Zuletzt aktualisiert: 20.01.2016 um 09:40 UhrKommentareFlüchtlingsheim in St. Egyden  

"Wenn noch ein Asylwerber kommt, legen wir unsere Ämter zurück"

Die  Obleute der St. Egydener Vereine machen mit einem dramatischen Aufruf Druck auf das Innenministerium. Wenn noch ein Flüchtling komme, würden Sie ihre Ämter zurücklegen.  

Zahlreiche Demonstranten vor dem Casino Velden Foto © Cik

"Wenn der erste Flüchtling den Lorenzihof betritt, dann trete ich von meiner Funktion als Obmann des Sportvereins zurück", sagte Hendrikus van den Broek am Mittwoch bei einer Demonstration der St. Egydener Bürger vor dem Casino in Velden. Ein Satz, den noch mehrere Funktionsträger aus dem Ort wiederholen sollten.

Peer Scharnagl, Kommandant der FF St. Egyden, will dies ebenso tun. Johannes Stroj, Obmann der Landjugend, Christian Zenz von der Brauchtungsgruppe, Gerald Rassinger vom Modellfliegerclub und Kurt Herzele von der Zeltgemeinschaft auch.

 

Selbst Maria Happe, Obfrau des Pfarrgemeinderates, würde zurücktreten, wenn ein Flüchtling in den Lorenzihof ziehen würde. "Denn mit einer Asylquote von 50 Prozent ist Integration nicht mehr möglich." Und Kickboxer Gerald Zimmermann, geht sogar noch weiter. Er legt nicht nur seine Obmannschaft zurück, sondern will sogar das silberne Ehrenzeichen, das er als Kickbox-Weltmeister erhalten hat, zurückgeben. "Weil ich mit dieser Bundesregierung nichts zu tun habe."

Flüchtlingsquote von 15 Prozent

Ob der Protest, mit dem man die Ortsdurchfahrt von Velden für zwei Stunden blockierte etwas brachte? Die Bürger sind sich nicht sicher. "Aber was hätten wir sonst machen sollen?", fragt Happe.

 

65 Flüchtlinge leben derzeit in dem Ort, der auf zwei Gemeinden und Bezirke aufgeteilt ist - das ist eine Flüchtlingsquote von 15 Prozent. Weitere 180 Flüchtlinge, die in den Lorenzihof kommen sollten, würden die Quote auf gut 50 Prozent ansteigen lassen. "Dann kann ich als Feuerwehrkommandant nicht mehr für die Sicherheit bei Veranstaltungen garantieren", sagt Scharnagl.

"Dann kann ich als Feuerwehrkommandant nicht mehr für die Sicherheit bei Veranstaltungen garantieren."

Am Dienstag findet ein weitere Gespräch mit dem Innenministerium statt. "Vielleicht versteht man da unsere Sorgen", so van den Broek. THOMAS CIK

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