FAKTENCHECK

Öffentlicher Verkehr: Viele Forderungen, wenig Maßnahmen

Öffis als Topthema im Klagenfurter Wahlkampf. Tatsächlich können das Busnetz und die Tarife nur verbessert werden, wenn die Politik eingreift. Derzeit hat der öffentliche Verkehr zu wenig Vorrang.

Bus
Der öffentliche Verkehr ist eines der großen Wahlkampfthemen © Markus Traussnig
 

Von günstigeren Bustickets über die Überarbeitung des Liniennetzes bis hin zur Wiederbelebung der einstigen Ringführung – der öffentliche Verkehr in Klagenfurt hat sich mittlerweile zu einem heißen Wahlkampfthema etabliert.

Die Parteien werden nicht müde, sich für Verbesserungen der Öffis stark zu machen. Dabei sei es gerade die Politik, die Maßnahmen setzen könne, sagt Stadtwerke-Mobilitätschef Reinhold Luschin. „Natürlich ist es eine Option, mit den Bussen künftig entlang der Ringe zu fahren. Nur dann muss die Innenstadt autofrei sein, sonst macht das keinen Sinn. Ebenso können wir die Intervalle erhöhen, wenn die Stadt zuvor die Rahmenbedingungen geschaffen hat, den Busverkehr zu beschleunigen. Etwa durch die Errichtung von weiteren Busspuren, Fahrbahnhaltestellen oder Buskorridoren wie in der St. Veiter Straße“, erklärt Luschin. In allen Punkten seien jedoch die Stadtplanung und politische Entscheidungsträger gefragt. Auch was die geforderte günstigere Tarifgestaltung angeht: „Die Mehrbelastung für billigere Ganzjahreskarten muss dann eben die Stadt tragen.“

Leichtes Plus

Hauptsächlich nutzen Schüler, Senioren und Pendler das Stadtwerke-Angebot. „Solange der Bus nicht schneller als der Individualverkehr ist und Parkplätze im Zentrum reduziert werden, ist Busfahren für Autofahrer einfach nicht attraktiv genug“, bedauert Luschin. Trotzdem verzeichnen die Stadtwerke einen leichten Anstieg der Fahrgäste. „2013 haben wir 20,1 Millionen Kunden transportiert. Die Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor, wir rechnen mit einem Zuwachs von zwei bis drei Prozent“, sagt Gernot Weiss vom Verkehrsmanagement. Dies sei auf den Anstieg der Pendler und Umsteiger vom Regionalverkehr in den Stadtverkehr zurückzuführen. „Mit dem neuen Verkehrsknotenpunkt bei der Haltestelle Klagenfurt-West erreichen wir nun mehr Pendler. Durch die Errichtung weiterer Punkte etwa bei der Mössingerstraße und beim Lakesidepark werden noch mehr Pendler auf Öffis umsteigen“, sagt Weiss.

Ab 2016 erfolgt die Nachbeschaffung der zwölf Jahre alten Gelenkbusse, die Solobusflotte wurde bereits 2012 erneuert. „Noch testen wir Fahrzeuge von diversen Anbietern. Momentan haben wir auch einen E-Bus-Prototypen in Betrieb“, sagt Weiss.

 

DAS SAGT DIE POLITIK

FPÖ. Bürgermeister Christian Scheider setzt sich für eine günstigere Ganzjahreskarte ein: „Die Stadtwerke sind mit der Erstellung verschiedener Preismodelle beauftragt.“
SPÖ. „Das Angebot muss für jeden leistbar sein und die Linienführung an die Kunden-Bedürfnisse angepasst werden“, sagt Maria-Luise Mathiaschitz.
ÖVP. Geht es nach Otto Umlauft, sollen Busse entlang des Ringes fahren, ins Zentrum E-Busse und nachts Sammeltaxis.
Grüne. Frank Frey fordert weitere Knotenpunkte nach dem Vorbild Uni, Verdichtung des Haltestellennetzes und Busspuren.
Neos. Klaus-Jürgen Jandl will die Wiedereinführung der Ringlinien sowie Verkürzung der Intervalle.
Bürgerallianz. Albert Gunzer setzt sich für eine Gratis-Jahreskarte für Mindestpensionisten ein.
Team Klagenfurt. Renate Kanovsky-Wintermann ist für die Überarbeitung der Tarife. Schüler, Lehrlinge, Studenten und Senioren sollen gratis fahren.
DU. Willy Haslitzer will, dass Busse im 15-Minuten-Takt gratis fahren.

 

Kommentare (3)

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11102008
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Wahlkampf ist !!!!!

Im Wissen nichts umzusetzen kommen die geistigen Ergüsse von Nichtwissern!

Ringverkehr(Euro 2008)= politsch nicht umsetzbar, da Landesstraße und eine Busspur benötigt wird. Alle Haltestellen am Ring; ca. 4000 Km Mehrkilometer PRO TAG weil alle Linien um den Ring fahren müssen! Wer Zahlt den Mehrbedarf an Bussen, da der Takt gleich bleiben soll!?! Vielleicht auch noch mehr Haltestellen!?! 1 Niederflur-Bus kostet an die 300.000 €
Euro! E-Busse gibt es nicht als Gelenkszüge, die jetzt ausgetauscht werden sollen! Liebe Grüne, E-Busse fahren mit Batterien die keinen Tag lang halten und nicht verrotten! Eine Batterie kostet fernab von 20.000 Euro!

Also liebe Politiker, bevor ihr etwas fordert, fragt mal nach. Bei Experten! Nur weil man einmal in der Zeitung steht wird man nicht attraktiver oder gar wählbar!

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archiv
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Verständnisfrage: Gibt es beim "Monopol Mobilität in Klagenfurt" keine Einsparungspotentiale?


Beispielsweise bei den

- Lohnkosten für das Management?
- bei den "Zusatzpensionen"?
- könnten möglicherweise einige Linien durch die ÖBB Postbus GmbH. viel "günstiger" abgedeckt werden?
- sollten Werkstättenzusammenlegungen etc. zumindest einmal angedacht werden?
- usw.

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georgXV
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Du weißt doch ...

diese Politiker scheuen Reformen und Veränderungen, wie der Teufel das Weihwasser !!!
Einzig bei der Erhöhung von Steuern und Gebühren und Erfindung neuer Steuern sind sie kreativ !!!

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