengeschichte. Es gab von Regisseur Adrian Goiginger also einen großen Vertrauensvorschuss, dass er mich als Heroinabhängige besetzt, die noch dazu seine Mutter ist. Ich habe mich körperlich heruntergerockt: sieben Kilo abgenommen, mich ein Dreivierteljahr weder rasiert noch mir die Augenbrauen gezupft. Als Schauspielerin in eine hässliche Rolle zu schlüpfen, hat was wahnsinnig Befreiendes.


Haben Sie viel über die Droge Heroin recherchiert?
Ja, man muss sowohl Psyche als auch körperliche Reaktion spielen. Muss wissen, was im Körper passiert, wenn man sich einen Schuss setzt. Ich habe mit Ärzten, Psychologen usw. geredet. Am Salzburger Hauptbahnhof habe ich Menschen angesprochen, ihnen erklärt, dass ich in einem Film einen Junkie spiele, dass ich keine Erfahrungen habe und ob sie mir helfen. Es gab viele positive Reaktionen. Sie haben mich in ihre Wohnungen eingeladen, ihre Geschichten erzählt oder mir den praktischen Umgang mit der Droge erklärt.

 


Sie spielten bisher vor allem Theater. Diese Figur war die erste Hauptrolle in einem Kinofilm – Ihr intensivstes Projekt?
Das war sicher die Rolle mit der größten Fallhöhe. Es war wichtig, dass man mir die Drogensucht und uns die Mutter-Kind-Beziehung mit Jeremy Miliker abnimmt. Sonst hätte der Film nicht funktioniert.


Gibt es zu wenig interessante Frauenfiguren in Film und TV?
Es ist ein Umbruch im Gange, aber der steht erst am Anfang, da darf noch viel nachgelegt werden. Die Figur der Helga in diesem Film ist weder schön noch beruflich erfolgreich. Sie ist drogenabhängig. Und trotzdem: Sie ist eine starke Frau, eine Kämpferin. Aus meiner Sicht sind das die Geschichten, die ganz dringend erzählt werden müssen.


Im Film reden alle Dialekt. Wie ging es Ihnen damit?
Das war sehr schön. Salzburgerisch ist mein Heimatdialekt, der ist mir näher am Herzen dran als Hochdeutsch. Viel persönlicher kann man nicht werden als in der Sprache, in der man träumt.


Was sind denn Ihre nächsten Projekte?
Morgen beginnen die Dreharbeiten zu einem Kurzfilm mit Adrian Goiginger – ein Nibelungenfilm, ich darf die Kriemhild spielen. Und im Mai drehe ich einen TV-Krimi, in dem ich wieder die Mama von Jeremy Miliker mime.

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