IMMOBILIENMARKTAnleger setzen auf den Wohnungsmarkt

Neuer Trendbarometer stellt dem heimischen Immobilienstandort für Geldanleger ein gutes Zeugnis aus - trotz hoher Preise.

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Insgesamt 97 Prozent der befragten Anleger - und damit sogar noch etwas mehr als 2016 - halten Österreich aktuell für sehr attraktiv. Damit bekommt der heimische Immobilienstandort im europäischen Vergleich (82 Prozent) erneut Bestnoten. So eine Erhebung der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Die stark gestiegenen Immobilienpreise schrecken Anleger demnach nicht ab.

„97 Prozent der Befragten meinen zwar, dass der Wettbewerb um innerstädtische Entwicklungsgrundstücke mittlerweile auch zu überzogenen Kaufpreisen führe. Generell sehen neun von zehn Befragten überzogene Vorstellungen auf der Verkäuferseite. 77 Prozent gehen aber davon aus, dass der Peak grundsätzlich erreicht ist und die Preise in diesem Jahr nicht oder kaum noch weiter steigen werden“, heißt es bei EY. Der Anlegerfokus liege derzeit deutlich auf dem Wohnsektor. „Wohnungen sind in jeder einzelnen Landeshauptstadt mit Abstand der Favorit“, kommentiert Claudia Brey von EY den Trendbarometer. „Bei Wohnimmobilien ist neben Wien vor allem Salzburg gefragt, bei Büroimmobilien-Investoren ist neben der Hauptstadt auch St. Pölten stark im Fokus.“

Einzelhandelsimmobilien seien derzeit hingegen weniger gefragt. Die Mehrheit der Anleger habe hier keinen Schwerpunkt. „Ein möglicher Grund ist die anhaltende Konkurrenz durch E-Commerce und die Sorge der Investoren vor schwächelnden Mietern“, erklärt Brey. Andererseits schätzen 77 Prozent der Befragten, dass sich die Handelsunternehmen gut auf die geänderten Rahmenbedingungen eingestellt haben. Insgesamt bleiben so laut Studie auch die Preise für Einzelhandelsimmobilien auf hohem Niveau tendenziell stabil - selbst in peripheren Lagen.
Österreichische Immobilien sind auch international gefragt. „Das Preisniveau in Österreich ist gerade für internationale Anleger verglichen etwa mit den Kernmärkten in Deutschland nicht zu hoch“, erklärt Brey. Bestimmte Käufergruppen, etwa aus dem asiatischen Raum, dürften sich dabei vor allem auf umfangreiche Portfoliokäufe konzentrieren.

Die Megatrends der Immobilienwirtschaft

Treibende Kraft für die Immobilienmärkte ist der demografische Wandel mit seinen Begleitphänomenen wie einer zunehmenden Verstädterung, davon sind 93 Prozent der Befragten überzeugt. Aber auch das Zinsniveau (80 Prozent) und der digitale Wandel (67 Prozent) werden zunehmend wichtiger.
Mittelfristig werde wohl für jedes Bauprojekt zuerst ein digitales Modell erstellt werden, das nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch schon die Bauprozesse und Materialeigenschaften vorab simuliert. Und beim Bewirtschaften einer Immobilie werden wohl Sensoren für mehr Effizienz sorgen.

 

 

Kommentare (1)

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lexbalexba
0
3
Lesenswert?

Und wenn die Zinsen wieder mal steigen,

werden diese Märkte implodieren! Bei vermögenden Menschen kein Problem, leider halt beim kleinen Mann/Frau!

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