HAUS-RATImmobilienkäufer lieben Klartext

Inserieren – aber richtig. Worauf es bei der Vermarktung einer Immobilie wirklich ankommt und welchen Text Sie sich sparen können.

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"Stilvoll renovierter Wohntraum in sonniger Grünlage, durchdachte Grundrisslösung, exklusive Ausstattung, hochwertige Parkettböden, modernes Wellnessbad, wunderschöne Terrasse - ein Preishit . . ."

Die meisten Wohnungsinserenten verlieren sich in der blumigen Schilderung von Ausstattungsdetails - aber lockt man damit tatsächlich potenzielle Mieter und Käufer an? Claudia Brandstätter vom Trendbüro bmm sagt: "Leider nein." Ihre Marktstudie im Auftrag von Raiffeisen brachte nach Durchforstung der Immobilieninserate heimischer Printmedien und Onlineportale sehr unterschiedliche Blickwinkel der Abgeber und Interessenten zutage:

Hell, gepflegt, grün, geräumig

Abgeber verwenden im Schnitt 2,7 positive Eigenschaften, um ihre Immobilie zu bewerben. Am häufigsten wird dabei auf Teilflächen wie Balkon, Loggia, Garten und Terrasse eingegangen. 91 Prozent aller Inserate enthalten Hinweise auf Ausstattungsdetails oder (subjektive) Bewertungen der Eigentümer. "Als Annoncenleser könnte man meinen, dass nur ruhige, helle, gepflegte, grüne, geräumige, neuwertige, moderne, hochwertige Objekte auf den Markt kommen", resümiert Brandstätter.

Die nackten Fakten

Auf die Lage der Immobilie und die Umgebung gehen hingegen nur 69,4 Prozent der Immobilienanbieter ein. Preis bzw. Miethöhe verrät gar nur jedes dritte Inserat. Wenn es um das liebe Geld geht, wird am liebsten um den heißen Brei herumgeredet. "Konkrete Beträge werden nur selten genannt. Meistens findet man Hinweise auf eine besondere ,Okkasion'", sagt Brandstätter und stellt dabei eine Vorliebe für folgendes Vokabular fest: günstig, leistbar, Preishit, Topinvestition, werthaltig, provisionsfrei.

Potenzielle Käufer und Mieter lassen sich laut Analyse von bmm von derartigen Beschreibungen allerdings nicht locken. "Sie konzentrieren sich nämlich auf die Schwerpunkte Lage, Wohnumgebung, Infrastruktur, Erreichbarkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis", sagt die Marktforscherin. "Erst danach geht es um die Ausstattung - und schon deutlich abgeschlagen, aber mit zunehmender Bedeutung, auch um Ökologie und Sicherheit."

Umgebung zählt

Käufer unterscheiden sich von Mietern übrigens dadurch, dass sie es mit dem Standort bzw. der Umgebung noch genauer nehmen. Brandstätter: "Das ist schließlich der einzige Punkt, den man sicher nicht verändert kann. Und ein Immobilienkauf ist eine langfristige Entscheidung. Da geht man nicht gern einen Kompromiss ein."

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