Was Gärtner im November wissen müssenMuss ich den Oleander im Winter schützen?

Der Winter ist im Anmarsch. Das muss der Gärtner im November tun.

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Braucht der Oleander im Winter Schutz? © (c) Marianna - stock.adobe.com (MARIANNA GLAVAN FOTOGRAFIE)
 

Der Oleander wurde im geschützten Beet beim Haus ausgepflanzt und hat geblüht wie noch nie. Muss ich ihn nun schützen?
Ja, man muss ihn schützen. Die Frage ist, wie der Winter wird. Wird er mild, gibt es keine Probleme, kommt starker Frost, wird es problematisch. Vlies allein wird nicht reichen, dann muss mit einem Heizkabel die Pflanze vor Kälte geschützt werden.

Muss ich die Fische aus meinen gut zwei Meter tiefen Teich holen, oder überleben die darin?
Heimische Teichfische, wie Moderlieschen oder Bitterlinge, überleben hier problemlos. Wenn der Teich nicht allzu groß ist, sollte unbedingt ein Eisfreihalter installiert werden.

Wann wird die Linde am besten geschnitten? Foto © (c) candy1812 - stock.adobe.com
Soll ich meine viel zu große Linde jetzt oder im Frühjahr schneiden?
Der Spätwinter ist die beste Zeit für den Baumschnitt. Kurz vor Beginn des Austriebs heilen die Wunden rasch. Keinen radikalen Rückschnitt, das schädigt langfristig den Baum. Mein Weihnachtsstern ist prächtig gewachsen und voll saftig grüner Blätter. Wann kommen die Blüten?
Die kommen, wenn Sie der sogenannten Kurztagspflanze mindesten zwölf Stunden pro Tag absolute Dunkelheit gewähren – auch kein Kunstlicht. Dann, so nennt das der Profigärtner, induziert die Pflanze und die Blüten erscheinen. Schon eine Minute Kunstlicht verursacht eine Stunde Dunkelheitsminus. Trotzdem tagsüber volles Licht und immer bei Zimmertemperatur kultivieren.

Die Pelargonien im Keller bekommen schon gelbe Blätter und auf der Erde ist Schimmel. Wegwerfen?
Nein, abwarten. Kranke Teile sofort entfernen. Raum gut lüften. Eventuell Ventilator in Betrieb nehmen. Wenn es sehr dunkel ist, eine LED-Pflanzenleuchte aufstellen. Fast nicht gießen.

Pelargonien mit gelben Blättern wegwerfen?
Pelargonien mit gelben Blättern wegwerfen? Foto © (c) joerghartmannphoto - stock.adobe

Meine 50 Jahre alten Thujen werden von oben her braun. Habe sie immer gut gegossen.
Auch wenn sie von „immer gut“ gießen sprechen, ich vermute dennoch Trockenschäden. Außerdem treten Miniermotten, ein Thujen-Triebsterben und eine Wurzelfäule auf. Aber fast immer dann, wenn die Pflanzen Stress durch Trockenheit haben und unter Dünger- und Humusmangel leiden.

Wir haben eine winterharte Banane, die bis minus 20 Grad frostfest sein soll. Sie steht im Topf, was muss ich tun?
Bananen im Topf sind bei uns nicht winterhart. Blätter einziehen lassen und in einer unbeheizten Garage oder einem Abstellraum überwintern. Ausgepflanzt kann sie mit Stroh und Laub eingepackt werden. Da sind die Chancen, dass sie überlebt, sehr gut.
Video: Karl Ploberger gibt Tipps zu Problempflanzen

Unser Biotop ist ziemlich zugewachsen, wann sollen wir es ausräumen?
Bester Zeitpunkt zum Teichräumen ist der Spätherbst, also genau jetzt. Wobei man immer einen kleinen Teil belassen sollte, damit sich von dort wieder eine optimale Ökologie aufbaut. Das Räumgut kann übrigens problemlos kompostiert werden. Am besten mit Gehölzschnitt und Laub mischen.

Ist es sinnvoll, auch Zierbäume mit Weißanstrich zu versehen?
Ganz bestimmt. Vor allem Linden leiden unter Temperaturunterschieden besonders. Andere Bäume (Magnolien z. B.) sind nicht so gefährdet. Dagegen treten bei Zierkirschen oder Zieräpfeln oft Schäden auf, ebenso bei Kastanien.

Soll ich das Pampasgras schon zusammenbinden oder noch zuwarten?
Ich würde noch zuwarten und erst Mitte November das Gras zusammenbinden. Hier geht es vor allem um den Nässeschutz im Winter. Geschnitten werden die Gräser generell im zeitigen Frühling.

Foto © Dream_Time - stock.adobe.com
Wann schneidet man den Hibiskus?
Die Sträucher kann man jetzt oder im Frühjahr verjüngen. Die ganz alten Triebe bodeneben herausschneiden, dann gibt es einen neuen Austrieb und der Strauch bleibt vital. Niemals bloß außen rundherum einkürzen!

Die Stämme der Magnolie sind voll mit Moos. Sollen wir die Rinde putzen?
Ich würde alles so belassen, wie es ist. Das Moos ist dort zu finden, wo wenig Licht und hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. War dieses Jahr verstärkt der Fall. Wenn man den Stamm reinigt, dann keinesfalls mit dem Hochdruckreiniger, was leider sehr häufig zu sehen ist, sondern mit einer weichen Wurzelbürste.

Foto © Fuchs Jürgen
Jetzt im Herbst ist der Rasen eine Moosfläche. Soll ich jetzt noch vertikutieren?
Nein, jetzt ist es zu spät. Generell ist das Moos (siehe Hauptgeschichte) eine Zeigerpflanze für Schatten, Nährstoffmangel und Feuchtigkeit. Kann man diese Faktoren nicht verändern, wird es immer wieder kommen. Ansonsten im Frühjahr vertikutieren, Kompost und Sand aufbringen, nachsäen und niemals zu kurz mähen.

Efeu am Stamm schadet dem Baum nicht. Stimmt das so?
Ganz genau: Ein gesunder Baum wird durch den Efeu keinen Schaden erleiden. Im Gegenteil, das immergrüne Laub schützt vor der Wintersonne bei Frost und vor Hagelschäden im Sommer. Bei kranken Bäumen heißt es freilich aufpassen, dort wurzelt der Efeu in den Faulstellen.

Was jetzt im Garten und auf dem Balkon zu tun ist:

  • Wichtigste Maßnahmen sind nun, alle Wasserleitungen abzudrehen und zu entleeren. Schläuche, Brausen und Düsen frostfrei oder wasserlos lagern. Pumpen, die in Teichen stehen und nicht vor Frost geschützt werden können, müssen ausgebaut und in mit Wasser gefüllten Eimern gelagert werden. Damit ist sichergestellt, dass Dichtungen und Ventile intakt bleiben.
  • Rosen sollten nun angehäufelt werden, damit die Veredelungsstellen geschützt sind. Stammrosen mit Vlies und Schafwolle schützen. Im Jänner Reisig über die Rosenäste legen. Sie sollen das zu frühe Austreiben im Frühjahr verhindern.
  • Alle Kübelpflanzen stehen nun in den Überwinterungsräumen (auch so robuste wie Oleander, Palmen, Oliven etc.), denn zu viel Regen in diesen kühlen Tagen ist für diese Pflanzen ein großes Problem. Nun vorsichtig gießen und auf Schädlinge achten. Viel Licht und wenig Wärme sind der Schlüssel für ein erfolgreiches Überwintern.
  • Laub sollte man unbedingt von Rasen- und auch Blumenwiesen entfernen. Allerdings nicht wegbringen, sondern unter Hecken oder auf Beeten den Winter über liegen lassen. Dort verrottet das Laub, sorgt für Humus- aufbau und Unterschlupf für viele Nützlinge. Zudem trocknet unbedeckte Erde rasch aus, Düngestoffe werden ausgewaschen und der Boden verdichtet sich.
  • Kübelpflanzen wie Oleander, Olive, Feige, Gewürzlorbeer können bei den derzeitigen Temperaturen (je nach Höhenlage) noch draußen bleiben. Ab minus drei bis minus fünf Grad wird es kritisch.
  • Zimmerpflanzen jetzt öfters übersprühen, denn die mittlerweile schon viel trockenere Luft macht ihnen Probleme. Düngen nur noch alle zwei Wochen. Nun ist das Wachstum am Tiefpunkt, erst im Februar geht es wieder richtig los.
  • Alle Immergrünen gießen, vor allem dann, wenn sie in Töpfen gepflanzt sind. Ob Eibe, Kirschlorbeer oder eine Konifere – sie alle verdunsten auch im Winter Wasser und vertrocknen eher, als sie erfrieren. Auch an frostfreien Tagen immer wieder gießen.



 



 

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