Zuletzt aktualisiert: 22.07.2012 um 05:18 UhrKommentare

Schaf-Jäger ist wieder aufgetaucht

"Brauni" ist wieder da. Der Bär, der vor drei Jahren Teile Osttirols in Atem hielt, riss in der Steiermark 35 Schafe.

Foto © APA/Symbolbild

Drei Jahre alt war der Braunbär, der am 27. Mai 2009 in Osttirol auftauchte. Nur ein Mensch bekam ihn damals zu Gesicht: Michael Hofmann aus Außervillgraten. Jugendlich und verspielt war das Tier damals. So beschrieben ihn zumindest Bärenexperten. 16 Schafe riss das junge Bärenmännchen auf der Brandalm. Der Schaden für die Bauern war kein kleiner. Trotzdem bekam er von den Kindern in Außervillgraten den Kosenamen "Brauni".

Wenige Tage nach dem "Massaker" im Villgratental wies ein zerlegter Bienenstock in St. Veit eindeutig auf "Bärenwerk" hin. Bärenanwalt Jörg Rauer hatte kein Zweifel: "Hier ist ein Einzelgänger unterwegs, der nicht als problematisch einzustufen ist." Man ging davon aus, dass sich in Osttirol zwei verschiedene Bären herumtreiben. Gut zehn Tage herrschte in der Osttiroler Bevölkerung Unbehagen.

Dann war Ende des "Bärenalarms" - "Brauni" verschwand spurlos und der Osttiroler Honig blieb in den Stöcken. Martin Janovsky, Tiroler Bärenbeauftragter präsentierte Ende Juli 2009 Ergebnisse genetischer Untersuchungen: "Der Honigdieb von St. Veit ist KJ2G2, stammt aus der Provinz Trient und ist nach Überwinterung in Venetien durch den Belluno nach Osttirol gewandert." Offen blieb, ob auf das Konto von KJ2G2 auch die gerissenen Villgrater Schafe gingen.

Klar identifiziert

Ende Juni 2012 trieb das 6-jährige und damit erwachsene Bärenmännchen in der Steiermark sein Unwesen. Im Bezirk Liezen wurden 35 Schafe gerissen. Und Rauer spannte in Liezen den Bogen - zurück nach Osttirol. Er identifizierte Meister Petz als jenen Bär, der im Villgratental noch "bescheidene" 15 Schafe erlegt hatte. Janovsky bestätigte vergangenen Freitag gegenüber der Kleinen Zeitung: "Brauni" ist der Trientiner Bär KJ2G2, der jetzt in der Steiermark aufgetaucht ist. Keine Antwort hatte Janovsky auf die Frage, wo sich das Tier nach seinem Abgang aus Osttirol in den vergangenen drei Jahren aufgehalten hat. "Zwischen seinem Verschwinden aus Osttirol und dem Auftauchen in der Steiermark konnte KJ2G2 nur zwei Mal genetisch bestätigt werden. Das war im Grenzgebiet des Dreiländerecks Kärnten, Italien, Slowenien."

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FAKTEN

  • Wanderkorridore. Laut Bärenexperten liegt Osttirol in der Nähe eines Austauschkorridors zwischen der slowenischen und norditalienischen Braunbärenpopulation

    Freisetzungswelle. 1999 bis 2002 im Trentino

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