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WOHNPORTRÄT

Ein Haus geht in Deckung

Moderner Wohnbau mitten im Tullnerfeld. Das Haus „Nebraska“ steht gut getarnt in der Landschaft. Von Daniela Bachal

© (c) Michael Nagl Odeongasse 9/13 Wie
 

Nomen est omen. Was einen Namen hat, wird schlagartig greifbarer, bekommt ein Gesicht. „Stadtgut Architekten“ verpassten dem Haus, das sie für eine vierköpfige Familie am Ortsrand von Freundorf bei Tulln planten, mit dem Titel „Nebraska“ ein für die Auftraggeber richtig liebenswertes Gesicht. „Die Weite der Felder und das von der Landwirtschaft geprägte Tullnerfeld erinnern an die Weite Nebraskas und den gleichnamigen Song von Bruce Springsteen“, erklärt Architekt Nikolaus Westhausser den Arbeitstitel für das Projekt. Gleichzeitig könnte der Name auch aus einem Fertighauskatalog stammen, und dieses Gebäude gehört durchaus in die Kategorie „individuell geplanter Fertigteilhausbau“.

 

Das Haus im Grundriss Foto © STADTGUT ARCHITEKTEN

WAS & WER

Neubau eines 192 m2 großen Hauses nahe Tulln binnen sechs Monaten bis 29. September 2015. Holzriegelbau mit KLH-Decke und extensiv begrüntem Flachdach. Hier wurde gezeigt, dass der Holzbau preislich mit dem Massivbau mithalten kann.

Architektur: Stadtgut Architekten, Rotensterng. 20, 1020 Wien, Tel. (01) 21 63 2990
www.stadtgut.com

Die Bauherren wünschten sich auf ihrem Grundstück eine gelungene Kombination aus visueller Zurückhaltung und Präsenz. Ökologie und Nachhaltigkeit sowie die gewünschte optische Anmutung des Hauses waren für den Architekten und seine Auftraggeber eindeutig Argumente für Holz als Baumaterial.

 

Mit seiner Fassade aus zweifärbigen, horizontal gelegten Lärchenholzbrettern bekam das Haus am Acker den perfekten Tarnanzug.
Grundform und Ausrichtung des Gebäudes ergaben sich aus dem gewünschten Raumprogramm, der Lage und den Besonderheiten des Grundstücks. Dass sich die Gesamtenergiebilanz des Hauses trotz der eingeschoßigen Form und dem dadurch bedingten Mehr an Oberfläche sehen lassen kann, ist Ergebnis intensiver Planungsarbeit.

(c) 2013 Michael Nagl, Wien II
Gartenseitig sorgt die Vordachkonstruktion für Beschattung Foto © (c) 2013 Michael Nagl, Wien II

An inneren Werten wünschten sich die Auftraggeber das übliche Standardprogramm: zwei Kinderzimmer, Elternschlafzimmer und einen großen, offenen Koch-Ess-Wohnbereich. Der Elternbereich sollte allerdings möglichst weit von jenem der Kinder entfernt sein. „Das fügte sich hier gut“, sagt Westhausser im Hinblick auf die lang gestreckte Form des Gebäudes.

Der Blick vom offenen Spielzimmer in Richtung Koch-Ess-Wohnbereich Foto © (c) Michael Nagl Odeongasse 9/13 Wie

Die Küche steht als Insel im Raum, die Kinder laufen gern rundherum Foto © (c) Michael Nagl Odeongasse 9/13 Wie

Sein Konzept schaffte aber nicht nur Distanz, sondern auch ein Maximum an Verbindung und Transparenz, indem der zentrale, rund 60 Quadratmeter große Wohnbereich zu den beiden Kinderzimmern (die ein Bad verbindet) und zur Garderobe hin offen bleibt. Die Küche steht wie ein Möbel im offenen Raum und lädt die Kinder täglich dazu ein, einmal mit Vollgas rundherum zu laufen. Die Bewohner schwärmen vom Raumgefühl in einem Zuhause, in dem sichtbare Holzdecken und Eichenholzböden, beide weiß lasiert, für Erdung sorgen, während das Auge über Wiesen und Felder in die Weite schweift.

 

(c) 2013 Michael Nagl, Wien II
Zweifärbiges Lärchenholz: behandelt mit einer öligen Lasur als SkandinavienFoto © (c) 2013 Michael Nagl, Wien II

Kommentare (1)

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misti1980
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Lesenswert?

"...indem der wohnbereich zu den Kinderzimmern hin offen bleibt"??? Das heißt für die Eltern am Abend schön leise sein, wenn die Kinder schlafen. Und wenn die Kinder größer werden und Privatsphäre haben wollen werden sie sich schön bedanken.

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