AlbeckUnternehmerin kauft Hochrindl-Lifte und will Millionen investieren

Alexandra Bresztowanszky aus St. Georgen am Längsee hat Skigebiet erworben. Investitionen von 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Beschneiungsanlage und Speicherteich werden errichtet.

Die heurige Saison auf der Hochrindl läuft seit 8. Dezember
Die heurige Saison auf der Hochrindl läuft seit 8. Dezember © KK/Hochrindl
 

Die Suche nach einem Käufer für das Skigebiet Hochrindl hat lange gedauert, am 7. Dezember war es aber so weit. Alexandra Bresztowanszky (45), Unternehmerin aus der Gemeinde St. Georgen am Längsee im Bezirk St. Veit, hat die Lifte als geschäftsführende Gesellschafterin von der bisherigen Besitzerin, der Raiffeisenbank Sirnitz, übernommen.

„Es war jedem klar, dass man so ein Skigebiet nur führen kann, wenn man auch bereit ist, viel Geld zu investieren. Ohne künstliche Beschneiung geht da nichts mehr, das ist unmöglich“, sagt Bresztowanszky. Weil ihr Herz an der Hochrindl hängt, habe sie sich schlussendlich dafür entschieden, die Lifte zu übernehmen. „Ich bin auf der Hochrindl aufgewachsen, wir haben dort jetzt noch ein Ferienhaus“, so Bresztowanszky. Den Kaufpreis will sie nicht verraten.

Sehr wohl aber die Ausmaße der Investitionen, die künftig getätigt werden. „Wir errichten einen neuen Speicherteich und eine moderne Beschneiungsanlage. Damit können alle Pisten innerhalb weniger Tage beschneit werden. So sind wir nicht mehr von Frau Holle abhängig und das Skivergnügen kann pünktlich zu Saisonstart Anfang Dezember beginnen“, sagt Bresztowanszky. Insgesamt sollen 2,5 Millionen Euro in den Ausbau fließen.

Die neue Anlage wird in den kommenden Monaten geplant, mit dem Bau soll im Frühjahr 2019 begonnen werden. Im Herbst 2019 wird mit der Fertigstellung gerechnet. „Die Finanzierung dafür sei sichergestellt. Ich möchte mich für die Unterstützung beim Land, bei den Gemeinden Albeck und Deutsch-Griffen sowie den lokalen Tourismusbetrieben bedanken“, sagt Bresztowanszky. Um noch weitere finanzielle Mittel aufbringen zu können, „damit der Speicherteich so gestaltet werden kann, dass er perfekt in das Landschaftsbild passt“, wird im Herbst 2018 ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Es soll rein auf Spenden basieren, „alle Einheimischen, Hüttenbesitzer und Unternehmer der Region“ sollen sich angesprochen fühlen. „Wir wollen so gemeinsam Impulse für die Region setzen“, so Bresztowanszky.

KK/Helge Bauer Alexandra Bresztowanszky
Alexandra Bresztowanszky © KK/Helge Bauer

Annegret Zarre, Bürgermeisterin von Albeck: „Es ist sehr erfreulich, dass ein Käufer gefunden wurde, ich bin sehr erleichtert.“ Die Gemeindechefin hofft auf Nachfolge-Investitionen und damit natürlich auch auf zusätzliche Arbeitsplätze. „Wirtschaftlich ist der Liftbetrieb auf der Hochrindl für unsere Gemeinde überlebenswichtig. Wir sind sehr froh, dass jemand privates Geld in das Gebiet investiert.“

Die Hochrindl (1550 bis 2441 Meter Seehöhe) wartet mit insgesamt neun Pisten mit rund 20 Kilometern Länge auf. Es gibt die Schlepplifte „Stoichartlift“, „Kegellift“, „Kruckenlift“ sowie den Vierer-Sessellift „Sonnenlift“ und einen Verbindungslift (Seilzug).

Auf einen Blick

Neue Chefin. Alexandra Bresztowanszky ist 45 Jahre alt, sie arbeitet als Geschäftsführerin der „BB+B Consulting GmbH“ in Launsdorf, Gemeinde St. Georgen am Längsee, Bezirk St. Veit.
Privat. Verheiratet, Familie mit zwei Kindern. „Mein Herz hängt an der Hochrindl“, sagt Bresztowanszky. Sie ist auf der Hochrindl aufgewachsen und besitzt dort noch ein Ferienhaus, wohnt aber in Launsdorf.
Projekt. Bis zum Herbst 2019 sollen 2,5 Millionen Euro in eine moderne Beschneiungsanlage und einen Speicherteich investiert werden. Im Herbst 2018 wird ein Crowdfunding-Projekt gestartet, das auf Spenden basiert.
Vorbesitzer. Die Raiffeisenbank Sirnitz war bislang Besitzerin des Skigebietes. Ende der letzten Saison stand fest, dass die Bank keine weiteren Investitionen auf der Hochrindl vornehmen wird.

Kommentieren